08 Sep

Radschnellweg über Rottstraße und Südring

Die bisherigen Planungen von RVR und Bochumer Verwaltung den Radschnellweg Ruhr (RS1) entlang der Bahntrasse Essen-Dortmund vom Ehrenfeld bis zum Hauptbahnhof zu führen, sind gescheitert. Die Deutsche Bahn verweigert die Nutzung der für die Umsetzung der Planungen erforderlichen Grundstücke. Für den RS1 muss daher eine andere Trasse gesucht werden. Als erste legen die STADTGESTALTER jetzt einen Planungsentwurf für eine neue Streckenführung vor. Vorgeschlagen wird den RS1 vom Westpark über die Rottstraße und den Südring zu führen (Plan Streckenführung RS1).

Völlige Neuplanung der Streckenführung ab Tunnel Maarbach erforderlich

Nachdem die bisher verfolgten Planungen für die Streckenführung des RS1 im Bochumer Mittelabschnitt hinfällig geworden sind, waren sich alle Fraktionen im Strukturausschuss am 05.09. einig, dass mindestens von der Gahlensche Straße bis zur Brücke Lohring die Suche nach einer neuen Trasse völlig neu beginnen muss. Die laufenden Planungen für Teile des RS1 an der Oberen Stahlindustrie von der Allee- zur Bessemerstraße müssen zunächst auf Eis gelegt werden. Eigentlich hätten diese erst aufgenommen werden dürfen, nachdem eine machbare Streckenführung für den Mittelabschnitt festgestanden hätte. Die Gespräche mit der Deutschen Bahn wurden viel zu spät aufgenommen. Dadurch könnten Zeit und Kosten für Planungen entstanden sein, die nie verwirklicht werden.

Streckenführung RS1

Die neu vorgeschlagene Streckenführung

Die STADTGESTALTER legen nun einen neuen Entwurf zur Streckenführung des Radschnellweges im Bochumer Mittelabschnitt vor (Plan neue Streckenführung). Die vorgeschlagene Strecke ist rund 1 km kürzer als die bisher verfolgte Strecke, statt 5 km ist sie nur 4 km lang.

Brücke über Gahlensche Straße

Der neue Vorschlag sieht vor, ab dem Tunnel am Maarbach, mit dem die nördlich der Bochumer Innenstadt verlaufende Bahntrasse unterquert wird, den RS1 südlich neben der unterquerten Trasse bis zur Gahlenschen Straße weiter zuführen, dann die Gahlensche Straße unter der Erzbahnschwinge parallel zu den Gleisen zu überbrücken (Brücke über Gahlensche Straße) um den Radschnellweg im weiteren Verlauf auf das Hochofenplateau des Westparks zu führen.

Brücke über Alleestraße

Im folgenden Abschnitt soll der Radschnellweg entlang der Nord- und dann der Westgrenze des Westparks verlaufen, um anschließend am südlichen Parkeingang nach Westen in Richtung Rottstraße über das abgeräumte Gelände der BVV zu verschwenken. Von der Geländekante des Westparks verläuft der RS1 zunächst niveaugleich über ein Brückenbauwerk über die Alleestraße um dann mittels einer leicht abfallenden Rampe auf die Rottstraße (Brücke über Alleestraße) geleitet zu werden. Sollte die BVV einer solchen Führung über ihr Gelände nicht zustimmen, könnte der RS1 alternativ auch um das BVV-Gelände herum geführt werden.

Anschließend schlagen die STADTGESTALTER vor die Benutzer des Radschnellwegs über die Rottstraße weiter bis zum Innenstadtring fahren zu lassen. Zu diesem Zweck soll die Rottstraße zur Fahrradstraße umgewidmet werden.

Unterführung Rottstraße

Am Ende der Rottstraße verschwindet der RS1 in einer Unterführung, um den Innenstadtring zu unterqueren (Unterquerung Rottstraße) und dann auf der Nordseite des Südrings in 4m Breite als Zweirichtungsradweg weiter geführt werden. Für die Rampe, mit der der RS1 aus der Unterführung wieder auf die Höhe des Südrings geführt wird, entfällt die Linksabbiegerspur zur Rottstraße (Plan Streckenführung entlang des Südrings).

Unterführung am Hbf.

Im weiteren Verlauf wird der Querschnitt des Südrings auf der Nordseite neu aufgeteilt: Auf 2,5 m Gehweg folgen 4 m Radschnellweg und 6 m für zwei Fahrspuren nebst erforderlichen Abbiegespuren (neuer Querschnitt Südring). Dafür müssen rund 30 Stellplätze entlang des Südrings zwischen Viktoriastraße und Hellweg entfallen. Alternativ könnte bei der Streckenführung des RS1 entlang des Südrings auch die Idee der STADTGESTALTER und Jusos weiter verfolgt werden, den Innenstadtring nur noch in einer Fahrrichtung befahren zu lassen und dafür auf der frei werdenden Fahrbahnspur einen durchgehenden Radweg zu bauen. (Innenstadtring in einer Fahrtrichtung mit Radweg)

Der RS1 verläuft weiter bis zur Massenbergstraße entlang der nördlichen Straßenseite des Südrings. Zur schnellen Querung von Viktoria-, Kortum-, Luisenstraße, Hellweg und Huestraße und schlagen die STADTGESTALTER die Einrichtung einer Grüne Welle für die Radfahrer auf dem Radschnellweg vor.

Direkt nach der Querung der Huestraße wird der RS1 nach dem Plan der STADTGESTALTER erneut abgesenkt damit die Radfahrer anschließend die Kreuzung Ostring und Wittener Straße diagonal mit Hilfe einer Unterführung zu queren (Unterführung Kreuzung Ostring/ Wittener Straße). Über eine Rampe auf Höhe des technischen Berufskollegs bis zur Scharnhorststraße erreichen die Radfahrer auf der Südseite des Ostrings wieder das Straßenniveau des Innenstadtrings.

Am Ende der Rampe biegt der RS1 in die Scharnhorststraße ab und wird schließlich über die Bachstraße um das Fiege-Gelände, südlich der Justizbauten herum geführt, um schließlich den Tunnel zu erreichen, der den Radschnellweg direkt auf den Springorumradweg führt. Mit diesem Tunnel, dessen Wiederinbetriebnahme vom RVR zur Verlängerung der Springorumtrasse Richtung Innenstadt ohnehin vorgesehen ist, unterquert der Radschnellweg die Bahnstrecke Richtung Dortmund und kann im Süden der Bahntrasse auf der bisher vorhergesehenen Streckenvariante weiter geführt werden.

Scharnhorststraße und Bachstraße werden wie schon die Rottstraße zu einer Fahrradstraße umgewidmet.

Vergleich bisher verfolgte und neu vorgeschlagene Streckenfüherung

Die von den STADTGESTALTERN vorgeschlagene Streckenführung weist gegenüber der bisher vorgesehenen Streckenführung einige wesentliche Unterschiede auf:

Die Länge der Strecke ist deutlich kürzer als die der bisherigen Streckenvariante. Bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h sparen die Radfahrer 4 Minuten Fahrzeit.

Die umstrittene Streckenführung entlang des Maarbachs entfällt. Dazu wird die Gahlensche Straße kreuzungsfrei überquert und eine Durchquerung des Kortumparks ist nicht erforderlich.

Zudem geht der RS1 noch näher an der Innenstadt vorbei als es die bisherigen Planungen vorsahen. Die Benutzer des Radschnellweges sollen jetzt vor und nicht mehr hinter dem Hauptbahnhof entlang fahren.

Für die bisher verfolgte Streckenführung hätten 3,5 km Radwege in 4m Breite vollständig neu angelegt werden müssen (entlang des Maarbachs, Querung Gahlensche Straße, Obere Stahlindustrie: Allee- bis Bessemerstraße, entlang der Bahnstrecke: Bessemerstraße bis Hermannshöhe und durch den Kortumpark). Für die von den STADTGESTALTERn vorgeschlagene Streckenführung muss nur ein Weg von insgesamt 1 km Länge neu angelegt werden (vom Tunnel Marbach bis Westpark, vom Westpark bis Rottstraße und der Anschluss an den Tunnel zum Springorum-Radweg).

Für die STADTGESTALTER-Variante müssen vier neue Querungsbauwerke errichtet werden (zwei Brücken: über die Gahlensche- und die Alleestraße sowie zwei Unterführungen zur Unterquerung des Innenstadtrings: am Ende der Rottstraße und an der Kreuzung Ostring/ Wittener Straße). Für die bisher präferierte Trasse wäre der Neubau zweier Brücken (Universitäts- und Wittener Straße) und die Sanierung wie der Umbau zweier weiterer Brücken über die Bessemer- und die Viktoriastraße erforderlich gewesen. Dazu hätte die Rampe aus Richtung Westpark zum Tunnel unter der Alleestraße umgebaut werden müssen.

Die Kosten für den Bau des Radschnellwegs tragen Bund, Land und der RVR. Bei der nunmehr vorgeschlagenen Streckenführung würden im Wege des RS1-Baus die Kosten für die Sanierung der Rottstraße und die Ergänzung des südlichen Teils des Innenstadtrings um einen Radweg übernommen. Sonst müsste die Stadt beide Projekte selbst finanzieren oder hierfür Fördermittel einsetzen, die dann nicht mehr für andere Projekte zur Verfügung stünden. Eine solche Ersparnis ergab sich bei der bisher verfolgten Streckenführung nicht.

Offen ist, welche Kosten der Bau der beiden von den STADTGESTALTERn vorgeschlagenen Unterführungen zur Folge haben würde. Die Höher der Kosten hängt stark davon ab, ob und in welchem Umfang für diese Bauwerke Leitungen und Rohre umgelegt werden müssen. Am Hauptbahnhof tangiert die Einfahrtsrampe zur Unterführung zudem die Verteilerebene, die sich unter dem Kurt-Schumacher-Platz befindet. Jedoch stellen Brücken, da sie nicht in die bestehende Bebauung eingefügt werden können, keine Alternativen zu den Unterführungen dar. Alternativ kommen allenfalls beampelte Querungen in Betracht, die aber den Radschnellweg-Standards zuwiderlaufen würden, da Radschnellwege möglichst kreuzungsfrei angelegt werden sollen.

Zusammen gefasst hat der Vorschlag der STADTGESTALTER gegenüber der bisher verfolgten RS1-Trasse einige Vorteile. Letztlich müssen zu dieser Streckenführung abaer noch einige Untersuchungen angestellt werden, um endgültig beurteilen zu können, ob sich die Realisierung dieser Variante lohnt.

Weitere Streckenvarianten werden gesucht

Stadtverwaltung, RVR und die Fahrradverbände sind weiter aufgerufen neue Streckenvarianten für den RS1 zu entwickeln, damit letztlich die beste Streckenführung umgesetzt werden kann. Wichtig ist, dass alle Varianten die Chance nutzen Innenstadt und Hauptbahnhof möglichst gut an den RS1 anzuschließen.

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