31 Aug

Strategie zur Belebung der Bochumer Innenstadt

Die Corona-Krise führt in der Innenstadt zu einer Beschleunigung der schon bisher erkennbaren negativen Entwicklungstendenzen zu mehr Leerständen und Verödung. Die Geschäftsleute sagen, sie stehen mit dem Rücken zur Wand. In drei Bereichen muss schnell was passieren, damit eine fortschreitende Verödung der Innenstadt aufgehalten werden kann.

In der Zukunft wird der Einzelhandel keine dominante Rolle mehr in den Fußgängerzonen der Stadt spielen. das betonen auch der Geschäftsführer der „Bochum Wirtschaftsentwicklung“ Ralf Meyer und der Baudezernent Markus Bradtke immer wieder. “Funktionierende Innenstädte basieren auf einem vitalen Nutzungsmix ohne reine Einzelhandelsdominanz. Schauen Sie sich südeuropäische Städte an: Sie glänzen aufgrund ihres kulturellen Angebotes und der besonderen Aufenthaltsqualität durch attraktive Plätze und vielfältige Gastronomie.”, erklärt Markus Bradtke die Richtung der Stadt, in die sich die Bochumer Innenstadt entwickeln soll (An einem Strang ziehen, 25.06.20).

Kostenfreies Parken in der Innenstadt wird keinen nennenswerten Effekt haben

Doch getan hat sich in dieser Richtung lange viel zu wenig. Bis vor wenigen Jahren galt die Verbesserungen der Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto als Allheilmittel, um die City als Shoppings-Standort attraktiv zu machen. Doch diese Strategie hat sich als unwirksam erwiesen. Die immer wieder im Zusammenhang mit den Maßnahmen versprochene Belebung der City konnte nicht erreicht werden.

Die Versäumnisse einer über vier Jahrzehnte in die falsche Richtung gelaufenen Politik. lassen sich jedoch nicht in ein paar Jahren beheben. Die Neuausrichtung der Innenstadt benötigt viel Zeit und ein Umdenken. Doch in der Corona-Krise fallen Politik und Einzelhändler wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Jetzt meinen die Handelnden mit stundenweisem kostenfreien Parken Leerstände und Verödung aufhalten zu können. Dieser Aktionismus wirkt hilflos und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die ziellose und einseitige Subventionierung der Autokunden zu nennenswert mehr Umsatz in der Innenstadt führen wird. Bis auf wenige Ausnahmen werden Kunden bezuschusst, die ohnehin mit dem Auto in die Innenstadt gekommen wären. Das jetzt bereit gestellte Geld wird allerdings demnächst für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen fehlen.

Um die Innenstadt zu beleben, sollten sich die Aktivitäten von Stadt, Politik und Einzelhandel stattdessen auf drei ganz andere Bereiche konzentrieren:

1. Kunden, die nicht mit dem Auto kommen wollen, als Kunden gewinnen

Während in Innenstädten, die erfolgreich sind, ein wesentlicher Teil die City von Kunden zu Fuß oder mit dem Rad erreicht wird, ist das in Bochum nicht der Fall, Hier kommen 38% der Kunden mit dem Auto und eben so viel mit dem ÖPNV in die Innenstadt (Grafik, wie kommen die Kunden in die Bochumer Innenstadt). Der Innenstadt fehlen all jene Kunden, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Innenstadt kommen würden, wenn es denn attraktive Wege in die City gäbe. Die jetzt aber ins Auto steigen und wenn sie da schon mal drin sitzen, dann doch gleich zu den Einkaufs- und Discounterzentren der Umgebung oder in die Nachbarstädte fahren, weil die, wenn man schon das Auto nutzen muss, ebenso leicht zu erreichen sind.

Wie die Menschen in die Bochumer innenstadt kommen

Gleichzeitig zeigen alle Studien der letzten Jahre, Kunden die das Rad zum Einkaufen nehmen oder zu Fuß kommen, sind sie die treueren Kunden, sie geben mehr aus und kommen immer wieder (Mit dem Fahrrad zum Einkaufen), sie fahren nicht in die Discounter- und Einkaufszentrum außerhalb der Wohngebiete. Diese Kunden haben die Kaufleute der Innenstadt bisher sträflich vernachlässigt. Sie fehlen heute der Innenstadt. Mit ihrer autofixierten Politik vermitteln die Einzelhändler bisher den Eindruck, sie wollten diese Kunden auch gar nicht. Es sollten doch bitte alle mit dem Auto kommen.

Befragung zur Bürgerkonferenz 2019

Auch die Befragungen auf der Bürgerkonferenz zeigen deutlich, die Bochumer Bürger wollen vermehrt mit dem Rad und zu Fuß einkaufen, (Ergebnisse Bürgerkonferenz 2019),

Trotzdem fordern die Bochumer Einzelhändler statt schnelle Maßnahmen, dass Fußgänger und Radfahrer die Innenstadt besser erreichen können, freies Parken für die Autokunden, Dabei ist auch in Bochum längst sichtbar, wo die Zukunft der Innenstadt liegt: Während die Parkhäuser nur halbvoll sind, quellen die Radabstellanlagen über.

Die Lage ist sehr eindeutig, in den deutschen Städten, wo viele Menschen mit Rad und zu Fuß in die City kommen, gibt es die Probleme in der Dramatik wie in autofixierten Städten im Einzelhandel nicht. Werden dagegen Maßnahmen zur besseren Erreichbarkeit der Innenstädte mit dem Rad und zu Fuß und weniger Autoverkehr im Innenstadtkern getroffen, steigt überall auf der Welt der Umsatz (Walking & Cycling, Global Evidence). Zuletzt hat das eine Studie in London ergeben, in den Stadtteilen Londons, die nach niederländischem Vorbild besonders fahrradfreundlich umgestaltet wurden, stiegen die Einzhandelsumsätze um bis zu 30% (Walking & Cycling, the economic benefits), kaum wurde die Innenstadt in Madrid verkehrsberuhigt stiegen ebenfalls die Umsätze (Weniger Autos = mehr Umsatz für die Läden im Stadtzentrum, vom 15.04.2019). Nach massivem Widerstand gegen die Superblocks in Barcelona, mussten die Einzelhändler feststellen, dass sie die Gewinner der Verkehrsberuhigungen waren, in den verkehrsberuhigten Bereichen der Superblocks nahm die Zahl der Geschäfte und Lokale um 30% zu (Superblocks und Geschwindigkeits-Grenzen, vom 26.01.20).

Globale Studien, Mehr Fuß- und Radverkehr erhöht den Umsatz des Handels

Die Bochumer Innenstadt muss also dringend Maßnahmen ergreifen, um die Kunden zu gewinnen, die in die Innenstadt mit dem Rad oder zu Fuß kommen wollen. Die Innenstadt muss für Fußgänger und Radfahrer gut und attraktiv erreichbar sein, nicht nur für Auofahrer. Auch im Bereich des ÖPNV gibt es Verbesserungsbedarf, aus einigen Stadtteilen ist die Erreichbarkeit immer noch mäßig bis schlecht (u.a. Werne, Günnigfeld, Leithe, Stiepel).

Innerhalb des Innenstadtrings sollte bei guter Erreichbarkeit der Parkhäuser die Innenstadt autofrei werden. Innerhalb des Ring sollte nur noch Anwohner-, Anliefer- und öffentlicher Verkehr erlaubt sein.

Der Radschnellweg, mit potentiell 5.000 zusätzlichen radfahrenden Kunden, sollte direkt durch die Innenstadt geführt werden.

Der Innenstadtring sollte, sofern das verkehrstechnisch möglich ist, zur Einbahnstraße gegen den Uhrzeigersinn werden. Dann könnten die inneren Fahrspuren zu einer Grünzone mit Flanier- und Radwegen umgestaltet werden.

Die Kaufleute der Innenstadt sollten aufhören, den Eindruck zu vermitteln, dass für sie nur Menschen, die mit dem Auto kommen, als Kunden zählen und sie eine Politik verfolgen, bei der Autokunden zum Nachteil von allen anderen Verkehrsteilnehmern bevorzugt werden. Mit dieser einseitigen Haltung lassen sich Kunden, die zu Fuß oder mit dem Rad in die Innenstadt kommen wollen, kaum gewinnen.

2. Mehr Attraktivität, Flair und Ambiente

Alle Kundenbefragungen zeigen, entscheidender Faktor dafür, ob Menschen in Innenstädte kommen, sind Aufenthaltsqualitöt sowie Flair und Ambiente (Vitale Innenstädte IFH Köln). In Bochum zeigte die Befragung durch die Werbegemeinschaft iBO, dass die Innenstadt in diesem Bereich weiterhin schlecht aufgestellt ist. Bei den Wohlfühlfaktoren für die Plätze und Orte zum Verweilen in der Innenstadt gab es von den Kunden nur die Note 3,7 (Umfrage zur Qualität der Bochumer Innenstadt).

Die Umgestaltungspläne für die Plätze der Innenstadt sind bisher nicht ambitioniert genug. Die STADTGESTALTER haben fünf besondere Plätze für die Innenstadt vorgeschlagen. (Fünf besondere Plätze für die Innenstadt). Zwar wird jetzt der Husemannplatz nach einem überzeugenden Entwurf umgestaltet, doch für die anderen Plätze liegen bisher keine konkreten Umgestaltungspläne vor. Für den Rathausplatz gibt es aus der Politik bisher nur vage Signale, dass man eine Umgestaltung für erforderlich hält Der Dr. Ruer-Platz soll zwar umgebaut werden, im Mittelpunkt steht dabei aber nicht eine bessere Gestaltung, sondern die Abtragung der Deckschicht über dem Parkhaus, um die Parkhausdecke statisch zu entlasten. Die Schaffung des Propstei-Platzes auf der Kreuzung Brück-, Große-Beck- und Untere Marktstraße (Ein neuer Platz für Bochum) wurde schon vielfach angedacht, an ernsthaften Bemühungen zur Umsetzung fehlt es leider bis heute. Auch beim Platz an der Einfahrt zum Bongard-Boulevard vom Hauptbahnhof aus, tut sich bisher nichts. Der Platz gleicht einer Pflasterwüste, die Eingangssituation für Fußgänger aus Richtung Bahnhof ist untragbar. Menschen die zu Fuß kommen, müssen sich über einen kaum 2 Meter breiten Flaschenhals kämpfen, um auf einen.über 30 Meter breiten Platz zu kommen.

Der versprochene Innenstadtspielplatz, gerne mit Schaukeln für alle entlang des Boulevards nach dem Vorbild der Innenstadt in Montréal (Schaukeln für alle in der Innenstadt von Montréal), lässt weiterhin auf sich warten. Seit 2015 will die Stadt dieses Projekt umsetzen. Konkretes hat sich auch hier bisher nicht getan.

Weitere wichtige Maßnahmen zur Verbesserung von Flair und Ambiente in der Innenstadt wäre eine Begrünungsoffensive für die Innenstadt. Die Menschen wünschen sich mehr Grün in der Stadt, auch in der Innenstadt. Eine Maßnahme dazu wäre die Einrichtung eines Pocketparks entlang der Unteren Marktstraße an der Propstei-Kirche, wie ihn die STADTGESSTALTER vorgeschlagen haben (Ein neuer Platz für Bochum )

Dazu würde die bereits dargestellte Einrichtung der autofreien Zone innerhalb des Innenstadtrings und die Ausstattung des Innenstadtrings mit einer Grünzone, wenn der Ring zur Einbahnstraße würde, zu einer deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der City beitragen.

Auch die von der Werbegemeinschaft der Innenstadt (iBO) voran getriebene Gestaltungssatzung, wird helfen das Stadtbild der Innenstadt mittel- bis langfristig positiv zu verändern. Wünschenswert wäre, dass die iBO sich deutlicher positioniert und sich auch öffentlich vermehrt für konkrete Umgestaltungsprojekte klar und deutlich ausspricht.

3. Unverwechselbare Highlights für die Innenstadt

Eine Innenstadt lebt auch von Menschen, die aus anderen Städten in die Innenstadt gelockt werden. Dazu benötigt die Innenstadt Dinge, die sie unverwechselbar und einzigartig machen. Ein solches Highlight wird die Markthalle im Haus des Wissens werden (Im Telekomblock entsteht der spannendste Ort der Stadt). Diese Idee hatten die STADTGESTALTER maßgeblich vorangetrieben. Die Makerspaces im Haus des Wissens, also die Orte, wo Menschen sich in Ton-, und Videostudios, Gaming-Zonen, an 3D-Druckern, Maschinen zum Handwerken und anderen kreativen Räumen ausleben und entfalten können, werden zu einem einzigartigen Anziehungspunkt werden.

Darüber hinaus braucht die Innenstadt weitere Highlights, die die Innenstadt von Bochum bekannt und zu einem unverwechselbaren Ort machen. Der von den STADTGESTALTERn vorgeschlagene Dachpark (Innenstadt-Dachpark – Aufbruch in die 3. Stadtdimension) wie die Seilbahn zum Ruhrpark bzw. zur Ruhr-Universität (Seilbahn – Rückgrat der Bochumer Universitäts- und Hochschullandschaft) könnten solche Attraktionen sein, die Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet dazu veranlassen, in die Bochumer Innenstadt zu kommen.

Zusätzliches Innenstadt-Programm erforderlich, um die Umgestaltung zu beschleunigen

Die Maßnahmen des Innenstadtumbauprograms Innenstadt (ISEK) werden auch angesichts der Corona-Krise nicht ausreichen, um die Innenstadt zu beleben. Auch wird die Umsetzung aufgrund der Fördervorgaben viel zu lange dauern. Die Stadt muss daher ein zusätzliches Programm mit eigenen und zusätzlichen Maßnahmen auflegen um den Umgestaltungsprozess der Innenstadt deutlich zu beschleunigen.

Jedes Abwarten und Zögern wird die Einzelhandelsstrukturen, wie es sie aktuell noch gibt, unwiderbringlich weiter schädigen. Der Einzelhandel wird zukünftig die City nicht mehr dominieren, aber er wird auch weiterhin ein wesentlicher Grund sein in die Innenstadt zu kommen. Noch haben wir es in der Hand den Strukturwandel in der Innenstadt selbst zu gestalten, nehmen die Leerstände und Trading-Down-Effekte dagegen Überhand, wird man die Entwicklung kaum mehr steuern und zurück drehen können.

23 Aug

upBUS – Mit schwebenden Seilbahnbussen direkt vor die Haustür fahren

Mit der Seilbahn zur Innenstadt oder zur RUB, wo die Seilbahnkabinen auf ein Fahrmodul gesetzt und zu Shuttlebussen werden, die die Fahrgäste ohne Umsteigen direkt zu den Punkten in der City oder auf dem Campus fahren, wo diese hin wollen. Zwei Ideen, die die STADTGESTALTER schon seit einigen Jahren verfolgen, lassen sich jetzt technisch kombinieren.

Das Konzept wurde von Wissenschaftlern der RWTH-Bochum entwickelt und heißt upBUS (Videoanimation). “UpBUS ist ein hybrides Mobilitätskonzept, bei dem ein Fahrzeug zwischen einer Luftseilbahn und einem autonomen Busbetrieb wechselt. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Verbindung zwischen einem Seilbahnsystem und bodengestützten Systemen wie Bussen, bei denen die Fahrgäste aussteigen müssen, können die Fahrgäste beim Hybridfahrzeug in der Kabine bleiben” (upBUS-Prinzip).

upBUS – Visualisierung

Wie würde der upBUS in Bochum funktionieren?

Bezogen auf die Bochum und die Innenstadt würde das bedeuten, Shuttle-Busse fahren Menschen zu allen möglichen Punkten in der Innenstadt oder holen sie von da ab, Die Shuttles können dann zu einer Seilbahnstation fahren, dort wird die Fahrgastkabine vom Fahrmodul getrennt und an das Seil gehängt. Über die Seilbahn wird die Kabine auf direktem Weg zu einer Station in einem anderen Stadtteil gefahren. An der Zielstation kann die Kabine wieder auf ein Fahrmodul gesetzt werden, es entsteht wieder ein Shuttle, das die Fahrgäste dann umsteigefrei bis nach Haus bringt.

Shuttle-Bus Systeme haben die STADTGESTALTER bereits für die Innenstadt (Selbstfahrende Mini-Shuttle für die Innenstadt) und Werne vorgeschlagen (Drei Vorschläge für Werne), dazu ein Seilbahn-Netz, dass die Innenstadt, mit Ruhr-Universität (RUB)/ Hochschule, Langendreer, dem Ruhrpark und dem Kemnader See verbindet (Seilbahn – Rückgrat der Bochumer Universitäts- und Hochschullandschaft), Mit dem upBUS-System lassen sich diese Vorschläge verbinden. Die Shuttle, die auf Seilbahnkabine und Fahrmodul entstehen, könnten auch in Langendreer, an RUB und Hochschule wie am Kemnader See die nähere Umgebung erschließen. So könnten von der Seilbahnstation zwischen RUB und Hochschule die Shuttle die Fahrgäste weiter bis direkt zu den Gebäuden der RUB, der Hochschule, zum botanischen Garten und zum Unicenter wie zur Hustadt bringen. Am Kemnader See könnten die Shuttle weiter zum Freizeitbad Heveney, nach Heven oder zum Kemnader Hafen fahren.

Seilbahnnetz Bochum – Die STADTGESTALTER

Die Menschen können die Shuttle-Busse via App, Internet oder Telefon nach Bedarf vor die Haustür bestellen, von dort werden sie dann abgeholt und ohne die Fahrgastkabine verlassen zu müssen via Seilbahn und Shuttle bis zum Zielort gefahren. Umständliches und zeitaufwendiges Umsteigen entfällt. Das Fahren wird nochmal deutlich bequemer und die Fahrtzeiten verkürzen sich.

Modellprojekt upBus

Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie für ein Verkehrskonzept Bochum Süd-Ost erstellt, bei dem ebenfalls untersucht wird, ob eine Seilbahnverbindung von RUB und Hochschule bis nach Langendreer und dem neuen Innovationsquartier der RUB auf dem Gelände Mark 51°7 als Kern des zukünftigen Seilbahnnetzes enstehen soll. Wichtig wäre, bei diesen Untersuchungen bereits die neuen Möglichkeiten, die das upBUS-System bietet, mit zu berücksichtigen. Auch zur Erschließung des weitläufigen Geländes Mark 51°7 und des benachbarten Stadtteils Laer wären die Shuttle ideal geeignet.

In Bochum könnte eine Modellstrecke für das neue upBUS System entstehen. die Stadt könnte sich auf diese Weise als Technologie-Vorreiter präsentieren.

03 Aug

Eine Idee für mehr Radabstellplätze für die überfüllte Radstation am Hauptbahnhof

Überall in der Innenstadt, besonders am Hauptbahnhof, fehlen in Bochum Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, die Fahrradstation ist überfüllt. Bisher waren Verwaltung und Politik nicht bereit, das Problem zu lösen, doch jetzt scheint sich etwas zu bewegen.

Bereits im Juli 2019 beklagte die Fraktion “FDP & Die STADTGESTALTER” im Anschluss an eine Ortsbegehung mit dem Betreiber VIA in einer Anfrage (20192026), dass die Radstation am Bochumer Hauptbahnhof stark überlastet sei und die Station nicht mehr dem üblichen Standard entspricht. Für eine weitere Attraktivierung des Radverkehrs sei eine Ausweitung der Kapazität und des Angebotes erforderlich. Dazu sei eine Integration in eine Mobilitätsstation in Bahnhofsnähe sinnvoll.

Die Verwaltung bestätigte zwar in Ihrer Antwort (20192487) die beschriebenen Missstände. Doch bis heute wurden von der Stadt keine Anstrengungen unternommen, das Problem zu lösen. Der in der Anfrage gemachte Vorschlag die fehlenden mindestens 50 Abstellplätze auf 6 PKW-Stellplätzen direkt mit Hilfe von Radabstell-Containern vor der Radstation  zu schaffen (Visualisierung), wurde von der Verwaltung mit der Begründung abgelehnt, dass die Kurzzeitparkmöglichkeiten für 6 Autos wichtiger einzuschätzen seien als Abstellmöglichkeiten für 50 Fahrräder.

Politik sah bisher keinen Anlass das Problem zu lösen, die Verwaltung hat dafür keinen Plan

Auch die Politik sah bis vor kurzem keinen Handlungsbedarf. Der Grüne Sebastian Pewny erklärte in der Online-Diskussion der Radwende am 25.04. (Video) noch, dass die Politik für den Hauptbahnhof aktuell keine weiteren Maßnahmen für notwendig erachte, da im neuen Parkhaus P7 des geplanten City-Towers neben dem Hauptbahnhof ein Radparkhaus entstehen solle. Was er dabei unerwähnt ließ, dass im neuen P7 Abstellmöglichkeiten für nur 170 Räder entstehen sollen und das mit einer Fertigstellung des Parkhauses nicht vor 2023 zu rechnen ist. Mit dem Bau wurde bis heute nicht mal begonnen.

Die Überfüllung der Radstation noch mindestens weitere 3 Jahre hinzunehmen, ohne Abhilfe zu schaffen, kann allerdings nicht im Sinne des weiter sichtbar zunehmenden Radverkehrs in der Stadt sein. Angeregt durch den STADTGESTALTER Tim Ehlhardt, berichtete die WAZ im Juni über die unhaltbaren Zustände in der Radstation (WAZ vom 25.06.20). Im WAZ-Beitrag beklagt sich der Betriebsleiter der Radstation, dass man immer wieder Kunden wegschicken müsse: „Wir haben uns über die Zeit einen so guten Namen erarbeitet. Den machen wir uns jetzt kaputt, obwohl wir da nichts für können.“ Die Stadt musste im gleichen Beitrag eingestehen, man habe keine Pläne, das Problem zu lösen.

Endlich bewegt sich was, Politik fordert eine Erweiterung der Radstation

Doch im Nachgang zu dem Beitrag scheint sich endlich was zu tun. Die Radwende nahm den Vorschlag der STADTGESTALTER auf und forderte aufgrund des akuten Platzmangels in der Radstation ein schnelles Handeln ein, so könnten zum Beispiel drei bis vier Pkw-Parkplätze auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes in Stellflächen für Fahrräder- gegebenenfalls sogar über mehrere Etagen – umgewandelt werden (WAZ vom 30.07.20).

Auf einmal sieht auch der SPD-Kandidat für den Stadtrat, Jens Matheuszik, Handlungsbedarf. “Da muss was gemacht werden,” erklärt er auf Twitter, auch die 170 Stellplätze im neuen Parkhaus P7 würden für die Zukunft nicht ausreichen (Twitter).

Auch der Grüne Sebastian Pewny änderte angesichts des Kommunalwahlkampfs seine Position. Auf einmal sind auch für ihn die im P7 geplanten, neuen Radstellplätz viel zu wenige und die Grünen fordern “als Minimum” gleich 1.000 neue Stellplätze auf dem Buddenbergplatz (WAZ vom 31.07.20). Damit greifen die Grünen die Idee der STADTGESTALTER auf, die bereits 2018 den Vorschlag gemacht hatten auf dem Buddenbergplatz im Rahmen einer Mobilitätsstation ein entsprechend dimensioniertes Radparkhaus zu errichten (Buddenbergplatz – Vom Platz zu Mobilitätsstation).

Langfristig Mobilitätsstation auf dem Buddenbergplatz, kurzfristig Radabstell-Container vor der Radstation.

Der Bau eines Radparkhaus auf dem Bubenbergplatz sollte langfristig das Ziel sein. Für die Jahre bis dahin muss aber eine andere, schnell umzusetzende Lösung her. Die sollte in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Radstation entstehen, damit die Mitarbeiter der VIA, die derzeit die Radstation betreiben, die neuen Radabstellplätze neben den bestehenden gleich mit bedienen können. Ein zweiter Standort der Radstation am Buddenberplatz ist keine gute Lösung, der Weg durch den Bahnhof zwischen beiden Standorten wäre zu lang. Ein effektiver Betrieb der Station wäre nicht mehr möglich. Die Mitarbeiter würden zu viel Zeit damit verbringen zwischen den beiden Standorten hin und her zu laufen, die fehlt dann, um sich um die Belange der Kunden zu kümmern.

Der von der Radwende unterstützte Vorschlag der STADTGESTALTER hat diesen Nachteil nicht. Auf 3 bis 6 PKW-Stellplätzen direkt vor der Station werden Container aufgestellt, die mit einem von der Radstation beaufsichtigten Abstellsystem ausgerüstet werden. Die Räder werden auf zwei Ebenen untergebracht (Bild). Die Container, in denen sich die Anlage befindet, können an der Frontseite mit einem automatisierten Roll- oder Hubtorsystem geöffnet werden, das den Abstellern einen Zugriff auf ihre Räder auch außerhalb der Betriebszeiten der Radstation ermöglicht.

Mit einem solchen System lassen sich kurzfristig zusätzlich mindestens 50 Räder, falls erforderlich durch eine Erweiterung auch über 100 Räder direkt an der Radstation unterbringen. Die für die Container entfallenden Kurzzeitparkplätze können durch die Einrichtung von Kiss + Ride -Stellplätzen im Buddenbergplatz-Parkhaus (P6) kompensiert werden (Kiss + Ride am Bochumer Hauptbahnhof testen). Von dort ist es zu den Gleisen nicht länger als von den entfallenden Parkplätzen vor dem Hauptbahnhof.

Wichtig ist, dass jetzt schnell, noch vor der Kommunalwahl, gehandelt wird. Der aktuelle Zustand ist für eine Stadt, die vorgibt eine Verkehrswende umzusetzen, untragbar und wurde schon viel zu lange geduldet.

26 Jul

Die Bürgerbeteiligung in Bochum auf ein neues Niveau heben

Bürgerbeteiligung gibt es in Bochum bei vielen Projekten, doch bisher geht es meist allein darum, dass die Bürger Meinungen und Vorschläge vorbringen, die dann viel zu häufig nur abgeheftet werden. Dass die Bürger wirklich mitbestimmen, ist bisher nicht möglich.

In Sachen Bürgerbeteiligung hat sich in Bochum einiges getan

Einiges hat sich in Bochum an der Bürgerbeteiligung verbessert. Eine digitale Beteiligung ist möglich, es gibt für größere Projekte, wie jetzt den Radschnellweg RS1 (Bürgerbeteiligung RS1)  mmer Internetseiten, auf denen die Bürger Meinungen und Ideen absetzen können. Ob und inwieweit die Berücksichtigung finden, ist allerdings wenig nachvollziehbar.

Auch konnten in letzter Zeit zum ersten Mal bei Projekten (Gerthe-West und Neues Bahnhofsquartier Wattenscheid) Bürgervertreter von Bürgerintiintiativen in die Empfehlungsgremien entsandt werden, die die Entwicklung dieser städtischen Bebauungsprojekte begleiten sollen. Eine feste, institutionalisierte Regelung, die zu jedem größeren Projekt ein Bürgerbegleitgremium vorsieht, gibt es bisher aber nicht. Das genau fordert das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung und befindet sich zu diesem Thema auch in Diskussionen mit der Verwaltung und dem Stadtbaurat. Die STADTGESTALTER unterstützen das Anliegen und haben bereits einen Vorschlag gemacht wie ein solches Gremium aus Bürgern aussehen könnte, das solche Vorhaben begleitet (Grafik Organisation Bürgerbegleitgremium).

Auch wird es bald auf der Internetseite der Stadt eine Liste der Vorhaben geben, die die Stadt beabsichtigt umzusetzen, bzw. derzeit realisiert, SO wie dies von der Fraktion “FDP & Die STADTGESTALTER” 2019 beantragt wurde (Antrag 20190151). Dann finden die Bürger alle Informationen, Pläne, den zuständigen Ansprechpartner, den politischen Entscheidungsverlauf, den aktuellen Sachstand und die vorgesehene Bürgerbeteiligung auf einen Blick zu jedem Vorhaben im Internet. Auf den Internetseiten der Stadt Freiburg kann man sich ansehen, wie das aussehen wird: Interaktive Vorhabenliste Freiburg.

Wie andere Städte zeigen, geht in Sachen Bürgerbeteiligung aber noch viel mehr. Nicht nur sollte die Bürgerbeteiligung noch digitaler werden, damit mehr Bürger erreicht werden und rechtzeitig auf Vorhaben, die sie betreffen, aufmerksam werden, sondern es müssen auch mehr richtige Mitbestimmungsmöglichkeiten geschaffen werden, sowie bessere Möglichkeiten, dass Bürger eigene Vorschläge zur Abstimmung stellen können und verbindliche Möglichkeiten haben bei Entscheidungen Veränderungen zu bewirken.

Die Bürgerbeteiligung auf ein neues Niveau heben

Die Stadt sollte nach Ansicht der STADTGESTALTER in den nächsten 5 Jahren die Bürgerbeteiligung auf ein neues Niveau heben, so wie es auch der Verein “Mehr Demokratie” formuliert (Consul – Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter). Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Welche man davon nutzen will und welche nicht, das muss nach einer ausführlichen Diskussion zwischen Politik und Bürgern entschieden werden.

Die Ausweitung von Bürgerbeteiligung sollten in einer Stadt Schritt für Schritt erfolgen. Denn wie man Bürgerbeteiligung und mehr Mitbestimmung gestaltet und wie man sie als Bürger wahrnimmt, müssen sowohl Politik und Verwaltung wie die Bürger erst lernen.

Eine Bürgerbeteiligung ist um so erfolgreicher desto mehr Bürger sich an den Beteiligungsformaten beteiligen. Das passiert nicht von heute auf morgen. Dazu ist auch ein neues Denken in der Politik und Verwaltung wie bei den Einwohnern der Stadt nötig, Bei den Einwohnern der Stadt muss die Bereitschaft steigen, sich mit Stadtpolitik intensiver zu beschäftigen, und sich vermehrt aktiv einzumischen wie zu beteiligen und das nicht nur da, wo es einen selbst unmittelbar betrifft. Politik und Verwaltung wiederum müssen bereit sein, mehr Beteiligung und Mitbestimmung zuzulassen und Entscheidungskompetenzen abzugeben.

Eine Software und Plattform für Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung

Im nächsten Schritt stellt sich die Frage, wie kann die Stadt, insbesondere technisch, eine vermehrte Beteiligung und Mitbestimmung der Bürger organisieren. Dazu schlägt der Verein Mehr-Demokratie die Nutzung einer spezielle Software vor, die besonders in Spanien und Lateinamerika weit verbreitet ist, aber auch schon in Paris und New York genutzt wird (Consul).

Die modular aufgebaute und kostenfreie Software hat 5 Säulen (Dossier Consul):

1. Vorschläge – Bürger können Ideen für neue Regelungen oder Aktionspläne, die in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung fallen, einbringen und unterstützen. Erreichen sie ein gewisses Quorum, wird darüber abgestimmt.

2. Abstimmungen – Es kann sowohl über Vorschläge von Bürgern als auch von Institutionen abgestimmt werden. Außerdem ist es möglich, das gesamte Stadtgebiet oder nur bestimmte Bezirke einzuschließen.

3. Bürgerhaushalte – können Ausgabenvorschläge für Teile des städtischen Budgets machen, um Projekte in der Stadt umzusetzen. Die Vorschläge, die die meisten Stimmen erhalten, werden umgesetzt. In Madrid etwa bestimmten die Bürgerinnen und Bürger über 100 Millionen Euro.

4. Debatten – Die Software bietet eine Diskussionsplattform, die nicht zu einer direkten Entscheidungsfindung führt, sondern der Stadt Zugang zur öffentlichen Meinung verschafft und den Bürgern die Möglichkeit gibt sich untereinander auszutauschen und ihre Erfahrungen einzubringen.

5. Kollaborative Gesetzgebung – Aktive Beteiligung der Bürger an der Ausarbeitung von Regelungen und Aktionsplänen. Regelungstexte können kommentiert und diskutiert werden.

Was muss die Stadt tun, damit mehr Beteiligung und Mitbestimmung möglich ist?

Um eine derartige Software zu nutzen und darüber Beteiligung und Mitbestimmung zu organisieren, muss die Politik ganz viele Entscheidungen treffen: Auf welchen Politkfeldern sollen die Bürger in welcher Form mitbestimmen bzw. beteiligt werde? In welchen Bereichen können Vorschläge, welcher Art eingebracht werden? Welche Quoren sind vorzusehen? Werden die Ergebnisse von Bürgerabstimmungen als verbindlich oder nur als Empfehlung angesehen, über welchen Teil des Bürgerhaushaltes sollen Bürger entscheiden? Was für eine Software und Plattform soll genutzt werden? In welcher Weise sollen die Beteiligungsprozesse in der Hauptsatzung der Stadt verankert werden? Und das sind nur einige wichtige Fragen, von ganz vielen mehr, auf die die Politik eine Antwort finden muss, wenn sie die Bürgerbeteiligung auf ein höheres Niveau in Richtung mehr Mitbestimmung heben will.

Aber ehe sich all diese Fragen ergeben, muss die Stadtpolitik zunächst die Grundsatzentscheidung treffen, ob und inwieweit sie Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung in Bochum auf ein neues Niveau heben will. Die STADTGESTALTER schlagen vor, dass der neue Stadtrat 2020 beschließt, eine Bürgerbeteiligungsplattform einzurichten, mit der genau dieses Ziel erreicht werden kann.

22 Jul

Ein Wegenetz für Elektromobile für ältere und gehbehinderte Menschen

In den Niederlanden sieht man sie überall. Ältere Menschen, die sich mit Elektromobilen oder Elektroscootern durch die Stadt bewegen. In Bochum ist das bisher oft nicht möglich. Es fehlt ein Radwegenetz und Bordsteinabsenkungen, auch sind viele Kreuzungsbereiche so zugeparkt, dass die E-Mobile nicht durch kommen.

Senioren-Elektromobile und Krankenfahrstühle ersetzen die Beine immer dann, wenn die Füße nicht mehr wollen. Sie werden nicht nur von Senioren genutzt, sondern auch von Menschen mit Gehbehinderungen. Mit einem 6 km/h Scooter, der teilweise auch von der Krankenkasse finanziert wird, darf nur auf Rad- und Gehwegen gefahren werden, mit Elektromobilen ab 10 km/h dürfen – neben Fußwegen und Radwegen (bei entsprechender Freigabe) – auch Straßen befahren werden. Elektromobile (einsitzig) bis max. 15 km/h haben eine Einstufung als Krankenfahrstuhl und sind immer führerscheinfrei.

Für Senioren bedeutet ein E-Mobil ohne Hilfe jeden Ort der Stadt zu erreichen

Für Senioren und andere Menschen, deren Beine keine längeren Wege zu Fuß zu lassen, ist ein E-Mobil also eine wichtige Hilfe, die eine eigenständige Mobilität erlaubt. Doch in Bochum sieht man diese Mobile nur sehr selten. In den Städten der Niederlanden fahren insbesondere Senioren überall damit durch die Stadt. Das Problem in Bochum, in der Stadt lassen sich die E-Mobile auf viel zu wenigen Wegen nutzen. An ganz vielen Stellen sind die Gehwege zu schmal oder in einem so schlechten Zustand, dass sie sich nicht von E-Mobilen befahren werden können. Baumwurzeln, angehobene Gehwegplatten und andere Hindernisse versperren die Wege. Auch fehlen an vielen Kreuzungen Bordsteinabsenkungen, ohne die die Mobile nicht auf oder vom Gehweg runter fahren können. Gibt es die Absenkungen, parken nicht selten Autos davor. Kreuzungsbereiche werden in Bochum an vielen Stellen regelmäßig zugeparkt, geahndet wird das bisher in Bochum nichts. Es fehlt die Erkenntnis, dass dieses Verhalten nicht nur für Fahrer von E-Mobilen, sondern auch für andere mobilitätseingeschränkte Menschen und diejenigen, die mit Kinderwagen unterwegs sind, große, teilweise unüberwindbare Hindernisse bedeutet.

13 Jul

Ein Jugendplatz für Bochum

Jugendliche und junge Erwachsene sieht man in der Innenstadt außerhalb des Bermuda3Ecks eher selten. Es gibt in der City kaum Angebote für sie. Das sollte sich ändern.

Das Leben von jungen Menschen sieht völlig anders aus als das von anderen, insbesondere älteren Menschen. Die Interessen der Generationen unterscheiden sich deutlich. Man will das Leben in vielen Zügen genießen. Seine Ruhe zu haben, steht nicht oben auf der Prioritätenliste. Eine Stadt muss für alle Altersgruppen Plätze bieten, wo diese sich wohl fühlen und ausleben können. Mittlerweile bevölkern an den Wochenenden regelmäßig mehrere hundert Menschen von Schülergruppen über Hipster bis zu Studenten und Best Agern hoch in den 60ern den Platz vor dem Schauspielhaus und am Musikforum. Abends kommen alle zusammen, zum Feiern, Chillen, Musizieren, und Diskutieren. (WAZ vom 30.06.20). Plätze werden also gesucht und gefunden, leider zum Ärger mancher Anwohner (WAZ vom 03.07.20).

In der Innenstadt fehlt ein Platz für die junge Generation

Ein Platz für die junge Generation fehlt bisher in der Innenstadt von Bochum. Fast alle Angebote auf den Plätzen innerhalb des Innenstadtrings richten sich an ältere Menschen. Nur die Gastronomie im Bermuda3Eck ist auf junge Leute ausgerichtet, aber alle Angebote dort drehen sich bevorzugt ums Essen und Trinken und sind dazu regelmäßig kostenpflichtig. Dazu kann man in einigen Läden Bands erleben oder Abtanzen.

25 Jun

Ideen der Stadtgestalter finden sich in den innovativen Konzepten zum Bahnhofsquartier Wattenscheid wieder

Aktuell befindet sich die Planung zum Bahnhofsquartier in der Zwischenpräsentation, erste Konzepte der beauftragten Planungsbüros wurden am 18.06.2020 veröffentlicht (Entwürfe – Neues Bahnhofsquartier Wattenscheid). Die STADTGESTALTER haben 2019 einen Entwurf mit eignen Vorschlägen und Ideen vorgestellt (Ein Hochschulcampus für Wattenscheid).

Entwurf Pesch

Die STADTGESTALTER halten die geplante Bebauung für einen entscheidenden Baustein einer attraktiven Entwicklung Wattenscheids. Wird das Quartier zu einem Erfolg wird seine Strahlkraft sich auch positiv auf die Wattenscheider Innenstadt auswirken. Die vorgestellten Pläne haben nach Meinung der STADTGESTALTER Potential, kombiniert man die besten Ideen aller Vorschläge werden sehr attraktive Quartiere entstehen.

Entwurf Mäckler

Die STADTGESTALTER beteiligen sich deshalb von Bürgerseite intensiv mit Anregungen an der Planung. In den nun vorgelegten Zwischenergebnissen finden sich auch Ideen aus den beiden Entwürfen der STADTGESTALTER aus 2019 wieder.

Hochschulcampus Wattenscheid, Vorschlag STADTGESTALTER

So sind alle Teilflächen mobilitätsoffen und verkehrsberuhigt angelegt worden, es finden sich Lademöglichkeiten für Elektroautos, teils Carsharing-Stellplätze, Mobilitätsstationen und viele Geh- und Radwege in den Konzepten. In den neuen Konzepten findet man selbst die schleifenartige Erschließung des Areals „Wilhelm-Leithe Weg Nord“ und die Platzierung eines Platzes am Südausgang des Bahnhofs aus dem ersten Entwurf der STADTGESTALTER. Die bogenförmige Radwegführung  parallel zur Zechenanschlussbahn wird von der der Stadt in ähnlicher Form aktuell als „Radverbindung Fröhliche Morgensonne“ auf den alten Gleisen mitten im Grünzug vorgesehen.

Auch die Gebäude tragen durch die von den professionellen Planern großflächig vorgesehene Dachbegrünung dazu bei, dass Beeinträchtigungen der Umwelt gering gehalten werden. In einem Beispiel ist auch die zusätzlich von den STADTGESTALTERn überlegte Fassadenbegrünung visualisiert. 

Die Bebauung stellen sich die Planungsbüros mal verdichteter, mal etwas offener gestaltet vor, wobei die STADTGESTALTER die letztere Option bevorzugen. Wohnen und arbeiten sollen gut miteinander verzahnt werden, wodurch unter anderem auch optimale Voraussetzungen für einen Hochschulcampus geschaffen werden. Die von den STADTGESTALTERn entwickelte Campus- Idee wird im Detail in diesem Beitrag dargestellt: Ein Hochschulcampus für Wattenscheid.

Betrachtet man neben den reinen baulichen Rahmenbedingungen das alltägliche Leben der Nutzer des Viertels, so ist es zu begrüßen, dass gemischte Quartiere entwickelt werden, die allen Bürgern offen stehen. Die Ideen der STADTGESTALTER in diesem Bereich sind unter anderem Gemeinschaftsflächen für die Quartiersbewohner, gemeinsame Nutzgärten und generationsverbindende Wohnsituationen. Konkret vorgeschlagen wird in den kürzlich vorgestellten Entwürfen Urban Gardening und „produktive Nachbarschaften“. Um für Gemeinschaft zu sorgen, werden die reinen Wohngebiete von den beiden im Planabschnitt Süd beauftragten Büros unter anderem als „Höfe“ konzipiert.

Die Zwischenergebnisse der Stadtplanungsbüros bestätigen, dass die Ideen der STADTGESTALTER wichtige Eckpfeiler für moderne Quartiersentwicklung und eine umweltverträgliche und lebenswerte Wohn- und Arbeitsumgebung des 21. Jahrhunderts darstellen.

Auch in den weiteren Verlauf der Planung werden sich die STADTGESTALTER konstruktiv einbringen.

Autor: Nikolas Lange

14 Jun

Ein kreuzungsfreier Radweg von Riemke in die City

Damit die Radfahrer aus den Stadtteilen nördlich der Bochumer City komfortabel und schnell in die Innenstadt kommen, schlagen die STADTGESTALTER einen Radweg entlang der Trasse der Glückauf-Bahn von Riemke bis direkt in die City vor.

Auf dem Plan der STADTGESTALTER (Verlauf des Nordschnellwegs) verläuft der Radweg von der Meesmannstraße in Riemke, bis zur Grußstahlstraße in der Innenstadt. Er soll im Westen neben der Bahntrasse, auf der die Glückauf-Bahn (RB 46) fährt, angelegt werden. Sechs Straßen und eine Bahnlinie würde der Radweg kreuzungsfrei überqueren. Damit kämen die Radfahrer auf dieser Verbindung fast ohne Konflikte mit Autos oder Fußgängern schnell und komfortabel von Riemke, Hofstede und Hamme in die City. Von Riemke könnten Alltagsradfahrer in 12 Minuten am Rathaus sein, von Hofstede in 10 und von Hamme in 7 Minuten. Und das auf einem glatten Asphaltband ohne Steigungen. Diese attraktive Verbindung würde dazu anregen mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren. Ebenfalls würde der Radweg als schneller Zubringer zum Radschnellweg – RS1 dienen (Einbindung des Nordschnellwegs in das regionale Radverkehrsnetz).

An allen Straßen, die der neue Radweg quert, sieht der Plan der STADTGESTALTER(Verlauf des Nordschnellwegs) Auf- und Abfahrten vor, so dass der Radweg von jedem Wohn- oder Gewerbegebiet, das an der Trasse liegt, auf kurzem Weg erreicht werden kann.

08 Jun

Von anderen Städten lernen, gute Lösungen übernehmen

Bochum versucht als Universitätsstadt in vielen Bereichen zu den führenden Großstädten des Landes aufzuschließen. Besonders in Sachen Lebensqualität, Wirtschafts- und Stadtentwicklung oder auch bei modernem Verkehr. In vielen Bereichen kann die Stadt von anderen Städten lernen.

Sich Ideen von anderen Städten abschauen

Wie im normalen Leben, schauen sich auch Städte Dinge von anderen ab. Man muss keine Sachen neu erfinden, wenn es in anderen Städten schon Lösungen gibt, die zeigen wie man Probleme erfolgreich lösen kann. Hängen in anderen Städten Blumenampeln an Laternen, dann ist es auch bei uns möglich auf diese Weise Straßen grüner, schöner und lebenswerter zu machen.

Mal geht es um kleinere Dinge, die man sich abschauen kann, manchmal um größere und komplexere. So kann man sich ebenfalls fragen, warum laufen die Innenstädte in manchen anderen Städten besser als bei uns. Schaut man sich dann gezielt die funktionierenden Innenstädte in anderen Städten an, findet man regelmäßig viele Dinge, die den Erfolg dieser Innenstädte ausmachen, die man dann auf Bochum übertragen kann: Mehr Spielplätze, urbane attraktive Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, bessere Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Rad, mehr Grün, können da Beispiele sein.

In anderen Städten nach Ideen suchen

Um eine Stadt besser zu machen und voran zu bringen, ist es also sinnvoll, sich viele andere Städte anzuschauen und gezielt nach Dingen zu suchen, die man für Bochum übernehmen könnte. Auf diese Weise findet man auch Ideen für Dinge, bei denen man zunächst gar nicht gedacht hätte, dass es dafür auch bessere Lösungen gibt. So kann man in Skandinavien sehen und erleben, wie Stadtbüchereien ganz anders und viel besser organisiert werden können (Zukunftsweisende Neuausrichtung der Stadtbücherei). Auch Kreisverkehre gab es in Bochum lange nicht, bis die Stadt gesehen hat, wie gut diese bei richtigem Design und an geeigneter Kreuzung in anderen Städten funktionieren. Also baut auch Bochum immer mehr Kreisverkehre.

04 Jun

Die Ideenschau der STADTGESTALTER

Die STADTGESTALTER haben in den 6 letzten Jahren über 150 Ideen und Vorschläge für Bochum und Wattenscheid entwickelt (Alle Ideen und Vorschläge).

28 unserer spannendsten Ideen und Vorschläge stellen wir in unserer Ideenschau aus. Hier könnt ihr euch die 24 Schautafeln online ansehen:

Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/07/07/ideen-fuer-den-husemannplatz/
https://die-stadtgestalter.de/tag/rathausplatz-in-bochum/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/04/07/seilbahn-rueckgrat-der-bochumer-universitaets-und-hochschullandschaft/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/placemarks/grundschulen-modellrojekt-5×5/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/07/21/mehr-gruen-fuer-die-stadt/
https://die-stadtgestalter.de/2019/04/27/bochum-muss-deutlich-mehr-tun-fuers-klima/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/08/04/august-bebel-platz-vs-august-bebel-park/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/11/24/innenstadt-dachpark-die-3-stadtdimension/
https://die-stadtgestalter.de/2017/11/25/dachpark-in-der-innenstadt/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/05/05/neugestaltung-des-hans-ehrenberg-platzes/
https://die-stadtgestalter.de/placemarks/gartenplatz-fuer-hamme/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2020/05/03/neun-vorschlaege-fuer-guennigfeld/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/10/20/12-vorschlaege-fuer-dahlhausen/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/05/19/ein-hochschulcampus-fuer-wattenscheid/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/09/01/ideen-fuer-werne/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/11/10/guenflaeche-auf-dem-alten-markt-und-wasserlauf/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/11/10/ein-zentraler-attraktiver-dorfplatz-fuer-leithe/
https://die-stadtgestalter.de/2019/12/25/9-vorschlaege-fuer-hoentrop/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/07/21/neugestaltung-der-lindener-meile/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/02/23/konzept-fuer-markthalle-vhs-buecherei-und-mehr/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/12/08/buddenbergplatz-vom-platz-zur-mobilitaetsstation/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/placemarks/propstei-platz/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2020/01/12/bahnanbindung-fuer-leithe-und-guennigfeld/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/07/06/rottstrasse-soll-streetpark-werden/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/09/08/radschnellweg-ueber-rottstrasse-und-suedring/
https://die-stadtgestalter.de/2019/09/28/den-radschnellweg-rs1-ueber-eine-hochtrasse-mitten-durch-die-innenstadt-fuehren/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/05/12/neuer-wohnraum-fuer-1-000-menschen/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2019/02/09/spassbad-am-westkreuz-schulschwimmbad-am-kortumpark/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/2018/06/23/zentrale-seilbahn-verkehrsachse-fuer-wattenscheid/
Weitere Informationen:
https://die-stadtgestalter.de/