14 Mai

Nein zur Neugestaltung des August-Bebel-Platzes ist Bekenntnis zur Trost- und Ideenlosigkeit 

Die Bezirksvertretung Wattenscheid will sich gegen eine zeitgemäße Gestaltung des ABP aussprechen. Die dafür veranschlagten 19 Mio. werden dann voraussichtlich nicht in WAT-Mitte, sondern in Bochum investiert. Warum will Wattenscheid unbedingt den Wettbewerb „Scheußlichster Platz Europas“ gewinnen und das negative Image vertiefen?  

Der erste Eindruck zählt, sagt man. Und wer nach Wattenscheid kommt, sieht regelmäßig als erstes den August-Bebel-Platz (ABP), hat genug gesehen und will gleich wieder weg. Eigentlich ist der Platz auch kein Platz, sondern nur eine überdimensionierte deprimierend trostlose grauasphaltierte Kreuzung.  

Die Abschreckende Wirkung des August-Bebel-Platzes 

Sind städtische Plätze sonst in Europa zentrale Elemente der Stadtgestaltung, die maßgeblich zur Lebensqualität beitragen, der Identifikation, als Treffpunkt und Mittelpunkt städtischen Lebens dienen, ist für zu viele Menschen in Wattenscheid ein Platz nicht mehr als ein Durchgangsort. Und der muss nur eine Qualität besitzen, man muss ihn möglichst schnell mit dem Auto überqueren und sein Auto drauf abstellen können. Weitergehende Ansprüche z.B. an Gestaltung oder Aufenthaltsqualität bestehen nicht.  

Allerdings prägt kein Platz das Zentrum von Wattenscheid so wie der August-Bebel-Platz. Er ist der zentrale Kontenpunkt und das Entrée zur Innenstadt. Der Eingangsbereich einer Stadt sollte deren Visitenkarte sein. Er soll Menschen einladen, neugierig machen und anlocken. Doch der ABP ist nicht einladend. Er stößt Menschen ab. Denn er ist leider genau so wenig vorzeigbar, wie der Rest dessen, was vor Jahren mal als City von Wattenscheid galt.  

In der Stadtplanung gilt: „Ist es einem unangenehm oder gar peinlich den Menschen, die einen besuchen, das Stadtzentrum zu zeigen, dann ist dies das untrügliche Zeichen, dass die Innenstadt tot ist“. Diesen Zustand hat das Wattenscheider Stadtzentrum leider schon vor einigen Jahrzehnten erreicht. Die Innenstadt ist nicht mehr vorzeigbar.   

Für Außenstehende hat es den Anschein, als wolle man mit dem missgestalteten August-Bebel-Platz, Besucher, Besucherinnen und Investoren, die überlegen könnten in Wattenscheid ein Geschäft oder eine Gastronomie zu eröffnen, gezielt abschrecken und vertreiben. Das Aussehen des ABP ist ein unmissverständliches Statement an alle, die kommen könnten: „Bleibt weg, wir wollen euch hier nicht!“ 

Wer ist für das Scheitern des Projekts verantwortlich?  

Nun stellt sich die Frage, wer ist dafür verantwortlich, dass die zeitgemäße Neugestaltung des August-Bebel-Platzes voraussichtlich scheitern wird: 

Verwaltung und BOGESTRA – Die von der Verwaltung nunmehr vorgelegte „verbesserte“ Planung (Vorlage 20261133) weist weiterhin ein wesentliches Defizit aus: Straßenbahnen- und Busse sollen auf zwei Gleisen und vier Fahrspuren mit vier Haltestellenplattformen den Platz diagonal queren und zerteilen ihn damit in zwei Hälften. Die Barrierewirkung der überdimensionierten ÖPNV-Achse und deren übermäßiger Platzbedarf zerstören jede Platzwirkung.  

Zwar hatten sich die beiden Siegerentwürfe des Wettbewerbs zur Gestaltung des Platzes um Lösungen dieses Problems bemüht (Ergebnisse Realisierungswettbewerb) – beide verfolgten das, die Zahl der Gleise und Fahrspuren sowie Halteplattformen auf nur noch je zwei zu reduzieren – doch Verwaltung und BOGESTRA lehnten die Vorschläge kategorisch ab. Die vorgeschlagene Kreuzung der Buslinien von der rechten Fahrbahn auf die linke Seite und von der linken Fahrbahn auf die rechte Seite der jeweiligen Haltstellenplattform wollten BOGESTRA und Verwaltung aus Prinzip ebenso wenig, wie die Verlegung der Straßenbahngleise nach außen und der Busfahrspuren nach innen zwischen die beiden Haltestellenplattformen (Vorschlag STADTGESTALTER). 

Warum eine Verlegung der Gleise nicht möglich ist, konnten BOGESTRA und Verwaltung bis heute nicht erklären. Beide verweigern bis heute die Beantwortung der entsprechenden Anfrage der STADTGESTALTER (Vorlage 20251696). Diese wurde trotz mehrfacher Nachfrage bis heute nicht beantwortet. Angeblich sei für die Verlegung der Gleise ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Aber selbst wenn Verwaltung und BOGESTRA dieser Ansicht sein sollten, fragt sich, warum es die Stadt in 13 Jahren Planung nicht hinbekommen hat, ein solches Verfahren durchzuführen. 

Dass im Laufe des Planungsverfahrens sowohl das Planungsbüro, das den Siegerentwurf vorgelegt hatte, sowie ebenfalls das zweitplatzierte Büro, nicht mit der Stadt zusammenarbeiten wollten, lässt tief blicken.  

Je mehr Jahre die Planungen der Stadt dauerten, um so schlechter wurden die Planungsentwürfe. Der 2025 vorgelegte Entwurf der Verwaltung war ein Totalausfall (August-Bebel-Platz – Ein Plan für die Tonne). 

Nie hatte man in den 13 Jahren Platzplanung den Eindruck, dass die Verwaltung wirklich an einer guten Planung interessiert war. Für jeden Planungsschritt brauchte die Stadt unangemessen viel Zeit. Nur zu Verbesserungen der Planungen führte das nicht. Erkennbar gab man sich wenig Mühe, die Planungen voranzutreiben und überzeugende Lösungen zu finden. Die Planungsentwürfe dokumentieren, der Anspruch an gute Stadtgestaltung war und ist gering. Das Motto schien zu sein, eigentlich ist egal, was aufgezeichnet und geplant wird, die Politik in Wattenscheid will es doch sowieso nicht. 

Lokalpolitik – Denn in Wattenscheid weiß die Politik bis heute immer nur, was sie nicht will. Eigene Vorschläge, wie der Platz gestaltet werden könnte, haben die politischen Gruppierungen der Bezirksvertretung nie entwickelt. Ein Anforderungskatalog, welche Kriterien der neue Platz erfüllen solle, wurden nie formuliert. Ein Plan, wie die Wattenscheider Innenstadt insgesamt saniert und für die Zukunft aufgestellt werden könnte, gibt es nicht. Alle Vorstöße dazu wurden immer wieder abgebügelt. 

Der Wunsch war und ist, es solle sich möglichst nichts ändern, aber alles grundlegend besser werden. Konstruktiv war das Verhalten der Wattenscheider Politik nie und die Ablehnung der vorliegenden Planung wird es auch nicht sein. 

Der Niedergang des Stadtzentrums von Wattenscheid kommt nicht von ungefähr. Er ist das Ergebnis dieser politischen Haltung, die seit Jahrzehnten jede zeitgemäße Neuausrichtung des Stadtzentrums verhindert. An einer positiven Entwicklung der Innenstadt zeigte man sich immer wieder desinteressiert. Stattdessen haben die Bezirksvertreter und -vertreterinnen das Thema der Sitzfarben im Stadion, exzessiv diskutiert (Während Wattenscheid-Mitte den Bach runter geht, diskutiert die Politik über Sitzfarben im Stadion). Auch bei den Investitionen, waren andere Dinge wichtiger. So wurden 2023 fast 5,5 Mio., die eigentlich für die Stadterneuerung von Wattenscheid vorgesehen waren, für die Sanierung des Lohrheidestadions zweckentfremdet (Stadterneuerungsprojekt “Modernisierung und Umbau des Lohrheidestadions).  

Im Bochumer Stadtrat hat man Wattenscheid längst abgehakt und aufgegeben. Es besteht auch in der SPD im Rat kein Anspruch mehr, den Stadtteil “zu retten”, also die negative Entwicklung aufzuhalten. Man ist der beständigen Erklärungen aus Wattenscheid, was man mal wieder warum nicht will, überdrüssig. Die destruktive Politik in der Bezirksvertretung in Wattenscheid hat auch bei den Ratsmitgliedern in Bochum tiefe Spuren hinterlassen.  

Die Aufgabe des Projekts August-Bebel-Platz im Stadtrat wäre gleichbedeutend mit der Aufgabe des ganzen Stadtteils. Wenn die SPD im Rat erklärt, sie würde dem Votum der Bezirksvertretung in Wattenscheid zu den Platzplanungen folgen, dann steht dahinter die Aussage “Dann macht euren Kram doch alleine, aber belästigt uns bitte nicht weiter.” 

Die Folgen für Wattenscheid 

Die Aufgabe des Projekts Neugestaltung des August-Bebel-Platz wird für Wattenscheid schwerwiegende Folgen haben: 

  • Das ISEK-Programm Wattenscheid ist mit Aufgabe des zentralen Projekts tot und wird nicht ernsthaft weiterverfolgt werden. Damit gibt es keine Grundlage mehr für weitere Stadterneuerungsprojekte in Wattenscheid. Die Möglichkeit, Fördermittel vom Land zu erhalten, entfällt. 
  • Die bereits zugesagten 19 Mio. Fördergelder und städtische Mittel (15 + 4 Mio. Euro) werden an andere ISEK-Gebiete fließen. Mit dem Geld wird die Stadt z.B. den Amtsplatz in Hamme neugestalten und/oder den Hans-Ehrenberg-Platz im Rahmen des ISEKs Innenstadt. Diese Stadtteile werden sich freuen. 
  • Dem Anspruch des Stadtzentrums von Wattenscheid, zweite Innenstadt auf dem Stadtgebiet Bochums zu sein, wird die Grundlage entzogen. Die Einstufung wird den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechend zu ändern sein. Das Zentrum von Wattenscheid wird zum Stadtteilzentrum herabgestuft. Dann steht es auf einer Stufe mit den Zentren von Stadtteilen wie Hamme, Gerthe, Werne, Riemke oder Linden. 
  • Das Ziel, die negative Entwicklung des Stadtzentrums von Wattenscheid aufzuhalten, wird aufgegeben. Die Schrumpfung der Innenstadt zu einem geringerwertigen Stadtteilzentrum wird hingenommen, Wattenscheid-Mitte sich selbst überlassen. 

Mit der Aufgabe des Projekts August-Bebel-Platz wird auch die Zukunft von WAT-Mitte beerdigt. Die lauten Stimmen aus Wattenscheid, die sich immer wieder gegen eine zeitgemäße Entwicklung und Gestaltung von Wattenscheid und jede grundlegende Veränderung ausgesprochen sowie sich jede Einmischung aus Bochum verbeten haben, haben ihr Ziel erreicht. 

Das Ziel, die negative Entwicklung von WAT-Mitte zu stoppen, wurde verfehlt. Das ISEK-Wattenscheid hatte keine Wirkung, wie sich auch aus den aktuellen Sozialdaten entnehmen lässt. 

Sozialdaten WAT-Mitte, Vergleich 2010 zu 2024

Diejenigen, die es sich leisten können, werden vermehrt aus WAT-Mitte wegziehen, es werden primär weiter jene kommen, deren Geldbeutel keine hohen Ansprüche an Stadtbild, Stadtgestaltung und Wohn- und Lebensqualität zulassen. Die soziale Schieflage wird weiter zunehmen, die Arbeitslosigkeit steigen, ebenso wie der Anteil der Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die negative Entwicklung wird sich unaufhaltsam fortsetzen. 

In wenigen Jahren wird man ungläubig den Kopf schütteln, wie es passieren konnte, dass eine unfähige Politik die Zukunft eines ganzen Stadtteils dem Begehren opfern konnte, unbedingt mit dem privaten Auto quer über einen scheußlichen Platz fahren zu können.  

15 Dez.

Spielplatz auf dem Kuhhirtenplatz im Stadtrat beschlossen

Auf dem Kuhhirtenplatz soll ein Spielplatz entstehen. Steter Tropfen höhlt den Stein, könnte man sagen. Den Vorschlag für ein Spielareal auf dem Platz hatten die STATDGESTALTER bereits 2016 gemacht. Jetzt wurde die Realisierung am 12.12.19 Stadtrat im beschlossen.

Der Vorschlag den Kuhhirtenplatz zum Spielplatz zu machen gibt es seit 2016

Im Beitrag der STADTGESTALTER vom 14.02.2016 (Innenstädte sollen neue Spielplätze erhalten) heißt es. “Die Bochumer Innenstadt bietet “z.B. neben dem neu zu gestaltenden Husemannplatz der Kuhhirtenplatz einen idealen Platz, um dort einen Spielbereich zu schaffen, der nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für jung gebliebene Erwachsene zum Anziehungspunkt werden könnte.

So könnte der Kuhirtenplatz zum Beispiel wie folgt aufgewertet werden (siehe Plan):

  • Eine Rutsche vom Boulevard die Treppen hinunter auf den Kuhirtenplatz.
  • Ein Spieltrampolin neben dem schon Platz vorhandenen Fluss, der sich schon heute bei Kindern großer Beliebtheit erfreut.
  • Eine mit Mosaikfliesen belegte Spielfigur, wie der bei den Kindern sehr beliebte Spieldrache auf dem Apollonia-Pfau-Park (Bericht der Bochumschau).
  • Stadtschaukeln auf dem Boulevard, wie jene in Montreal, die dort nicht nur Kinder begeistern (Die 21 Schaukeln von Montreal).”

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27 Okt.

Rathausplatz zum Aushängeschild machen

Die Visitenkarte einer jeden Innenstadt ist der Rathausplatz. In Städten wie Augsburg, Bremen, Freiburg, München und eigentlich allen anderen Städten mit einem zentral in der Innenstadt gelegenen Rathausplatz, ist dieser Platz der markante Vorzeigeort der Stadt. Nur in Bochum ist er kaum mehr als eine chaotische Kreuzung mit einer großen, öden und leblosen Fläche vor dem Rathaus.

Erfolgreiche Innenstädte zeichnen sich durch lebendige Plätze aus

Auf dem Platz vor dem Rathaus fehlt jede Aufenthaltsqualität, alle die dorthin müssen, wollen möglichst schnell wieder weg. So bleibt der Platz öd und leer, und selbst der Rathauskeller bekommt seinen an sich schönen Biergarten nicht voll. Zeichnen sich lebendige und wirtschaftlich erfolgreiche Innenstädte durch Plätze mit besonderem Flair und Ambiente aus, die voll mit Menschen sind, besitzen in Bochum auch die weiteren Plätze der City, Husemann-Platz und Dr.-Ruer-Platz bislang nichts von beidem.

Mit dem Innenstadtentwicklungskonzept (ISEK Innenstadt) soll Bochum, so der Anspruch des Stadtbaurates, „bäm“ werden. Das Konzept sieht zwar vor, dass Husemann- und Dr.-Ruer-Platz neu gestaltet werden sollen, doch der Rathausplatz kommt in dem Konzept überraschender Weise nicht vor. Dieser Platz wird nicht etwa die Visitenkarte der Stadt, sondern bleibt sichtbares Zeichen für die Rückständigkeit von Bochum in Sachen Stadtentwicklung. Weiterlesen

24 Aug.

Ortsteilranking Wattenscheid

Wattenscheid wurde über Jahrzehnte von der Stadt vernachlässigt. Die Folgen sind verheerend. Der Ruf von Wattenscheid ist schlecht. Der Sozialbericht der Stadt zeigt viele schwerwiegende Defizite und Mängel auf (Sozialbericht 2018). Einige Wattenscheider Ortsteile wurden im Stadtvergleich abgehängt, viele Bereiche entwickeln sich seit Jahren negativ. Der Abwärtstrend muss dringend gestoppt werden.

Defizite und Mängel zeigen sich auch im Stadtbild. In einigen Straßen bestimmen sanierungsbedürftige Häuser das Bild. Im schlimmsten Fall trifft man auf Schrott- wie AbbruchImmobilien und verwahrloste Gebiete

Menschen fühlen sich in einigen Bereichen der Stadt subjektiv unsicher und beklagen mangelnde Sauberkeit sowie den schlechten Instandhaltungs- wie Pflegezustand von Straßen, Gehwegen, Grünflächen und Brunnen. Auch das ÖPNV-Netz ist unzureichend, insbesondere eine schnelle, dicht getaktete und leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung fehlt. Ein Radwegenetz ist in Wattenscheid nicht mal im Ansatz vorhanden.

Wo ist der Handlungsbedarf am größten? – Wattenscheid braucht einen Masterplan

Um die gravierenden Mängel und Defizite Wattenscheid zu beseitigen braucht Wattenscheid einen Masterplan. Zunächst muss dazu untersucht werden, in welchen Ortsteilen in Wattenscheid der Handlungsbedarf in welchen Bereichen am höchsten ist. Weiterlesen

04 Aug.

Verkehrs- und Umgestaltungskonzept Bermuda3Eck

Die Interessengemeinschaft Bermuda3Eck (ISG) hat Mitte diesen Jahres ein umfangreiches Konzept zur Weiterentwicklung des Bermuda3Ecks vorgestellt. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Streetfoodmarkt, eine Kultur- und Gastromeile an der Viktoriastraße und eine Seilbahnlinie zwischen Ruhr-Universität und 3Eck (Konzept der ISG Bermuda3Eck).. Das Bermuda3eck befindet sich in einem ständigen Wandel und möchte auch für die Zukunft seine Stellung als das Ausgehviertel des Ruhrgebiets sichern.

Gleichzeitig will die Stadt mit Hilfe des Stadtentwicklungskonzeptes Innenstadt einige Baustellen im Bermuda3Eck angehen. Dabei sind u.a. Kerkwege und Viktoriastraße, aber auch die Bahnunterführung von der Hermannshöhe zur Kreuzstraße Orte, die überplant und umgestaltet werden sollen.

Verkehrs- und Gestaltungskonzept Bermuda3Eck der STADTGESTALTER

Ausgehend von diesen Eckpunkten legen die STADTGESTALTER nun erste Vorschläge für das Bermuda3Eck vor, die zeigen wie einige der von der ISG angestrebten Änderungen umgesetzt werden könnten (Verkehrs- und Gestaltungskonzept Bermuda3Eck, STADTGESTALTER). Insbesondere haben die STADTGESTALTER ein Verkehrskonzept entwickelt, das Flächen schafft, um im 3Eck zusätzliche Nutzungen zu ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist durch eine Reduzierung des Verkehrs die Attraktivität sowie Flair und Ambiente im Bermuda3Eck zu erhöhen.

Im Einzelnen schlagen die STADTGESTALTER folgende Maßnahmen vor: Weiterlesen

06 Juli

Rottstraße könnte Streetpark werden

Die Rottstraße ist heute einer der trostlosesten Straßen in ganz Bochum. Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes für die Innenstadt (ISEK) soll sie neu gestaltet werden. Die STADTGESTALTER legen einen ersten Vorschlag dazu vor (Plan zu Streetpark-Vorschlag).

Rottstraße wird für den Autoverkehr nicht benötigt

Bisher wird die Rottstraße als Abkürzung von der Alleestraße zum Innenstadtring benutzt. Allerdings gibt es eigentlich keinen Grund warum der Verkehr nicht weiter auf der Alleestraße bis zum Ring laufen sollte, statt die letzten 300 m über die Rottstraße zu fließen. Bei entsprechend ausgebauten Rechtsabbiegefahrspuren von der Alleestraße zum Ring inklusive verbesserter Ampelschaltung könnte der Verkehr auch bis zum Innenstadtring auf dieser Straße bleiben.

Damit bestünde die Möglichkeit die Rottstraße vom Verkehr zu entlasten. Die STADTGESTALTER hatten bereits vorgeschlagen über die Rottstraße den Radschnellweg (RS1) zum Südring zu führen (Radschnellweg über Rottstraße und Südring vom 08.09.18), jetzt legen sie einen Entwurf zur Neugestaltung für die Rottstraße vor.

Von der Straße zum grünen Streetpark

Die Grundidee: Die Rottstraße soll zu einem grünen Streetpark umgestaltet werden, der den Westpark mit der Innenstadt verbindet. Der Park soll so gestaltet werden, dass er zu einem Treffpunkt und Spielort für junge Menschen wird (Plan zu Streetpark-Vorschlag). Weiterlesen

19 Jan.

WATwurm droht an Untätigkeit der Verwaltung zu scheitern

Seit 2016 bemüht sich die Initiative für den Bau des WATwurms um die Realisierung des Projektes entlang der Fußgängerzone auf der Westenfelder Straße. Über eine Strecke von fast 150 m soll sich ein farbenfrohes bespielbares Mosaikkunstwerk durch die Innenstadt von Wattenscheid schlängeln. Gebaut von Wattenscheider Einwohnern, Vereinen und Initiativen und fachlicher Leitung des Künstlers Heinz Krautwurst. Der Künstler hat mit großem Erfolg bereits die Erstellung eines Spieldrachens in Bochum umgesetzt (Spieldrachenprojekt).

Alles steht für einen Start des WAT-Wurm-Projektes bereit

Die Geschäftsleute der Westenfelder Straße wurden für das Projekt gewonnen. Viele Wattenscheider Einrichtungen, Vereine und Schulen haben bereits Interesse bekundet beim Bau des WATwurms mitzuwirken. Der Künstler hat umfangreiche Skizzen und Kalkulationen erarbeitet (Entwürfe für den WATwurm), war deshalb bereits zweimal vor Ort und um das Projekt mit allen möglichen Beteiligten zu planen. Das Projekt wurde im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Erstellung des Masterplans „Bewegtes und bespieltes Wattenscheid“ vorgestellt und sollte in den Masterplan aufgenommen werden. 650.000 Euro wurden im Masterplan für Projekte „Bespielbare Innenstadt“ bereitgestellt (Masterplan „Bewegtes und bespieltes Wattenscheid“). Davon sollte auch der WATwurm finanziert werden.

Die Bezirksvertretung Wattenscheid wollte zunächst am 03.07.18 darüber entscheiden, ob sie die Idee des WAT Wurmes unterstützt und die Verwaltung beauftragt, “die technische Realisierbarkeit des Projektvorschlages WAT-Wurm in der Wattenscheider Fußgängerzone zu prüfen und eine Finanzierung über das Budget des Masterplanes „Bewegtes und bespieltes Wattenscheid“ zu ermöglichen” (Vorlage 20181141)

Die Bezirksvertretung bekundete die Bereitschaft das Projekt zu unterstützen, sofern die Verwaltung bis zur Sitzung der Bezirksvertretung am 18.09.18 noch offene Grundstücksfragen, Leitungsverläufe, Feuerwehrzufahrten und eine Einbindung in ein Verkehrskonzept, was das bislang ungestörte rechtswidrige Befahren der Fußgängerzone verhindern soll, klären würde (Niederschrift zur Sitzung der Bezirksvertretung am 03.07.2018). Weiterlesen

03 Okt.

Stadterneuerung in Wattenscheid läuft mehr schlecht als recht

Der Frust in Wattenscheid steigt, die versprochene Stadterneuerung auf Grundlage des ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) für Wattenscheid-Mitte verläuft zunehmend im Sande oder endet im politischen Streit.

Einige wesentliche Projekte des ISEK laufen schlecht

Während sich beim Abenteuerspielplatz Hüller Straße einiges tut, läuft es bei anderen wesentlichen Projekten des ISEK-Wattenscheid mehr schlecht als recht:

Der Umbau des Ehrenmal-Parks kommt kaum voran. Die ersten Pläne der Verwaltung vermochten Teile der Politik nicht überzeugen und wurden im Streit zerredet. Für die Wattenscheider erscheint das so, als würde wie schon so häufig in Wattenscheid viel geredet, passieren tut aber wieder mal nichts.

Für den August-Bebel-Platz wurden drei Planungsbüros beauftragt, Vorschläge für die Umgestaltung des Platzes zu entwickeln. Die vorgelegten Planungsentwürfe konnten aber weder verwaltungsintern noch die Bürger wirklich überzeugen. Wie es weitergeht, ist offen. Ebenso, wie der von den STADTGESTALTERn vorgelegte Alternativentwurf in die Diskussionen einfließen soll. Einen transparenten, offenen Diskussionsprozess aller vorliegenden Vorschläge verfolgen bisher weder Stadtteilumbaubüro noch Verwaltung.

Der Bau des WATwurms, obwohl vom bürgerlichen Engagement der Kaufleute der Westenfelder Straße wie vieler Menschen aus Vereinen, Schulen und Kirchen, die bei der Erstellung mitmachen möchten, getragen, kommt nicht voran. Im Masterplan “Bewegte und bespielte Stadt Wattenscheid” sind 650.000 Euro für eine Spiel- und Bewegungsachse in der Innenstadt vorgesehen. Der WATwurm würde deutlich weniger kosten. Seit Februar schaffen es Stadtteilbüro und Verwaltung nicht mit den Projektinitiatoren an einen Tisch zu kommen, um sich über die erforderlichen Bauvoraussetzungen auszutauschen. Die Verwaltung sagt Termine mit immer neuen Ausreden ab oder vertröstet die Initiatoren. Weiterlesen

02 Juni

Aus dem August-Bebel-Platz einen Park machen

Der August-Bebel-Platz ist das Entree zur Wattenscheider Innenstadt. Er ist alles andere als einladend, eigentlich sogar außergewöhnlich hässlich. Daher will die Stadt ihn umgestalten. Das Land NRW hat dafür Fördermittel zugesagt. Jetzt hat die Fraktion „FDP & Die STADTGESTALTER“ im Rat der Stadt Bochum beantragt (Antrag 20181326), dass geprüft wird, ob der Platz nicht in einen Park umgewandelt werden könnte, wie es die STADTGESTALTER bereits 2015 vorgeschlagen haben (Neue Ideen für Wattenscheid 04.01.2015).

Der August-Bebel-Platz heute: überdimensioniert, öd, hässlich und laut

Der August-Bebel-Platz ist heute eine riesige überdimensionierte Kreuzung, 12.700 qm groß. Zum Vergleich der alte Markt hat nur eine Fläche von 3.000 qm. Seit die Hoch- und Bochumer Straße durch die Hansastraße als Hauptverkehrsachse ersetzt wurde, hat sich der Verkehr auf dem Platz deutlich reduziert. Nach wie vor ist der der Hauptknotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr in Wattenscheid.

Aufgrund der uneinheitlichen Randbebauung und der übermäßigen Größe, lässt sich der Platz als solcher kaum nutzen. Auf einer riesigen gepflasterten Fläche würden sich die Menschen verlieren.

Vom Platz zum Park

Daher hatten die STADTGESTALTER vor 3 Jahren vorgeschlagen den Platz zu einem Park umzugestalten (Plan des neuen Parks). Um den neuen Park zu einem attraktiven und belebten Ort am Eingang der Innenstadt zu machen, soll der Verkehr bis auf Straßenbahnen und Busse über die Voedestraße Richtung Hansastraße umgeleitet werden. Für die wegfallenden Parkplätze kann an der Nordseite des Platzes ein offenes Parkhaus errichtet werden. Weiterlesen

12 Mai

Neuer Wohnraum für 1.000 Menschen

Das Viertel um den Centrumplatz, die Wattenscheider Heide entwickelt sich seit Jahren negativ. Eine Kehrtwende ist dringend notwendig. Die STADTGESTALTER schlagen jetzt die Umwandlung des Selgros-Gelände und der Sportanlage Dickebankstraße in ein neues Wohngebiet vor. Darüber hinaus soll der Centrumplatz zu einem zentralen Stadtplatz mit Bürgerhaus umgestaltet werden.

Wattenscheider Heide – ein Stadtviertel im Niedergang

Schon 2010 stellte der Untersuchungsbericht zur Wattenscheider Quartiersentwicklung fest (Kooperative Quartiersentwicklung Bochum, Schlussbericht 2010 Wattenscheid), dass im Stadtviertel Wattenscheider Heide eine große Anzahl Menschen ohne Arbeit lebt. Im Viertel herrschten Problemlagen in sozial-kultureller aber auch baulicher Hinsicht, da die Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund und vergleichsweise geringem Einkommen relativ hoch ist. Die beschriebene soziale Schieflage hat sich in den letzten Jahren leider weiter verschärft.

So hat der hohe Leerstand von Ladenlokalen auf der Bochumer Straße weiter zugenommen. „Die geringe Kaufkraft im Stadtteil hat Auswirkungen auf den Erhalt der bestehenden, teils historischen, Baustruktur. Viele Gebäude stammen zum Teil noch aus der Jahrhundertwende, weisen allerdings auch häufig Sanierungsbedarf auf“ (Kooperative Quartiersentwicklung Bochum, Schlussbericht 2010 Wattenscheid).

Im Untersuchungsbericht zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Wattenscheid-Mitte (ISEK) wird die Wohnlage entlang der Bochumer Straße als „besonders bedenklich“ beschrieben (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für Bochum-Wattenscheid, 2015).  Weiter heißt es „Der sich seit mehreren Jahren abzeichnende Trading-Down-Prozess nimmt immer mehr Gestalt an: Neben Ein-Euro-Shops, Spielhallen, Kiosken und Imbissen haben sich vermehrt Second-Hand-Geschäfte oder verschiedene Kleingewerbebetriebe angesiedelt. Zahlreiche Ladenlokale stehen leer oder sind teilweise unfachmännisch als Wohnraum umgenutzt worden. Lediglich punktuell finden sich im Umfeld der Straßenbahnhaltestellen wie z. B. am Centrumplatz einzelne Nahversorgungsanbieter (Kiosk, Bäckerei, Metzger) oder eine Bankfiliale. Die Funktion eines ansprechenden, einladenden Stadtteilentrees und einer guten Wohnlage erfüllt dieser Straßenzug nicht mehr.“ Weiterlesen