20 Sep.

Die Zeit für den Einzelhandel in der Innenstadt ist abgelaufen

C&A weg, Saturn/MediaMarkt geht, Design + Handwerk macht zu. Der Rückzug des Einzelhandels ist in Bochum nicht mehr aufzuhalten. Falsche Prioritäten und zu spätes und zu langsames Handeln haben eine Entwicklung in Gang gesetzt, die sich nicht mehr aufhalten lassen wird. Was wurde falsch gemacht, was kann man noch tun?

Über den Erfolg einer Innenstadt entscheiden eine gute Stadtgestaltung, hohe Aufenthaltsqualität und ein gepflegtes und ansprechendes Stadtbild. Der Stadtkern muss gut mit allen Verkehrsmitteln (ÖPNV, Rad, zu Fuß und Auto) erreichbar sein und sollte Menschen mit besonderen Attraktionen anziehen (Strategie zur Belebung der Bochumer Innenstadt). In allen drei Bereichen weist die Bochumer Innenstadt schwere Defizite auf und wurde in den letzten Jahren wenig getan. 

Falsche Prioritäten und Alibimaßnahmen 

Investiert wurde stattdessen fast ausschließlich in das Parken. Für 10 Mio. Euro wurde das Parkhaus P7 neu gebaut, für weitere 10 Mio. Euro das Parkhaus unter dem Husemannplatz abgedichtet und um 475 Parkplätz erweitert. Jährlich rd. 3 Mio. Euro werden in die laufende Sanierung und Subventionierung der Parkhäuser gesteckt.  

Sonst tat sich kaum Nennenswertes. Immerhin, der Spielplatz am Kuhhirten wurde aufgewertet. Der Husemannplatz wird neugestaltet (Planungsdesaster Husemannplatz – Schlimmer geht nimmer). Viele Menschen überzeugt der fast fertige Platz allerdings nicht, die Kritik lautet, zu grau und zu trostlos. Bei der Gestaltung von Rathausplatz und Dr.-Ruer-Platz hat sich hingegen nichts getan. 

Beim neuen Sparkassenbau am Dr.-Ruer-Platz wurde die Chance vertan, einen Anziehungspunkt und Hingucker zu schaffen. Architektonisch ist der Bau kaum mehr als Dutzendware (Chance verpasst: Gähn-Moment statt Wow-Effekt – Neubau der Sparkasse am Dr.-Ruer-Platz).  

Der Effekt der neuen Gestaltungssatzung war bescheiden. Die Zahl der bunten Reklametafeln an den Fassaden hat zwar sichtbar abgenommen, die Zahl der grauen und trostlosen Fassaden leider nicht. Lediglich Baltz hat durch die Umgestaltung der Fassade zum Dr.-Ruer-Platz ein Zeichen für eine ansehnliche Optik gesetzt. 

Das Husemann-Karree ist ein Flop. Ein zweiter Woolworth bereichert die Innenstadt nicht. Die Wirkung vom dritten REWE, L’Osteria, einem weiteren Hotel und dem x-ten Fitnessstudio sind überschaubar.  

Markthalle, Haus des Wissens und Dachpark werden erst frühestens 2028 fertig, beim Terminmanagement der städtischen Bauverwaltung realistisch nicht vor 2030. Für den Einzelhandel kommt die Wirkung zu spät. 

Die Kosmetik an Brückstraße und unterer Kortumstraße durch ein paar zusätzliche Beete, Bänke und Radständer hat keinerlei Effekt. Die verunkrauteten Rankbeete auf der anderen Seite der Brückstraße zeigen, die Werbegemeinschaft hat die Straße längst aufgegeben.  

Das „Radkreuz“ ist eine einzige Katastrophe und taugt eigentlich nur als Beleg für fehlende Kompetenz der Stadt bei der Radwegeplanung (Radkreuz” wird zur Lachnummer). Was helfen viele neue Radständer rund um das Rathaus, wenn die Stadt an der Radwegeplanung scheitert. Auch bei der fußläufigen Erreichbarkeit der Innenstadt gab es keine nennenswerten Verbesserungen (Innenstadt Bochum: Verbesserung der Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV). 

Alles, was für eine bessere Gestaltung, Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit in der Innenstadt getan wurde, war allenfalls Stückwerk, wirkt provisorisch, alibimäßig und damit wenig überzeugend. Wirklich Geld wollte man dafür nicht ausgeben, massiv investiert wurde nur in die Parkhäuser. Das allerdings mit wenig Erfolg. Von 4.250 Parkplätzen, sind an durchschnittlichen Tagen maximal 2.500 besetzt. Es stehen also fast jeden Tag mindestens 1.750 Stellplätze durchgehend leer, selbst an Weihnachtswochenenden sind es mindestens 800 (Parkhausnutzung in Bochum). 

Die Zeichen der Zeit verschlafen 

Nicht nur die Lokalpolitik, sondern auch die Geschäftsleute haben die Zeichen der Zeit verschlafen und die falschen Prioritäten gesetzt. Das Übermaß an schicken und billigen Parkmöglichkeiten bewirkt nichts. Das Fehlen einer zeitgemäßen Stadtgestaltung, die Defizite bei Aufenthaltsqualität und Stadtbild kosten die Innenstadt immer mehr Kunden. Die Kunden fragen sich, was soll ich in der Innenstadt, wenn die mich nicht durch eine gute Stadtgestaltung, hohe Aufenthaltsqualität und ein gepflegtes und ansprechendes Stadtbild anspricht, dann kann ich doch besser und bequemer im Internet einkaufen. Das Bedürfnis in die Innenstadt zu kommen, um da nett zu flanieren und es sich gut gehen zu lassen, besteht immer weniger.

Das Schönreden der Situation durch die Geschäftsleute, hat das rechtzeitig Handeln von Politik und Stadt verhindert. Die fehlende Kritik an falscher Prioritätensetzung bei den städtischen Investitionen, den unzureichenden Maßnahmen zur Verbesserung der Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität und die Langsamkeit der Stadt bei den Umsetzungen hat dazu geführt, dass der Rückstand der Bochumer City im Vergleich zu erfolgreichen Innenstädten immer sichtbarer wurde. Woanders wurden die Fußgängerzonen und Plätze immer reizvoller und fescher rausgeputzt, in Bochum nur die Parkhäuser. In der Folge kehren immer mehr Geschäfte und Kunden der Innenstadt den Rücken.

Es wurde versäumt, der Entwicklung rechtzeitig entgegenzuwirken. Jetzt ist es zu spät (2022: Für die Innenstadt läuft die Zeit ab). Die Zeit, um das Ruder rumzuwerfen und die nötigen Investitionen zu tätigen, ist nicht mehr vorhanden. Ein Wirken der Maßnahmen würde ein Großteil der Geschäfte ohnehin nicht mehr erleben. Der Einzelhandel wird in Zukunft in der Innenstadt nur noch eine Nebenrolle spielen.  

Eine Zukunft mit Einzelhandel in der Nebenrolle 

Um großflächige Leerstände zu vermeiden ist zu überlegen, auf welche Bereiche bzw. Straßen der Innenstadt der Einzelhandel konzentriert werden kann und wie aufgegebene Einzelhandelsflächen zukünftig genutzt werden können (Bochumer Innenstadt: Mehr Wohnen – weniger Einkaufen). Wohnen, eine gemischte Wohn- und Büronutzung und besonders das Angebot gesundheitsbezogener Dienstleistungen werden in Zukunft die Innenstadt dominieren.  

Zu fragen ist auch, was mit dem schon heute maßlos überdimensionierten Parkflächenangebot passieren soll. Das Straßenrandparken kann vollständig in die Parkhäuser verlagert werden. Die Parkhäuser können von der Stadt verkauft (Parkhäuser verkaufen und Geld in die Innenstadt investieren) und ganz oder zumindest teilweise zu Quartiersparkhäuser für Anwohner und Anwohnerinnen umgewandelt werden. 

Große Flächen der Innenstadt sollten entsiegelt werden. Parks und Grünflächen könnten im Bereich rund um Propstei Kirche und St. Elisabeth-Hospital (Ein neuer Park für die Innenstadt – rund um das St. Elisabeth-Hospital) sowie am Citytor-Süd entstehen. Der Innenstadtring könnte in einen linearen Park verwandelt werden, wenn sich die Stadt zur Umsetzung eines Circulation Plan wie Gent, Groningen oder Brüssel durchringt.   

Ziel sollte sein, dass Gleisdreieck zu einem Stadtkern zu entwickeln, in dem Menschen gerne zentral wohnen und arbeiten, der einlädt dort ein paar Stunden zu verbringen, sich mit Freunden zu treffen. Es sollte ein Ort entstehen, wo Menschen hingehen, um zu sehen und gesehen zu werden.  

Fest steht, die Innenstadt wird ihre Funktion als Einzelhandelszentrum verlieren. Die verbleibenden Geschäfte sowie Gastronomie werden zukünftig noch zum Flanieren einladen, die City verliert jedoch sukzessive ihre Versorgungsfunktion. Die Menschen werden sie kaum noch anfahren, um dort gezielt Besorgungen zu erledigen.  

Das Stadtzentrum sollte zum Identifikationspunkt der Stadt werden, den man Besuchern und Besucherinnen gerne zeigt und auf das man stolz ist, aber nicht wegen des Einzelhandelsangebots, sondern weil man sich dort wohlfühlt und gerne aufhält.  

Aber auch um dieses Ziel zu erreichen, muss die Innenstadt grundlegend neu gedacht und umgestaltet werden. Das aktuelle einfältige Grau, das die Straßen der City prägt, die verödeten Plätze und die ganz überwiegend einfallslose Architektur bewegt niemanden die Innenstadt anzusteuern. 

Die Erkenntnis für die Lokalpolitik 

Wer in Zukunft eine Innenstadt mit funktionierenden Einzelhandelsstrukturen erleben will, wird dagegen auch weiterhin 80 km nach Venlo oder in andere niederländische Städte fahren müssen. 

Für die Lokalpolitik bleibt die Erkenntnis, wer nicht gewillt ist von erfolgreichen Städten zu lernen und sich diese zum Vorbild zu nehmen, verliert. Auch reicht es nicht, wahllos irgendetwas zu tun. Negative Entwicklungen können nur aufgehalten und umgekehrt werden, wenn man rechtzeitig und mit der gebotenen Geschwindigkeit durchgreifend, gezielt, konsequent und schnell handelt.

Auch muss die Bereitschaft bestehen, Prioritäten grundlegend zu ändern. Die beschlossenen Maßnahmen müssen eine Tragweite besitzen, die sicherstellt, dass sie auch die gewünschte Wirkung haben. Halbherzige Alibimaßnahmen und Aktionismus, der bloß vorspielt, dass man was tut, führen zu nichts. Dafür Geld auszugeben kann man sich schenken. 

29 Aug.

Wattenscheid: Eine Stadt wird zum Synonym für Niedergang

Marxloh, Altenessen, Dortmunder Nordstadt, Gelsenkirchen, Wattenscheid, das sind in Deutschland Synonyme für Städte und Stadteile, die abgehängt, verarmt sowie heruntergekommen sind und keine Zukunftsperspektive haben. Wie konnte es bei Wattenscheid so weit kommen?

Dass eine Stadt oder ein Stadtviertel abgehängt ist, lässt sich leicht an ihrem Aussehen erkennen. Es sieht im Wesentlichen immer noch aus wie in den 70er und 80er Jahren. Von zeitgemäßer Stadtgestaltung oder Stadtentwicklung keine Spur. Merkmale für eine moderne Stadtentwicklung wie belebte Plätze, schick renovierte Fassaden, einladend gestaltete Straßen und Fußgängerzonen sowie ein flächendeckendes Radwegenetz fehlen. Dafür werden Gehwege, Kreuzungen und Straßen wahllos mit Autos zugeparkt, Straßen wurden seit Jahrzehnten nicht saniert, Bäume fehlen, trostlose Gestaltung, Ödnis, Schmierereien und illegales Müllabladen sind ein sichtbares Problem. 

Weshalb es abwärts ging 

Unter diesen Umständen ziehen jene weg oder erst gar nicht him, die Wert legen auf eine gute Stadtgestaltung, eine hohe Aufenthaltsqualität, ein ansprechendes und gepflegtes Stadtbild. Es kommt zu Leerständen. Dadurch fehlen Mieteinnahmen, um Gebäude ordnungsgemäß Instand zu halten und zu modernisieren. Ganze Straßenzüge kommen herunter und sehen entsprechend aus. Menschen ziehen weg, Geschäfte und Unternehmen ebenfalls. Es entstehen weitere Leerstände und Lücken. Können diese nicht gefüllt werden, kommt es zu Abriss wie in Gelsenkirchen oder Duisburg. 

In Häuser mit sichtbarem Sanierungsstau ziehen nur noch jene, für die eine möglichst geringe Miete wichtig ist und die sich einen hohen Anspruch an Stadtgestaltung, Aufenthaltsqualität und Stadtbild nicht leisten können. Der Anteil der Menschen, mit migrantischen Wurzeln steigt. Sie können sich teuren Wohnraum oft nicht leisten. Wer aus Ländern kommt, die durch Bürgerkrieg und wirtschaftlichen Niedergang geprägt sind, kann sich zudem mit einem wenig ansprechenden Stadtbild eher abfinden.  

Viele Leerstände und Lücken werden durch Zugewanderte gefüllt. Entsprechend nimmt auch die Zahl von Unternehmen zu, die Waren und gastronomische Angebote aus anderen Kulturkreisen anbieten. Wo sich niemand anderes findet, macht der Barbershop auf, der Döner-Imbiss, der Falafel-Shop, der arabische Supermarkt, der Halal-Metzger oder das Goldgeschäft. 

Ohne diese Nutzungen stünden noch viel mehr Geschäfte leer, würden noch mehr Gebäude herunterkommen und wären die Städte und Stadtteile noch trostloser. 

Der Zuzug von vielen zugewanderten Menschen ist also nicht die Ursache des eigentlichen Problems, sondern die Folge. Zunächst wird der Stadtteil vernachlässigt, kommt herunter, verliert den Anschluss an eine zeitgemäße Stadtentwicklung, Dadurch ziehen die Menschen weg, deren Ansprüche nicht mehr erfüllt werden, Lücken entstehen, diese werden von Zugewanderten gefüllt.  

Stadtstruktur aus den 80ern trifft auf Einkaufsverhalten aus 2026 

Es kommt zu einer zunehmenden sozialen Schieflage (Während Wattenscheid-Mitte den Bach runter geht, diskutiert die Politik über Sitzfarben im Stadion). Der Anteil der Menschen, deren Leben von Armut, schwierigen sozialen Bedingungen und geringen Perspektiven geprägt ist, nimmt stark zu, während die Zahl der Menschen aus der klassischen Mittelschicht abnimmt. 

Sozialdaten WAT-Mitte, Vergleich 2010 zu 2024

Die immer wieder geäußerten Annahmen, dass die Zugewanderten das Stadtbild negativ prägen würden, ist also ebenso falsch wie die Aussage, in Wattenscheid würde es „nie wieder so aussehen wie in den 70er-, 80er-Jahren“ (Dennis Radtke, CDU), denn baulich sieht es in der Fußgängerzone in Wattenscheid-Mitte leider immer noch so aus wie in den 80iger Jahren. Das Fehlen einer zeitgemäßen Stadtentwicklung hat erst zu den massiven Problemen geführt.

Die letzte große bauliche Veränderung datiert auf Ende der 80er-Jahre. Sie wurde Anfang der 90er-Jahre mit der „Neugestaltung“ des Rosenviertels abgeschlossen. Die ging leider komplett daneben. Statt einem Juwel entstand eine architektonische Vollkatastrophe. Die überzogene und verblendete Jubel-Berichterstattung der WAZ von damals löst aus heutiger Sicht Fremdschämen aus:

WAZ-Berichterstattung zur „Neugestaltung“ des Rosenviertels

So trifft in Wattenscheid-Mitte heute eine seit fast 40 Jahren praktisch unveränderte Stadtstruktur auf ein völlig verändertes Einkaufsverhalten und grundlegend andere Strukturen im Einzelhandel. Der Unwille die Innenstadt zeitgemäß zu entwickeln und sie den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen, stellt die zentrale Ursache der sichtbaren und anhaltenden Negativentwicklung dar. 

Aversion gegen Veränderungen – die Gründe 

Die Aversion gegen Veränderungen hat in Wattenscheid wiederum vier Ursachen: 

Desinteresse der Lokalpolitik – Die Politik ist nicht ernsthaft an substanziellen Veränderungen bei der Stadtgestaltung interessiert. Allenfalls mit der Gießkanne werden strukturelle Veränderungen angegangen (Fördermittel versiegen – Keine Hoffnung für Wattenscheid, Hamme, Laer, Werne/LA und Innenstadt), die verpuffen dann wie Tropfen auf einem heißen Stein. Eine zeitgemäße Gestaltung und ein Entwicklungskonzept für die Wattenscheider Innenstadt war und ist in der Bochumer Politik bisher nie wirklich Thema gewesen. Nie hat man es in Erwägung gezogen, die dafür nötigen Gelder bereit zu stellen. 

Das Geld wird viel lieber für städtische Prestigeprojekte ausgegeben, wie Musikforum, Lohrheidestadion, Ruhrstadion oder eine neue Großsporthalle. Eine positive Entwicklung der Stadtteile hat dagegen kaum einen Stellenwert. Die lokale Politik ist süchtig nach Lob und Anerkennung von Sportfunktionären, Kulturfunktionärinnen, Spitzensportlern wie Sportlerinnen, Kulturschaffenden und der höherrangigen Politik für tolle Sport- und Kulturstätten. Dass die sie nicht wählen, wird dabei geflissentlich übersehen. 

Nur in Wattenscheid weiß man, was für die Stadt gut ist – Das Credo in Wattenscheid lautet bisher, nur die Wattenscheider und Wattenscheiderinnen wüssten, was für die Stadt gut sei, andere sollten sich doch bitte raushalten und sich nicht einmischen. Eine fatale Fehleinschätzung wie man heute sieht. 

Nach der Eingemeindung wurde jeder Vorschlag und jede Idee aus Bochum bereits aus Prinzip als unsinnig und unnütz für Wattenscheid abgelehnt. Krampfhaft wollte man an dem Wattescheid-Bild vor dem Anschluss an Bochum festhalten. Kategorisch lehnte man jede grundlegende Veränderung ab, weil diese mit einem Verlust des alten in der Erinnerung der Menschen so erfolgreichen Wattescheids einhergehen würde.  

Lernen von anderen Städten wird abgelehnt – Die Bochumer und Wattenscheider Lokalpolitik bestimmt eine bedenkliche Einstellung. Man weigert sich, von erfolgreichen Städten zu lernen, sich diese zum Vorbild zu nehmen und in anderen Städten funktionierende Maßnahmen und Konzepte zu übernehmen. So durchliefen alle heute erfolgreichen Innenstädte in den letzten 40 Jahren einen durchgreifenden Wandel. Die Stadtgestaltung wurde verbessert, lebendige Plätze geschaffen, die Fassaden der Gebäude renoviert, der Autoverkehr deutlich verringert, eine gute Erreichbarkeit auch mit OPNV, Rad und zu Fuß sichergestellt.  

Nichts dergleichen gab es in Wattenscheid. Man war der Meinung, man müsse nicht mit der Zeit gehen. Wie andere Städte sich weiter entwickelten und sich zukunftsfähig aufstellten, sei für Wattenscheid ohne Relevanz. Ein paar neue Bänke, Plakatsäulen, frische Mülleimer und den August-Bebel-Platz ein bisschen aufhübschen (Nein zur Neugestaltung des August-Bebel-Platzes ist Bekenntnis zur Trost- und Ideenlosigkeit), mehr sei in Wattenscheid nicht erforderlich.

Also wurde der Abstand zu erfolgreichen Städten immer größer, die Rückständigkeit immer offensichtlicher. Bis schließlich Wattenscheid deutschlandweit zum Synonym für eine abgehängte Stadt wurde. 

Das Schönreden der Politik – Lange tat die Lokalpolitik so, als sei die Lage in Wattenscheid gar nicht so schlimm. Wattenscheid hätte doch die beste Stadionwurst Deutschlands, einen netten Stadtgarten, ein eigenes Nummernschild und das Weinfest. Politikerinnen und Politiker wollten Wattenscheidern und Wattenscheiderinnen nicht vor den Kopf stoßen und nicht zugeben, dass man mit der Vernachlässigung von Wattenscheid einen kritikwürdigen Zustand geschaffen hatte. Man redete sich weiter ein, alles sei gar nicht so schlecht und woanders auch scheiße und ließ den Dingen ungebremst ihren Lauf. 

Als das Schönreden nicht mehr wirkte 

Doch irgendwann kommt immer der Punkt, an dem sich die Realitäten nicht mehr schönreden lassen. Dieser Zeitpunkt kam am 20.08.2026 als der Europaabgeordnete der CDU, Dennis Radkte bei Markus Lanz über Wattenscheid Klartext redete (Markus Lanz vom 20.08.2026). Seitdem diskutieren die Medien der Republik darüber, was in Wattenscheid im Argen liegt. Jede und jeder in Deutschland sieht, dass in Wattenscheid schon vor Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, einiges hätte anders laufen müssen. Fragen über Fragen werden gestellt: Warum hat die Lokalpolitik nicht gehandelt? Wieso sieht es in Wattenscheid immer noch so aus wie in den 80ern? Warum hat man sich um eine zeitgemäße Gestaltung nicht gekümmert? Wie konnte es zu diesen Zuständen kommen? Warum tat die Politik nicht das Nötige, um die zunehmende soziale Schieflage zu verhindern? 

Der Name „Wattenscheid“ steht für die Vernachlässigung einer Stadt, das Versagen der Lokalpolitik, die die Probleme ignoriert hat und nicht bereit war, rechtzeitig in der gebotenen Weise zu handeln. Das Image von Wattenscheid ist endgültig ruiniert. Wattenscheid ist zum Negativbeispiel geworden: So sollte eine Stadt oder ein Stadtteil nicht aussehen, zu Zuständen wie in Wattenscheid darf es nicht kommen.    

Die negative Aufmerksamkeit verschlimmert die Lage, denn ist das Image einer Stadt erstmal dahin, interessieren sich erst recht kaum mehr Menschen oder Unternehmen für die Stadt. Doch trotz der unheilvollen Berichterstattung in den letzten Wochen ist von einer Einsicht, jetzt müsse die Stadt in Wattenscheid sich endlich den Problemen konsequent annehmen, in der Lokalpolitik nichts zu hören. Es scheint so, als wolle man die Probleme weiter aussitzen. Auch der drohende Machtverlust an die Rechtspopulisten scheint bisher kein Umdenken zu bewirken. 

Der Verfall des Rufes von Wattenscheid sollte aufrütteln, eine Kehrtwende und radikale Veränderungen bewirken. Doch bisher sieht es nicht danach aus. 

13 Juni

Vom Kreativquartier über Hotel und Gewerbe zum Gymnasium – Von realitätsfernen Träumereien auf den Boden der Realität 

Das City-Tor Süd ist seit 15 Jahren eine Brachfläche. Der Stadt gelang es nicht das Gelände zu entwickeln und zu vermarkten. Mit hochtrabenden Plänen zur Ansiedlung von “Kreativwirtschaft” als Motor der Bochumer Wirtschaft begann alles. Mit dem Bau des 11. Gymnasiums will man das Kapitel des Scheiterns jetzt möglichst schnell vom Tisch bekommen. 

Eigentlich ist das zentrale Gelände des City-Tors Süd ein Filetstück für die Entwicklung von Bochum. Direkt an der Bochumer Innenstadt gelegen, vor dem alten Hauptbahnhof der Stadt, jetzt Gleis 9, früher Riff, gegenüber vom Bermud3Eck. Man sollte meinen, das Entwicklungspotential ist riesig, das Gelände biete eine einmalige Chance, um die Bochumer City weiterzuentwickeln. Genutzt wurde diese jedoch bisher nicht. Seit mehr als 15 Jahren geht die Entwicklung nicht voran. Jetzt ist man es in der Verwaltung leid, sich mit der Entwicklung der Fläche zu beschäftigen. Man will ein Gymnasium darauf bauen und damit das Thema loswerden. 

Die realitätsfremde Luftblase Kreativquartier 

2008 im Zusammenhang mit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 entwickelte sich die Idee rund um das City-Tor Süd ein “Kreativquartier“ (Innenstadtkonzept: ViktoriaQuartier) zu schaffen. Dahinter stand die Vorstellung, man schafft Räume für kreative und Kulturschaffende, was dazu führt, dass sich Unternehmen besonders aus den Bereichen Medien- und Kreativwirtschaft ansiedeln. Vorbild war der Medienhafen in Köln und ähnliche Entwicklungen in Düsseldorf und Hamburg. 

Ausgehend vom Schauspielhaus sollten Musikforum und Katholikenbahnhof Ankerpunkte und Impulsgeber des Quartiers werden. Die angestrebte Ansiedlung von Kreativen wie Unternehmen gelang jedoch nicht. Das Café Industrie von Frank Goosen, und eine neue Klavierfabrik des Klavierbauunternehmens Thürmer sollten ebenso wenig Realität werden, wie alle anderen erdachten Vorhaben.  

Die Zukunftsakademie NRW bestand nur 5 Jahre (2014-2019). Das Musikforum konnte nie erfüllen, was man sich von ihm versprochen hatte, es wurde nur ein Konzerthaus für die Bochumer Symphoniker mit Musikschulalibi (Ernüchternde Bilanz: 10 Jahre Musikforum – Kein Grund zum Feiern). Letztlich kehrte auch Thürmer Bochum wieder den Rücken und kehrte zurück nach Herne. Damit verschwand auch der Kammermusiksaal (Thürmer-Saal). Auf dem Gelände des City-Tor Süd gelang nur eine einzige Ansiedlung, die des Lidl mit überdimensioniertem Parkplatz. 

Wie sich die Politik täuschen lies 

Leichtgläubige Lokalpolitiker und -politikerinnen hatten sich weismachen lassen, im Ruhrgebiet sei es möglich, durch die gezielte Ansiedlung von Kultureinrichtungen ein urbanes Umfeld zu schaffen, das kreative Menschen sowie Unternehmen und Kapital in die Städte zieht. In Folge der Kulturhauptstadt 2010 förderte das Land NRW solche Projekte großzügig. Vom Land finanzierte Einrichtungen wie das European Centre for Cultural Economy (ECCE) erzeugten die heiße Luft, die die Städte veranlassten, an das zu glauben, was u.a. Dieter Gorny, ehemaliger Geschäftsführer der ECCE, Gründer des Musiksenders VIVA und Mitglied der SPD in Sachen „Spillover“ verbreitete. 

Das Vorhaben scheiterte auf ganzer Linie. Nichts, aber auch gar nichts konnte bewegt werden. Das City-Tor Süd blieb eine Brachfläche. Die ECCE verbreitete statt Substanz nur viel Papier, prall gefüllt mit Buzzwords und Marketingsprech. Dazu produzierte das Unternehmen Formate wie Labkultur TV (vormals 2010lab.tv), Forum d`Avignon Ruhr, Creative Industries Policy Award (CIPA), die durchweg erfolglos blieben. Sang und klanglos wurde die Einrichtung beerdigt, Gorny verließ sie 2020, eine aktive Tätigkeit ist seit Jahren nicht mehr wahrnehmbar, die ECCE besteht nur noch auf dem Papier, in der nächsten Ratssitzung stößt auch Bochum seine Anteile ab (Vorlage 20260752). 

Ein ideenloser Bebauungsplan und seine Folgen 

Nachdem die “Kreativquartier”-Blase geplatzt war, schaltete man beim City-Tor Süd hinsichtlich der Erwartungen einen Gang zurück. Der nicht gerade kreative Bebauungsplan, aus dem Jahr 2010 blieb aber unangetastet (B-Plan 777). Ideenlos wollte man entlang der bereits auf das Gelände führenden Straße, sechs Gebäudeklötze mit maximal fünf Stockwerden errichten. Nur das zur Viktoriastraße weisende Gebäude und das Gebäude hinter dem ehemaligen Bahnhof dürften bis zu 10 Stockwerke hoch sein.

Städtebaulicher Entwurf zum Bebauungsplan 777, WEG Bochum

Die Erschließungsstraße, im Stadtrat hochtrageben mit dem Namen “Kulturgleis” bedacht, die auch an Gleis 9 und Katholikenbahnhof vorbeiführt, sollte übermäßig breit ausgebaut und von deutlich über 100 Parkplätzen gesäumt werden (Vorlage 20140440). So wäre der Charme eines Gewerbegebiets prägend gewesen.

Gute Wegeverbindungen zur Bessemerstraße und zum Griesenbruch fehlen. Die Straße endet in einer Sackgasse. Der überdimensionierte Lidl-Parkplatz steht einer gesamtheitlichen Entwicklung der Fläche sichtbar im Weg. Ein baulich attraktiver Anschluss zu einer möglichen Viktoriapromenade bzw. zum Konrad-Adenauer-Platz wurde nicht angedacht. Wohnen untersagt der Bebauungsplan auf dem Gelände. Wirklich attraktiv ist die vom Bebauungsplan vorgeschriebene Bebauung damit nicht. Von Urbanität fehlt jede Spur.

Ein Gebiet das eigentlich als Drehscheibe zwischen Innenstadt, Ehrenfeld und Griesenbruch fungieren könnte und dass wie kein zweites weite Blicke auf die Landmarken der Stadt ermöglicht, sollte ideenlos zugebaut werden. Eine Fläche, die auch großes Potentiale als Freiraum hat, sollte einer im Wesentlichen seelenlosen Bebauung geopfert werden. 

Im Ergebnis fanden sich für die vorgeschlagen Bebauung mit Ausnahme der ersten beiden Baukörper keine Interessenten (Exposé City-Tor Süd). Nachdem die Landmarken AG über Jahre vergeblich versucht hatte neben einem Investor für ein Hotel auch Interessenten für die Büroflächen zu finden, gab auch dieses Unternehmen auf. Die Vermarktung der Fläche war endgültig gescheitert. Bei anderen Innenstadtprojekten sieht es in Bochum leider nicht besser aus (Stillstand bei zentralen Bauprojekten – Bochum unattraktiv für Investoren?). 

Schnell ein Gymnasium, statt einer wohlüberlegten Neuplanung 

Statt aber die durch den einfallslosen Bebauungsplan entstandenen Mängel zu beheben und die Fläche unter Einbeziehung des Lidl-Parkplatzes neu zu überplanen, will die Stadt das Problemgebiet jetzt auf schnellem Weg vom Tisch bekommen. Also schlug die Verwaltung überraschend vor, dass eigentlich an den bestehenden Schulstandorten Feldsieper und Gahlenschen Straße geplante 11. Gymnasium auf dem Gelände City-Tor Süd zu bauen.

Der Weg zu diesem Vorschlag kann nur als dubios bezeichnet werden. Ohne die Politik zu informieren, nahm die Verwaltung vom geplanten Gymnasiumsstandort Abstand. Ein Gymnasium an zwei weit entfernten Standorten (1,3 km zwischen den Gebäuden an der Feldsieper und Gahlenschen Straße) sei schwierig. Als dieser Vorbehalt von den STADTGESTALTERN 2017 bei der Planung der aktuell an den beiden Standorten bestehenden Gesamtschule Mitte eingeführt wurde, hieß es noch, dieser Umstand sei kein Nachteil (Gesamtschulstandort ist ungeeignet).

Angeblich untersuchte die Schulverwaltung mehrere mögliche Standorte für das 11. Gymnasium und kam letztlich zu dem Schluss, der Bau sei nur am City-Tor Süd in der gebotenen Eile möglich. Welche Standorte nach welchen Kriterien mit welchem Ergebnis geprüft wurden, diese Information enthält die Verwaltung der Politik allerdings bisher vor. Auf die Nachfrage nach den entsprechenden Unterlagen, erhielten STADTGESTALTER/Volt bisher keine Antwort.  

Einen nachvollziehbaren, vernünftigen und mit der Politik abgestimmten Entscheidungsablauf hat es somit nicht gegeben. Jetzt aber drängt die Verwaltung die Politik schnell zu entscheiden, damit das Gymnasium zum Schuljahr 2027/28 die ersten Klassen einschulen kann. Es drängt sich der Verdacht auf, die Politik soll mit der Entscheidung übertölpelt werden. 

Die Bedenken sind groß, dass das Gelände City-Tor-Süd als Schulstandort eher schlecht geeignet ist und das Potenzial, das die Fläche bei einer gemischten urbanen Nutzung für Wohnen, Freiraum und Gewerbe ein für die Innenstadt entfalten könnte, sehr viel höher sein sollte. Doch wie so oft, bestimmt das Geschehen in der Bochum nicht die Politik, sondern die Verwaltung, von der sich die Entscheidungsträger und -trägerinnen im Stadtrat ohne zu murren gängeln lassen. 

Politik darf sich nicht von der Verwaltung gängeln lassen 

Das darf sich die Stadtpolitik nicht gefallen lassen. Hinsichtlich des 11. Gymnasiums ist zu prüfen, ob nicht andere Standorte besser geeignet sind, z.B. ein Standort im Bereich von Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ), Gesundheitsamt und der heutigen Musikschule, die 2028 an das Musikforum in das Gebäude des ehemaligen Arbeitsgerichts zieht.

Zweitens ist in Ruhe zu untersuchen, wie das Gelände des City-Tors Süd zum Nutzen der Innenstadt besser entwickelt werden kann. Neuplanungen wären dabei von Null ausgehend und ergebnisoffen durchzuführen. Der bestehende Bebauungsplan wäre aufzugeben. Die bisher angestrebte reine Gewerbenutzung erscheint nicht erfolgsversprechend.  

Mit entsprechender Bürgerbeteiligung ist zu überlegen, wie kann diese Fläche zukünftig genutzt werden? Als Park- oder Freifläche? Mit Wohngebäuden, um die Innenstadt zu beleben? Inwieweit kann Gewerbe in die Nutzung eingebunden werden? Wie lässt sich die Fläche allgemein als urbaner Raum entwickeln? 

Um diese Fragen zu beantworten, darf sich die Politik von der Verwaltung nicht unter Druck setzen lassen. Immer wieder zeigt sich in Bochum, dass politisch schnell mal aus der Hüfte zu schießen, nicht zu langfristig guten und nachhaltigen Entscheidungen führt. 

14 Mai

Nein zur Neugestaltung des August-Bebel-Platzes ist Bekenntnis zur Trost- und Ideenlosigkeit 

Die Bezirksvertretung Wattenscheid will sich gegen eine zeitgemäße Gestaltung des ABP aussprechen. Die dafür veranschlagten 19 Mio. werden dann voraussichtlich nicht in WAT-Mitte, sondern in Bochum investiert. Warum will Wattenscheid unbedingt den Wettbewerb „Scheußlichster Platz Europas“ gewinnen und das negative Image vertiefen?  

Der erste Eindruck zählt, sagt man. Und wer nach Wattenscheid kommt, sieht regelmäßig als erstes den August-Bebel-Platz (ABP), hat genug gesehen und will gleich wieder weg. Eigentlich ist der Platz auch kein Platz, sondern nur eine überdimensionierte deprimierend trostlose grauasphaltierte Kreuzung.  

Die Abschreckende Wirkung des August-Bebel-Platzes 

Sind städtische Plätze sonst in Europa zentrale Elemente der Stadtgestaltung, die maßgeblich zur Lebensqualität beitragen, der Identifikation, als Treffpunkt und Mittelpunkt städtischen Lebens dienen, ist für zu viele Menschen in Wattenscheid ein Platz nicht mehr als ein Durchgangsort. Und der muss nur eine Qualität besitzen, man muss ihn möglichst schnell mit dem Auto überqueren und sein Auto drauf abstellen können. Weitergehende Ansprüche z.B. an Gestaltung oder Aufenthaltsqualität bestehen nicht.  

Allerdings prägt kein Platz das Zentrum von Wattenscheid so wie der August-Bebel-Platz. Er ist der zentrale Kontenpunkt und das Entrée zur Innenstadt. Der Eingangsbereich einer Stadt sollte deren Visitenkarte sein. Er soll Menschen einladen, neugierig machen und anlocken. Doch der ABP ist nicht einladend. Er stößt Menschen ab. Denn er ist leider genau so wenig vorzeigbar, wie der Rest dessen, was vor Jahren mal als City von Wattenscheid galt.  

In der Stadtplanung gilt: „Ist es einem unangenehm oder gar peinlich den Menschen, die einen besuchen, das Stadtzentrum zu zeigen, dann ist dies das untrügliche Zeichen, dass die Innenstadt tot ist“. Diesen Zustand hat das Wattenscheider Stadtzentrum leider schon vor einigen Jahrzehnten erreicht. Die Innenstadt ist nicht mehr vorzeigbar.   

Für Außenstehende hat es den Anschein, als wolle man mit dem missgestalteten August-Bebel-Platz, Besucher, Besucherinnen und Investoren, die überlegen könnten in Wattenscheid ein Geschäft oder eine Gastronomie zu eröffnen, gezielt abschrecken und vertreiben. Das Aussehen des ABP ist ein unmissverständliches Statement an alle, die kommen könnten: „Bleibt weg, wir wollen euch hier nicht!“ 

Wer ist für das Scheitern des Projekts verantwortlich?  

Nun stellt sich die Frage, wer ist dafür verantwortlich, dass die zeitgemäße Neugestaltung des August-Bebel-Platzes voraussichtlich scheitern wird: 

Verwaltung und BOGESTRA – Die von der Verwaltung nunmehr vorgelegte „verbesserte“ Planung (Vorlage 20261133) weist weiterhin ein wesentliches Defizit aus: Straßenbahnen- und Busse sollen auf zwei Gleisen und vier Fahrspuren mit vier Haltestellenplattformen den Platz diagonal queren und zerteilen ihn damit in zwei Hälften. Die Barrierewirkung der überdimensionierten ÖPNV-Achse und deren übermäßiger Platzbedarf zerstören jede Platzwirkung.  

Zwar hatten sich die beiden Siegerentwürfe des Wettbewerbs zur Gestaltung des Platzes um Lösungen dieses Problems bemüht (Ergebnisse Realisierungswettbewerb) – beide verfolgten das, die Zahl der Gleise und Fahrspuren sowie Halteplattformen auf nur noch je zwei zu reduzieren – doch Verwaltung und BOGESTRA lehnten die Vorschläge kategorisch ab. Die vorgeschlagene Kreuzung der Buslinien von der rechten Fahrbahn auf die linke Seite und von der linken Fahrbahn auf die rechte Seite der jeweiligen Haltstellenplattform wollten BOGESTRA und Verwaltung aus Prinzip ebenso wenig, wie die Verlegung der Straßenbahngleise nach außen und der Busfahrspuren nach innen zwischen die beiden Haltestellenplattformen (Vorschlag STADTGESTALTER). 

Warum eine Verlegung der Gleise nicht möglich ist, konnten BOGESTRA und Verwaltung bis heute nicht erklären. Beide verweigern bis heute die Beantwortung der entsprechenden Anfrage der STADTGESTALTER (Vorlage 20251696). Diese wurde trotz mehrfacher Nachfrage bis heute nicht beantwortet. Angeblich sei für die Verlegung der Gleise ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Aber selbst wenn Verwaltung und BOGESTRA dieser Ansicht sein sollten, fragt sich, warum es die Stadt in 13 Jahren Planung nicht hinbekommen hat, ein solches Verfahren durchzuführen. 

Dass im Laufe des Planungsverfahrens sowohl das Planungsbüro, das den Siegerentwurf vorgelegt hatte, sowie das zugehörige Verkehrsplanungsbüro nicht mit der Stadt zusammenarbeiten wollten, lässt tief blicken.  

Je mehr Jahre die Planungen der Stadt dauerten, um so schlechter wurden die Planungsentwürfe. Der 2025 vorgelegte Entwurf der Verwaltung war ein Totalausfall (August-Bebel-Platz – Ein Plan für die Tonne). 

Nie hatte man in den 13 Jahren Platzplanung den Eindruck, dass die Verwaltung wirklich an einer guten Planung interessiert war. Für jeden Planungsschritt brauchte die Stadt unangemessen viel Zeit. Nur zu Verbesserungen der Planungen führte das nicht. Erkennbar gab man sich wenig Mühe, die Planungen voranzutreiben und überzeugende Lösungen zu finden. Die Planungsentwürfe dokumentieren, der Anspruch an gute Stadtgestaltung war und ist gering. Das Motto schien zu sein, eigentlich ist egal, was aufgezeichnet und geplant wird, die Politik in Wattenscheid will es doch sowieso nicht. 

Lokalpolitik – Denn in Wattenscheid weiß die Politik bis heute immer nur, was sie nicht will. Eigene Vorschläge, wie der Platz gestaltet werden könnte, haben die politischen Gruppierungen der Bezirksvertretung nie entwickelt. Ein Anforderungskatalog, welche Kriterien der neue Platz erfüllen solle, wurden nie formuliert. Ein Plan, wie die Wattenscheider Innenstadt insgesamt saniert und für die Zukunft aufgestellt werden könnte, gibt es nicht. Alle Vorstöße dazu wurden immer wieder abgebügelt. 

Der Wunsch war und ist, es solle sich möglichst nichts ändern, aber alles grundlegend besser werden. Konstruktiv war das Verhalten der Wattenscheider Politik nie und die Ablehnung der vorliegenden Planung wird es auch nicht sein. 

Der Niedergang des Stadtzentrums von Wattenscheid kommt nicht von ungefähr. Er ist das Ergebnis dieser politischen Haltung, die seit Jahrzehnten jede zeitgemäße Neuausrichtung des Stadtzentrums verhindert. An einer positiven Entwicklung der Innenstadt zeigte man sich immer wieder desinteressiert. Stattdessen haben die Bezirksvertreter und -vertreterinnen das Thema der Sitzfarben im Stadion, exzessiv diskutiert (Während Wattenscheid-Mitte den Bach runter geht, diskutiert die Politik über Sitzfarben im Stadion). Auch bei den Investitionen, waren andere Dinge wichtiger. So wurden 2023 fast 5,5 Mio., die eigentlich für die Stadterneuerung von Wattenscheid vorgesehen waren, für die Sanierung des Lohrheidestadions zweckentfremdet (Stadterneuerungsprojekt “Modernisierung und Umbau des Lohrheidestadions).  

Im Bochumer Stadtrat hat man Wattenscheid längst abgehakt und aufgegeben. Es besteht auch in der SPD im Rat kein Anspruch mehr, den Stadtteil “zu retten”, also die negative Entwicklung aufzuhalten. Man ist der beständigen Erklärungen aus Wattenscheid, was man mal wieder warum nicht will, überdrüssig. Die destruktive Politik in der Bezirksvertretung in Wattenscheid hat auch bei den Ratsmitgliedern in Bochum tiefe Spuren hinterlassen.  

Die Aufgabe des Projekts August-Bebel-Platz im Stadtrat wäre gleichbedeutend mit der Aufgabe des ganzen Stadtteils. Wenn die SPD im Rat erklärt, sie würde dem Votum der Bezirksvertretung in Wattenscheid zu den Platzplanungen folgen, dann steht dahinter die Aussage “Dann macht euren Kram doch alleine, aber belästigt uns bitte nicht weiter.” 

Die Folgen für Wattenscheid 

Die Aufgabe des Projekts Neugestaltung des August-Bebel-Platz wird für Wattenscheid schwerwiegende Folgen haben: 

  • Das ISEK-Programm Wattenscheid ist mit Aufgabe des zentralen Projekts tot und wird nicht ernsthaft weiterverfolgt werden. Damit gibt es keine Grundlage mehr für weitere Stadterneuerungsprojekte in Wattenscheid. Die Möglichkeit, Fördermittel vom Land zu erhalten, entfällt. 
  • Die bereits zugesagten 19 Mio. Fördergelder und städtische Mittel (15 + 4 Mio. Euro) werden an andere ISEK-Gebiete fließen. Mit dem Geld wird die Stadt z.B. den Amtsplatz in Hamme neugestalten und/oder den Hans-Ehrenberg-Platz im Rahmen des ISEKs Innenstadt. Diese Stadtteile werden sich freuen. 
  • Dem Anspruch des Stadtzentrums von Wattenscheid, zweite Innenstadt auf dem Stadtgebiet Bochums zu sein, wird die Grundlage entzogen. Die Einstufung wird den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechend zu ändern sein. Das Zentrum von Wattenscheid wird zum Stadtteilzentrum herabgestuft. Dann steht es auf einer Stufe mit den Zentren von Stadtteilen wie Hamme, Gerthe, Werne, Riemke oder Linden. 
  • Das Ziel, die negative Entwicklung des Stadtzentrums von Wattenscheid aufzuhalten, wird aufgegeben. Die Schrumpfung der Innenstadt zu einem geringerwertigen Stadtteilzentrum wird hingenommen, Wattenscheid-Mitte sich selbst überlassen. 

Mit der Aufgabe des Projekts August-Bebel-Platz wird auch die Zukunft von WAT-Mitte beerdigt. Die lauten Stimmen aus Wattenscheid, die sich immer wieder gegen eine zeitgemäße Entwicklung und Gestaltung von Wattenscheid und jede grundlegende Veränderung ausgesprochen sowie sich jede Einmischung aus Bochum verbeten haben, haben ihr Ziel erreicht. 

Das Ziel, die negative Entwicklung von WAT-Mitte zu stoppen, wurde verfehlt. Das ISEK-Wattenscheid hatte keine Wirkung, wie sich auch aus den aktuellen Sozialdaten entnehmen lässt. 

Sozialdaten WAT-Mitte, Vergleich 2010 zu 2024

Diejenigen, die es sich leisten können, werden vermehrt aus WAT-Mitte wegziehen, es werden primär weiter jene kommen, deren Geldbeutel keine hohen Ansprüche an Stadtbild, Stadtgestaltung und Wohn- und Lebensqualität zulassen. Die soziale Schieflage wird weiter zunehmen, die Arbeitslosigkeit steigen, ebenso wie der Anteil der Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die negative Entwicklung wird sich unaufhaltsam fortsetzen. 

In wenigen Jahren wird man ungläubig den Kopf schütteln, wie es passieren konnte, dass eine unfähige Politik die Zukunft eines ganzen Stadtteils dem Begehren opfern konnte, unbedingt mit dem privaten Auto quer über einen scheußlichen Platz fahren zu können.  

24 Juni

Wo steht Bochum nach dem Ende des Lockdown?

Geht man in diesen Tagen durch die Bochumer Innenstadt, dann schaut es fast so aus, als sei alles so wie vor der Krise, nur die vielen Menschen mit Masken weisen darauf hin, dass die Normalität doch noch nicht zurückgekehrt ist. Was sind die Folgen der Corona-Krise für Bochum? Was kommt noch auf die Stadt zu?

Halten Einzelhandel, Gastronomie und Veranstalter durch?

Mit Maske Bummeln und Shoppen gehen? Da halten sich doch viele zurück. Nicht wenige, die bisher mit Online-Shopping wenig am Hut hatten, haben in der Krise das Einkaufen im Internet zu schätzen gelernt. Diese Effekte werden sich nur begrenzt zurückdrehen lassen. Die negative Entwicklung im Einzelhandel vor Ort in Bochum wird sich beschleunigen. Es wird zu weiteren Geschäftsaufgaben kommen. Zwar tut sich vieles in der Bochumer Innenstadt, das positive Effekte haben wird, wie die Erneuerung der Plätze, wie Husemannplatz und hoffentlich auf Rathausplatz, Markthalle, Haus des Wissens und die Anbindung der City an den Radschnellweg. Doch bis diese Projekte umgesetzt sind und Früchte tragen, dauert es noch bis mindestens 2023.

Es wird sich rächen, dass die Politik in Bochum in Sachen Innenstadtaufwertung viel zu spät den Schalter von autogerechter zu lebenswerter Innenstadt umgelegt hat. Die positiven Effekte der lauenden Innenstadtprojekte wird für einige, hoffentlich nicht für viele, Einzelhändler zu spät kommen.

Die Folgen für Gastronomen und Veranstalter werden noch deutlich dramatischer ausfallen. Ein Drittel des Umsatzes in der Innenstadt wird schon heute von der Gastronomie erwirtschaftet. Die weiter bestehenden Maßnahmen, beschränken die Zahl der Kunden und halten sie vom Besuch von Kneipe und Restaurants ab. Es fehlen die Veranstaltungen, nicht nur im Bermudadreieck, die sonst Innenstadtbesucher auch in die Gastronomie locken. Zu erwarten ist, dass auch hier eine Reihe von Betrieben aufgeben wird. Noch nicht absehbar ist, ob sich langfristig neue Betriebe mit gleicher Anziehungskraft finden werden, wenn sich die Lage wieder vollständig normalisiert hat. Auch ist offen, ob Strukturen, wie sie das Bermuda3Eck aufweist, durch den wirtschaftlichen Einbruch nachhaltig geschädigt werden. Können entstehende Leerstände wieder in gleicher Qualität besetzt werden, werden sich Lücken auftun oder werden diese vermehrt durch Betriebe ersetzt, die der Anziehungskraft des 3Ecks nicht zuträglich sind, Stichwort Shisha Bars?

Wird es bald wieder Veranstaltungen wie Bochum Total geben, die den Ruf von Bochum in der Vergangenheit sehr positiv geprägt haben 2021 wieder geben oder fehlt den Veranstaltern in Zukunft die wirtschaftliche Kraft diese zu stemmen?

27 Jan.

August-Bebel-Platz autofrei?!

Nach Aufhebung des Grundsatzbeschlusses für die Planung eines autofreien August-Bebel-Platzes am 21.01. in der Bezirksvertretung Wattenscheid soll entsprechend des neu getroffenen Planungsbeschlusses bei der weiteren Planung des Platzes erneut geprüft werden, ob und ggf. wie Autoverkehr über den Platz fließen könnte. Doch trotz dieses Beschlusses ist nicht zu erwarten, dass letztlich ein Planungsentwurf realisiert wird, bei dem der Verkehr weiterhin über den Platz fließt, denn nur für einen Platz ohne Autoverkehr wird es regulär Fördermittel vom Land geben.

Bezirksregierung sagt, ein Bebel-Platz mit Autoverkehr ist nicht förderfähig

Die Aussagen der Bezirksregierung Arnsberg, die die Fördermittel bewilligen muss, sind nach Darstellung der Stadtplanung Bochum eindeutig (Präsentation zum August-Bebel-Platz, Stadt Bochum): Bei der Beibehaltung der Verkehrsführung ist eine Förderfähigkeit für andere gestalterische Maßnahmen auf den Restflächen nicht gegeben. Bleibt der Autoverkehr auf dem Platz dominierend, so verbleiben kaum mehr Flächen, die anders als für Verkehr genutzt werden können. Heute beansprucht der Autoverkehr 41% der Platzfläche, Bus und Bahn 15% (Nutzung Fläche August-Bebel-Platz). Auch direkt neben der Straße bestehen bei Erhaltung des Autoverkehrs keine Gestaltungsmöglichkeiten, niemand will mit einer Bank direkt an der Straße sitzen oder dort seine Kinder spielen lassen. Eine neue, attraktivere Nutzung von Flächen zum Beispiel für großzügige Freisitzbereiche durch Restaurants und Cafés, sowie ausgedehnte Spielareale, Grünbereiche und Ruhezonen oder eine ausreichend große Fläche für Veranstaltungen wie einen Weihnachtsmarkt, ist nicht möglich, wenn diese auch weiterhin vom Autoverkehr beansprucht werden. Weiterlesen

04 Jan.

Bürgerentscheid zum August-Bebel-Platz

Wer an Wattenscheid denkt, der hat als erstes den August-Bebel-Platz im Auge. Der schlechte Ruf der Stadt ist nicht zuletzt Folge des trostlosen Stadtbildes der Innenstadt, das besonders durch diesen Platz geprägt wird.

Die Umgestaltung des Platzes wurde bereits 2014 beschlossen

Schon 2014 wurde beschlossen, der Platz soll neu gestaltet werden. Die Umgestaltung ist eine Maßnahme des Stadtteilumbaukonzeptes für Wattenscheid (ISEK Wattenscheid). Also wurden vom Stadtteilbüro zur Umgestaltung des Platzes Bürgerwünsche eingeholt, es gab Begehungen, auch Nutzer und Anwohner wurden befragt.

August-Bebel-Park

Als erste entwickelten die STADTGESTALTER bereits 2014 ein Konzept für die grundlegende Neugestaltung des Platzes. Nach Vorstellung der STADTGESTALTER soll aus dem Platz, der bisher mehr eine überdimensionierte Verkehrskreuzung denn ein echter Platz ist, ein Park werden (Vorschlag August-Bebel-Park). Weiterlesen

15 Dez.

Spielplatz auf dem Kuhhirtenplatz im Stadtrat beschlossen

Auf dem Kuhhirtenplatz soll ein Spielplatz entstehen. Steter Tropfen höhlt den Stein, könnte man sagen. Den Vorschlag für ein Spielareal auf dem Platz hatten die STATDGESTALTER bereits 2016 gemacht. Jetzt wurde die Realisierung am 12.12.19 Stadtrat im beschlossen.

Der Vorschlag den Kuhhirtenplatz zum Spielplatz zu machen gibt es seit 2016

Im Beitrag der STADTGESTALTER vom 14.02.2016 (Innenstädte sollen neue Spielplätze erhalten) heißt es. “Die Bochumer Innenstadt bietet “z.B. neben dem neu zu gestaltenden Husemannplatz der Kuhhirtenplatz einen idealen Platz, um dort einen Spielbereich zu schaffen, der nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für jung gebliebene Erwachsene zum Anziehungspunkt werden könnte.

So könnte der Kuhirtenplatz zum Beispiel wie folgt aufgewertet werden (siehe Plan):

  • Eine Rutsche vom Boulevard die Treppen hinunter auf den Kuhirtenplatz.
  • Ein Spieltrampolin neben dem schon Platz vorhandenen Fluss, der sich schon heute bei Kindern großer Beliebtheit erfreut.
  • Eine mit Mosaikfliesen belegte Spielfigur, wie der bei den Kindern sehr beliebte Spieldrache auf dem Apollonia-Pfau-Park (Bericht der Bochumschau).
  • Stadtschaukeln auf dem Boulevard, wie jene in Montreal, die dort nicht nur Kinder begeistern (Die 21 Schaukeln von Montreal).”

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28 Sep.

Den Radschnellweg (RS1) über eine Hochtrasse mitten durch die Innenstadt führen

Über 3.000 Rad-Pendler pro Tag sollen den Radschnellweg Ruhr (RS1) zwischen Essen, Bochum und Dortmund befahren, so sagt es die Machbarkeitsstudie für den RS1 voraus (Machbarkeitsstudie Radschnellweg Ruhr, Seite 29). Werden auch die Radfahrer zu den Pendlern hinzugezählt, die aus anderen Gründen den RS1 benutzen werden, um z.B. zum Einkaufen zu fahren, Freunde oder Bekannte zu besuchen, um aus Spaß Rad zu fahren oder andere Dinge zu erledigen, ist sogar mit 5.000 Radfahrern zu rechnen, die jeden Tag den Radschnellweg Ruhr benutzen werden.

Schaut man sich die Nutzungsentwicklung von Erzbahn- wie Springorumtrasse in Bochum an, dann könnten die Schätzungen des RVR aus dem Jahr 2014 sogar noch deutlich übertroffen werden.

Der Radschnellweg muss durch die Bochumer City geführt werden

Wird der RS1 mitten durch oder direkt an der Bochumer Innenstadt vorbei geführt, lohnt sich für die Nutzer des RS1 ein Stopp in der Bochumer City. 20.000 Radler auf dem Radschnellweg Ruhr sind 20.000 potentielle Kunden für die Bochumer City. Für eine Innenstadt, die in den letzten Jahren bedenklich viele Kunden verloren hat, ein unglaubliches Potential. Der Radschnellweg Ruhr könnte also eine große Chance für die Bochumer City sein. Um so direkter der RS1 durch die Innenstadt geführt wird, um so größer der Gewinn für die City. Eine Führung des Radschnellweges südlich der Bahnlinie Essen – Bochum – Dortmund, wie sie Verwaltung und die Rot-Grüne Koalition im Rat derzeit noch in Betracht ziehen, ist indiskutabel, da sie für die Innenstadt praktisch nutzlos wäre. Weiterlesen

04 Aug.

Verkehrs- und Umgestaltungskonzept Bermuda3Eck

Die Interessengemeinschaft Bermuda3Eck (ISG) hat Mitte diesen Jahres ein umfangreiches Konzept zur Weiterentwicklung des Bermuda3Ecks vorgestellt. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Streetfoodmarkt, eine Kultur- und Gastromeile an der Viktoriastraße und eine Seilbahnlinie zwischen Ruhr-Universität und 3Eck (Konzept der ISG Bermuda3Eck).. Das Bermuda3eck befindet sich in einem ständigen Wandel und möchte auch für die Zukunft seine Stellung als das Ausgehviertel des Ruhrgebiets sichern.

Gleichzeitig will die Stadt mit Hilfe des Stadtentwicklungskonzeptes Innenstadt einige Baustellen im Bermuda3Eck angehen. Dabei sind u.a. Kerkwege und Viktoriastraße, aber auch die Bahnunterführung von der Hermannshöhe zur Kreuzstraße Orte, die überplant und umgestaltet werden sollen.

Verkehrs- und Gestaltungskonzept Bermuda3Eck der STADTGESTALTER

Ausgehend von diesen Eckpunkten legen die STADTGESTALTER nun erste Vorschläge für das Bermuda3Eck vor, die zeigen wie einige der von der ISG angestrebten Änderungen umgesetzt werden könnten (Verkehrs- und Gestaltungskonzept Bermuda3Eck, STADTGESTALTER). Insbesondere haben die STADTGESTALTER ein Verkehrskonzept entwickelt, das Flächen schafft, um im 3Eck zusätzliche Nutzungen zu ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist durch eine Reduzierung des Verkehrs die Attraktivität sowie Flair und Ambiente im Bermuda3Eck zu erhöhen.

Im Einzelnen schlagen die STADTGESTALTER folgende Maßnahmen vor: Weiterlesen