07 Dez.

Ruhrgebietsstädte bei Olympiabewerbung ausgebootet

Nachdem die NRW-Landesregierung erkannt hat, dass die Ruhrgebietsstädte für die Olympiabewerbung wenig vorzeigbar sind, hat man sie kurzerhand durch Köln ersetzt. Wieder steht man im Ruhrgebiet als Verlierer da.

Nachdem die Ruhrgebietsstädte sich schon bei der Ausrichtung der Fußball-EM und den World University Games (World University Games zeigen, Ruhrgebiet kann sich Olympiabewerbung sparen) nicht mit Ruhm bekleckert hatten und die schweren Defizite bei urbaner Infrastruktur, Stadtgestaltung (“Drecksloch Gelsenkirchen”) und Organisationsvermögen mindestens europaweit sichtbar wurden, hat sie die NRW-Landesregierung bei der Olympiabewerbung jetzt kurzerhand ausgebootet.

Ruhrstadt von der “Leading-City” zur “Loosing City”

Mit den Verliererstädten aus dem Ruhrgebiet sah man keine Chance für eine erfolgreiche nord-rheinwestfälische Olympiabewerbung, schnell kamen die Verantwortlichen in Düsseldorf zu der Einschätzung, NRW käme bei der Olympiabewerbung auch gut ohne sie klar. Also ist bei der überarbeiteten Olympiabewerbung nicht mehr das Ruhrgebiet ein Mittelpunkt der Bewerbung, sondern Köln wird “Leading City” (WDR vom 01.12.2025). Damit wird das Olympiastadion und das olympische Dorf nicht in Essen, sondern in Köln errichtet (WAZ 31.05.2025). Außer Schwimmen in der Schalke-Arena und die Ruder- und Kanuwettbewerbe in Wedau, werden die Ruhrgebietsstädte im Wesentlichen mit drittklassigen Olympiabewerben, insbesondere Fußball abgespeist. Dabei ist, nachdem schon bei den World University Games die Schwimmwettbewerbe kurzerhand von Düsseldorf nach Berlin verlegt wurden, weil die Ausrichtung in der Rhein-Ruhr-Region nicht gelang, keinesfalls sicher, dass die olympischen Schwimmwettbewerbe am Ende wirklich in Gelsenkirchen stattfinden werden.

Wieder rächt sich, dass die Städte des Ruhrgebietes nicht als Ruhrstadt auftreten und es nicht schaffen sich als Metropole zu organisieren. Eine funktionierende, metropolengerecht organisierte weltweit bekannte Ruhrstadt mit 3,43 Mio. Einwohnern und Einwohnerinnen hätte sicher Chancen bei einer Olympiabewerbung, eine bunte Ansammlung von schlecht organisierten, dysfunktionalen Ruhrgebietsstädten mit ausgeprägtem Kirchturmdenken und massiven Mängeln in allen Bereichen der Stadtentwicklung und bei der urbanen Infrastruktur leider nicht.

Ruhrgebietsstädte reagieren hilflos

Auch die Reaktion der Ruhrgebietsstädte auf die Degradierung der Ruhrstadt zur „Loosing-City“ zeigt das fehlende Selbstbewusstsein als viertgrößte Metropole in Kerneuropa. Statt Empörung und einer deutlichen Reaktion, nahmen die Städte des Ruhrgebiets die Verweisung vom Tisch, wo die Erwachsenen spielen und entscheiden, klaglos hin. Städte wie Berlin, München, Amsterdam oder Barcelona hätten so sicher nicht mit sich umgehen lassen. Aber so richtig interessiert an der Bewerbung war man im Ruhrgebiet offenbar ohnehin nicht, davon überzeugt, dass man die Spiele gemeinsam schultern und organisieren könnte, auch nicht. Die nötige Bereitschaft sich in die Bewerbung reinzuhängen, war offensichtlich ebenfalls nicht vorhanden.

Seit jeher hat man sich im Ruhrgebiet daran gewöhnt, dass andere für einen entscheiden, andere den Ton angeben und die Dinge in die Hand nehmen und man sich demütig mit einem Platz unter “ferner liefen” zufriedengibt (Kommunen der Ruhrstadt verlieren Anschluss) und sich damit beruhigt, dass “woanders auch scheiße” ist.

Wird über das Ruhrgebiet berichtet, dann zumeist über das ständige Beklagen von fehlenden Finanzmitteln, die Forderungen nach mehr Subventionen für den niemals enden wollenden Strukturwandel, die Ablehnung von nötigen Veränderungen wie Modernisierungen und ausschweifende Erklärungen, warum andere an der misslichen Lage schuld sind, nur man selbst nicht. Dass die Städte des Ruhrgebiets sich zusammentun, konsequent gemeinsam an einem Strang ziehen und sich als moderner Metropole in Europa und der Welt profilieren wollen, nimmt man in Deutschland und Europa dagegen nicht wahr.

Chance mal wieder verpasst

Dazu wäre eine gemeinsame Olympiabewerbung als Ruhrstadt eine große Chance gewesen, aber wieder haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung es nicht hinbekommen. Erneut gehen die Städte des Ruhrgebiets gedemütigt als Verlierer vom Platz. Ob die Ruhrgebietsstädte endlich daraus lernen, dass sie im Wettbewerb der Metropolen nur eine Chance haben, wenn man sich als Ruhrstadt versteht und zusammentut, darf bezweifelt werden, zu sehr hat man die Rolle der benachteiligten, vernachlässigten Städte, die selbst an ihrer Lage nichts ändern können, verinnerlicht.

Bürgerentscheid könnte Quittung sein

Am 19.04.2026 sollen auch in Bochum die Bürger und Bürgerinnen in einem Bürgerentscheid über die Olympiabewerbung entscheiden, also darüber, ob Bochum Austragungsort von ein paar unwichtigen Vorrundenspielen des olympischen Fußballturniers sein soll, zu dem die meisten männlichen Fußballstars ohnehin nicht kommen und dem Modernen Fünfkampf, einer Randsportart die eigentlich nur durch Skandale (Reiten wird nach Olympia-Skandal ausgetauscht) und Chaos (Streit im Fünfkampfverband: „Korruption durch und durch“) auffällt und bei der deswegen fraglich ist, ob der Wettbewerb 2040 überhaupt noch zum olympischen Programm gehört (Von FIFA bis Fünfkampf: Akutes Verbandsversagen).

Gut möglich, dass die Bochumer und Bochumerinnen den Entscheid nutzen, der Olympiabewerbung eine endgültige Absage zu erteilen, um Politik und Verantwortlichen zu zeigen, dass man sich so im Ruhrgebiet nicht behandeln lässt, an einer Alibi-Teilnahme kein Interesse besteht und auch sonst das Geld für eine Ausrichtung der Spiele anderswo besser ausgegeben werden könnte.

29 Jan.

Ruhrgebiet: Mieser Nahverkehr schreckt Touristen ab

Das Ruhrgebiet bietet einzigartige Sehenswürdigkeiten. Nur gut hin kommen die Touristen nicht. Für eine Rundtour zu 11 Highlights des Reviers braucht man mit Bus und Bahn 8,5 Stunden, mit dem Auto 3 Stunden und 17 Minuten. Das schreckt Städtereisende ab und kostet das Ruhrgebiet Milliarden. Auch ist der schlechte ÖPNV beim Ruhrtourismus nicht die einzige Baustelle.

Das Ruhrgebiet zählt laut „National Geographic“ weltweit zu den 25 Top-Reisezielen (Ruhrgebiet als weltweites Top-25-Reiseziel ausgezeichnet). Das Magazin begründet die Auszeichnung, wie folgt: Dass Ruhrgebiet verfüge über einmalige Halden und „post-apokalyptisch wirkende“ Industriegebäude, die zu Museen, Parks und Open-Air-Kulturräumen umgebaut worden sind. Für Städtereisende aus aller Welt ist die Metropole Ruhr hochattraktiv und ein Must-See.

Ruhrgebiet kann Erwartungen von Städtereisenden nicht erfüllen

Doch der Tourismusboom bleibt bisher aus. Die Tourismusinfrastruktur im Ruhrgebiet ist in vielen Bereichen kaum besser als die eines Entwicklungslandes. Im Revier von einem Ort zum anderen zu fahren dauert endlos und ist dazu außerordentlich unkomfortabel und umständlich. Verständlich, dass da Touristen lieber woanders hin reisen.

Spannende Großstädte und Metropolen sind voll mit Touristen aus aller Welt. Städtetourismus boomt. Die Touristen kommen von überall in die Metropolen, bevorzugt mit der Bahn oder dem Flugzeug, nehmen sich eine zentrale Unterkunft und fahren von da aus mit Bus und Bahn zu den beliebten Sehenswürdigkeiten und den wenig bekannten Hidden Gems. Das funktioniert in allen großen Städten der Welt nach dem gleichen Muster, nur im Ruhrgebiet geht es leider so nicht.

Schon bei der Planung einer Ruhrgebietsreise stoßen erfahrene Städtetouristen an ihre Grenzen und auf ungeahnte Probleme. Die Tourismusseite des Ruhrgebiets (Mein Ruhrgebiet) gibt es nur auf Deutsch, die automatisierte Übersetzung funktioniert nicht vernünftig. So wurde bis zum Erscheinen dieses Beitrags „Komm zur Ruhr“ im Englischen mit „Come to the dysentery“ übersetzt (Arrival in the Ruhr area). Dysentery steht im Englischen allerdings nicht für den Fluss, sondern für die Durchfallerkrankung „Ruhr“, Das ist peinlich und unprofessionell. Eine eigene Seite auf Englisch, Französisch, Spanisch oder Chinesisch gibt es nicht. Fremdsprachige Touristen scheint das Ruhrgebiet nicht ernsthaft ansprechen zu wollen.

Üblicherweise besorgen sich Touristen in Metropolen einen Städte-Pass. Der gilt für einen, zwei oder noch mehr Tage. Man bezahlt den Pass und kann damit kostenfrei den Nahverkehr benutzen wie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen. Ist in London, Paris, Berlin, Hamburg oder in München möglich, im Ruhrgebiet allerdings nicht. Für die Metropole Ruhr gibt es zwar die WelcomeCard doch damit erhält man nur an mageren 27 Sehenswürdigkeiten freien Eintritt. Deutsches Bergbaumuseum, Villa Hügel, Folkwang Museum, Deutsches Fußballmuseum und viele andere Sehenswürdigkeiten deckt die Karte nicht ab. Das Angebot ist schlecht und wird kaum wahrgenommen. Das erklärt auch die unprofessionelle Internetseite, über die die Karte angeboten wird (WelcomeCard).

Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Ruhrgebiet ist Touristen kaum zuzumuten

TopUp-Nahverkehrskarten wie Oyster, GoCard, Octopus oder Suica, deren Nutzung Städtetouristen aus den Metropolen der Welt gewohnt sind, gibt es im Ruhrgebiet ebenfalls nicht (VRR – Höchste Zeit für den E-Fahrschein). Politik und Nahverkehrsbetriebe des Ruhrgebiets setzen stoisch auf ein undurchsichtiges aus der Zeit gefallenes Tarifsystem, mit dem bewusst Kunden vom Fahren mit Bus und Bahn abgeschreckt werden (VRR: Fahrgäste gefangen im Tarifdschungel). Der schon für Bewohner*innen des Ruhrgebiets nicht nachvollziehbare Tarifdschungel, ist für Touristen schon gar nicht zu durchdringen. Folgerichtig spart sich Ruhr-Tourismus auf seiner Internet-Seite jeden Versuch das Nahverkehrssystem des Ruhrgebiets auch nur im Ansatz zu erklären.

Touristen, die trotz aller Widrigkeiten bereit sind das Abenteuer “ÖPNV im Ruhrgebiet” auf sich zu nehmen, stellen schnell fest, dass sie auf ihrer Städtetour durch die Metropole Ruhr endlos Zeit in Bussen und Bahnen verbringen, aber Ihnen kaum Zeit für die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten bleibt.

Rundtour zu 11 Highlights des Ruhrgebiets

Dazu folgendes Beispiel: Auf einer Rundtour verbindet man die Besichtigung von 11 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebiets (siehe Karte). Bei dieser Tour ist man mit Bus und Bahn, Wartezeiten an Haltestellen und Bahnhöfen nicht eingerechnet, 8,5 bis 10,5 Stunden unterwegs, mit dem Auto dagegen nur 3 Stunden und 17 Minuten. Mit dem ÖPNV beträgt die durchschnittliche Reisezeit 15 km/h, mit dem Auto 42 km/h. Dazu bergen Bus und Bahnen weitere Herausforderungen: Nur im Ausnahmefall bekommt man eine Verbindung, bei der man nicht mindestens einmal umsteigen muss. Häufig bestehen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten auch wochentags jede Stunde überhaupt nur zwei bis vier Nahverkehrsverbindungen. An Wochenenden, an denen Touristen bevorzugt unterwegs sind, sind es in der Regel noch weniger.

Fahrtzeiten zwischen Sehenswürdigkeiten

Bei Licht betrachtet ist eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebietes mit dem ÖPNV aufgrund des blamabel schlechten Nahverkehrsangebots unzumutbar bis unmöglich. Teilstrecken mit dem Rad oder mittels Car-Sharing zurückzulegen, stellt in der Regel keine mögliche Alternative dar, denn in den Städten des Ruhrgebiets gibt es weder flächendeckende Bike- noch Car-Sharing-Netze (In Bochum besteht bei Car- und Bike-Sharing immenser Nachholbedarf). Weil dem Ruhrgebiet darüber hinaus ein durchgehendes Netz sicherer Radwege fehlt, ist vom Radfahren ohnehin abzuraten und ist eine Radnutzung auch in dieser Hinsicht keine Option.

Realistisch ist eine Rundtour zu den Sehenswürdigkeiten des Reviers nur mit einem (Miet-)Auto möglich. Gehört sonst bei Städtereisen, das entspannte Reisen mit den Einheimischen in Bussen und Bahnen zum Stadterlebnis dazu, fehlt das im Ruhrgebiet. Dafür sieht der Tourist viele hässliche Autobahnen, sucht ständig nach Parkplätzen oder steht im Stau und verzweifelt am Ruhrgebietsverkehr.

Schlechter öffentlicher Nahverkehr kostet Ruhrgebiet Milliarden

Eine Städtereise ins Ruhrgebiet ist nur ein Erlebnis für Hartgesottene. Wer komfortabel und bequem Städte bereisen möchte, macht um das Ruhrgebiet einen großen Bogen. Wegen den ausbleibenden Touristen entgehen dem Ruhrgebiet Milliarden. Nach Berlin, Hamburg oder Köln, kommen pro Einwohner*in rund fünfmal mehr Touristen als ins Ruhrgebiet, nach Berlin sogar über achtmal so viele. 2,5 Milliarden Umsatz erwirtschaftete das Ruhrgebiet 2019 mit dem Tourismus (Bedeutung Tourismus im Ruhrgebiet). Es könnte ein Vielfaches sein. Der Tourismus könnte für das Ruhrgebiet längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor darstellen.

Wirtschaftsfaktor Tourismus im Ruhrgebiet

Bezogen auf Bochum beträgt die durch Tourismus erwirtschaftete Wertschöpfung rechnerisch derzeit rd. 106,9 Mio. Euro, das mit Touristen erzielte Steueraufkommen 20,5 Mio. Euro. Mit funktionierendem Nahverkehr und zeitgemäßem Tourismusangebot könnte es locker das Dreifache sein. Die Unwilligkeit und Unfähigkeit von Politik wie Verkehrsbetrieben im Ruhrgebiet einen metropolengerechten Nahverkehr zu schaffen, kostet die Stadt nur bezogen auf den Tourismus also jedes Jahr rund 40 Mio. Euro.

Das Potential des Tourismus im Ruhrgebiet ist riesig. Leichtfertig verschenken die Städte des Ruhrgebiets jedes Jahr Milliarden. Man ist bisher partout nicht bereit, die Bedingungen zu schaffen, die Städtetouristen aus anderen Großstädten und Metropolen gewohnt sind und somit ganz selbstverständlich auch in der Metropole Ruhr erwarten. Immer wieder schildern Politiker und Politikerinnen des Reviers die Chancen des Tourismus im Ruhrgebiet in den schillerndsten Farben. Um die Chancen zu nutzen, muss man allerdings auch Handeln und Willens sein die eklatanten Defizite zu beseitigen, schöne Reden allein bewirken nichts.

02 Nov.

Vom Ruhrgebiet zur Ruhrstadt – ein neuer Lösungsvorschlag

Die Einwohner des Ruhrgebiet identifizieren sich zum einen mit der Stadt, in der sie leben, fühlen sich aber ebenso als Bürger des Ruhrgebietes. Der Wunsch in einer eigenen selbstbestimmten Ruhrstadt zu leben, die unabhängig von den Regierungsbezirken Arnsberg, Münster und Düsseldorf selbständig über die Zukunft des Reviers entscheidet, ist groß und wird immer wieder vorgebracht.

Das Ziel Ruhrstadt

Die Menschen im Ruhrgebiet erleben jeden Tag, dass Dinge wie Busse und Bahnen, Wirtschafts- und Kulturförderung im Ruhrgebiet nur sehr schlecht funktionieren weil sie ruhrgebietsweit nicht einheitlich organisiert werden. Für die meisten ist unverständlich, dass die Städte und Gemeinden des Ruhrgebietes immer wieder aneinander vorbei planen, sich gegenseitig im Weg stehen, statt gemeinsam möglichst an einem Strang zu ziehen

Auch die Außenwirkung einer Ruhrstadt fehlt. Das Ruhrgebiet als Ruhrstadt würde dem Ruhrgebiet national wie international eine ganz andere Schlagkraft verleihen. (Wo bleibt die Megacity Ruhrstadt?, Wirtschaftswoche vom 06.02.19).

Doch bis heute gibt es die Ruhrstadt eigentlich nicht mal im Ansatz. Bisher wollten die Städte nur selbst möglichst stark zu sein, sie hatten kein ernsthaftes Interesse an einer Ruhrstadt, sie (Versemmelt, Abgesang auf die Utopie einer blühenden Ruhrstadt). Weiterlesen

18 Aug.

VRR – Höchste Zeit für den E-Fahrschein

Das Netz von Bussen und Bahnen wird von Besuchern wie Einheimischen wie den Bewohnern des Ruhrgebiets regelmäßig als rückständig und für eine Metropolregion, in der 5,1 Mio. Menschen leben, als völlig unzureichend angesehen. Auch das Fahrschein- und Fahrpreissystem, das immer noch auf Papierfahrscheinen basiert, die abgestempelt werden müssen. wird von vielen Fahrgästen als kaum durchschaubar, umständlich und zu teuer empfunden.

Während gewinnorientierte Verkehrsunternehmen an mehr Fahrgästen und daher an einer Ausweitung des Netzes und einem effizienten Ticketing-System interessiert sind, konnte man bei den 13 kommunalen Nahverkehrsunternehmen der selbsternannten „Metropole Ruhr“ hinreichende Bemühungen die genannten Ziele ebenfalls zu erreichen bisher kaum feststellen. Man verwaltet seit Jahrzehnten mehr schlecht als recht den Ist-Zustand. Konsequente Anstrengungen, den Nahverkehr so zu organisieren wie er in Millionen-Metropolen sonst auf der Welt funktioniert, sind allenfalls in Ansätzen zu erkennen.

VRR testet neues E-Fahrschein-System nextTicket

Jetzt aber soll zumindest das Fahrschein-System modernisiert werden. Zu diesem Zweck testet der VRR unter dem Namen nextTicket bis Ende August ein neues App-basiertes E-Fahrschein-System. Dabei werden die Fahrten pro km abgerechnet (20 Cent/km, Abrechnungssystem). Mittels einer App loggt der Fahrgast sich mit dem Handy am Anfang der Fahrt ein und am Ende wieder aus. Auf diese Weise berechnen sich die gefahrenen Kilometer. Zum Kilometerpreis wird ein Grundpreis hinzugerechnet, der um weinige Cent variiert, je nachdem wie groß die Stadt ist, von der aus der Fahrgast gestartet ist (A1 1,40 Euro, A2: 1,42 Euro ,A3: 1,45 Euro). Auch ist der Fahrpreis pro Fahrt auf maximal 15,30 Euro begrenzt (Kappung). Weiterlesen