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Planlosigkeit sichtbar
01 Jul

Musikforum – an 4 von 7 Tagen ohne Veranstaltung

Das Musikforum wird kein Konzerthaus für die Bochumer Symphoniker (BoSy), sondern ein weiterer Veranstaltungs- und Aktionsort für alle Bochumer Bürger und Kulturinteressierte aus der gesamten Region“ (Konzept Musikzentrum), so lautete das Versprechen von Politik, Großsponsoren, der Stiftung Bochumer Symphonie und der Bochumer Symphoniker selbst.

An 4 von 7 Tagen keine Veranstaltungen im Musikforum

Jeden Tag sollten im Musikforum andere musikalische Veranstaltungen stattfinden. Im Konzept des Musikforums ist sogar von mehreren musikalischen Ereignissen am Tag die Rede. Dort heißt es unter dem Punkt „Wir leben Musik – jeden Tag“: „Wöchentlich wiederkehrende Veranstaltungsreihen neben den turnusmäßig stattfindenden Konzerten der Bochumer Symphoniker und der Musikschule sind ungefähr so denkbar:

samstags: Bochum musikalisch – Laienmusiker treffen Profis
sonntags: Salonmusik – Kaffee und Musik für „Silver-Agers“
montags: Bosys trifft Schule – Profis treffen Kids
dienstags: Bochum tanzt – Ball in der Marie
mittwochs: Kammerkonzerte
donnerstags: Chortag – offenes Singen
freitags: Jazz Lounge“

Mit der Realität hat diese Wunschvorstellung allerdings wenig gemein. Das Musikforum beherbergt an 4 von 7 Tagen in der Woche keine einzige Veranstaltung (Veranstaltungen Januar bis Juli). Eine typische Woche (07.- 13.01.17) sieht aktuell so aus: Am Samstag findet die BoSy Matinée statt, am Donnerstag die BoSy Soundsafari, am Freitag der Neujahrsempfang des Großsponsors GLS Bank, Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch bleibt das Musikforum geschlossen.

Konzerthaus statt Musikzentrum

Das Musikforum ist, wie es die Kritiker voraus gesehen haben, im Wesentlichen nicht mehr als ein Konzerthaus der BoSy. Auf Anfrage der Fraktion „FDP & Die STADTGESTALTER“ teilt die Verwaltung mit, dass im ersten Halbjahr 2017 neben den BoSy-Konzerten nur an 16 Tagen andere musikalische Veranstaltungen stattfanden und an weiteren 7 Tagen Zusammenkünfte ohne Musikhintergrund. Von den insgesamt 23 Veranstaltungen (Auflistung Veranstaltungen) waren 8 einem eingeladenen Besucherkreis vorbehalten und nicht öffentlich (Mitteilung der Verwaltung 20171326).

Kein Raum für musikalische Education-Programme, Workshops oder Kongresse

Das Konzept des Musikzentrums versprach etwas anderes: „Das Musikzentrum Bochum wird zugleich zukunftsweisendes Modell und realer Raum für musikalische und diskursive Praxis sein: zwischen künstlerischer Exzellenz und instrumentalem Schnupperkurs, zwischen musikalischer Begegnung der Kulturen und hochkarätiger sinfonischer Musik, zwischen Education-Programmen und professionellem Produzieren, Erproben und „Performen“, fachlichem Workshop und wissenschaftlichem Kongress“ (Konzept Musikzentrum). Nichts von dem gibt es. Im ersten Halbjahr 2017 gab es kein Education-Programm, keinen Workshop und keinen Kongress. Und auch die wenigen für den weiteren Jahresverlauf 2017 im Musikforum außer den BoSy-Konzerten geplanten Events haben überwiegend keinen Musikbezug (Mitteilung der Verwaltung 20171326).

Eigentlich sollten im Musikforum „Workshops, Seminare und Kongresse“ veranstaltet werden, damit „Musikinteressierte und Musiker … im Musikzentrum die Möglichkeit [finden], sich zu orientieren und zu qualifizieren“. In der Realität gibt es auch diese Möglichkeit mangels entsprechender Veranstaltungen nicht.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen prägt nicht den Bespielungsplan des Musikforums

Eigentlich sollte „die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – und eigene Programme für sie – … ein Schwerpunkt des Musikzentrums sein.“ Das Konzept versprach: „Das Spektrum reicht von der Durchführung einer jährlichen Europäischen Jugend-Orchesterakademie als Exzellenzprojekt im Bereich klassischer Musik bis zu Musikerziehung und JeKi. … So werden auch Kinder erreicht, die bislang keinen Kontakt zu kultureller Bildung hatten.“ Dazu sollten weitere Angebote zur “Verknüpfung von Musik mit anderen Aspekten kultureller Urbanität – sei es als spielerische Früherziehung oder als Attraktion für Menschen, die bisher mit Musik nicht so viel Berührung hatten, den „Bespielungsplan“ des Hauses prägen„. (Konzept Musikzentrum).

Mangels entsprechender Angebote erreicht das Musikforum in der Realität kaum Kinder und Jugendliche, schon gar nicht prägen entsprechende Veranstaltungen das Bild des Musikforums. Es dient fast ausschließlich der BoSy-Fangmeinde. Leider bestätigt sich der Verdacht der Kritiker, das Versprechen Kindern und Jugendlichen und Menschen, die bisher mit Musik nicht so viel Berührung hatten mit musikalischen Veranstaltungen zu begeistern, sei nur gemacht worden, um die öffentlichen Gelder zum Bau des Konzerthauses abgreifen zu können.

Chöre, Laienorchester, kreative Köpfe und die interkulturelle Szene nehmen das Musikforum nicht an

Ein weiteres Versprechen aus dem Konzept des Musikzentrums: „Daneben stehen die Räume aber auch Bochumer Chören, Laienorchestern, der interkulturellen Szene und den „kreativen Köpfen“ des Quartiers offen. Hier verschmelzen musikalische Grundausbildung, Talentscouting und Spitzenförderung zu einer Einheit“ (Konzept Musikzentrum). Dieses Versprechen wurde zwar eingehalten, die Nutzungsmöglichkeiten bestehen, doch fehlt der Bedarf und die Nachfrage. Nur gerade ein Chor, ein Gesangsverein sowie die Carolinenschule kamen in 181 Tagen, von Januar bis Juni, für eigene Konzerte in das Musikforum. In Bochum gibt es auch ohne Musikforum genug Auftrittsmöglichkeiten, deren Anmietung dazu noch deutlich günstiger ist.

Keine Veranstaltungen mit Ruhr-Universität und Hochschulen

Ein weiteres Versprechen: „Zum Konzept [des Musikforums] gehören auch direkte Kooperations- und Vernetzungsprojekte mit den Hochschulen – zum Beispiel mit der RuhrUniversität.“ Auch von diesen fehlt jede Spur.

Musikforum bleibt deutlich hinter den Ansprüchen der Initiatoren zurück

Das Musikforum ist als Konzerthaus für die BoSy top, ansonsten ein Flop. Die Ziele des Konzeptes, die nicht die BoSy betreffen, wurden bisher fast völlig verfehlt. Politik, Sponsoren und Förderer haben immer wieder betont, das Musikforum werde kein Konzerthaus sein, sondern „ein weiterer Veranstaltungs- und Aktionsort für alle Bochumer Bürger und Kulturinteressierte“. Mit diesem Versprechen hat insbesondere die Stiftung Bochumer Symphonie und die Politik für die Zustimmung und Spenden für den Bau des Musikforums geworben.

Wie die Kritiker vorausgesehen haben, lässt sich ohne zusätzliche Gelder eine Bespielung des Musikforums, wie im Konzept Musikzentrum vorgesehen, nicht im Ansatz erreichen.

Sponsoren, Förderer und Stifung müssen erhebliche weitere Finanzmittel bereit stellen um Ziele zu erreichen

Sollen die Bürger im Musikforum jeden Tag eine oder mehrere Veranstaltungen erleben können, dann müssen die organisiert und finanziert werden. Es bedarf entsprechender Programme, für die Veranstalter gewonnen werden müssen, die auch bezahlt werden wollen. Bisher sind in dieser Richtung kaum Bemühungen erkennbar. Die großen Sponsoren des Musikforums, die Stiftung, die BoSy und die Politik sind daher weiterhin aufgerufen die gemachten Versprechungen zu erfüllen. Um das Versprochene umzusetzen werden Sponsoren, Förderer und Stiftung jährlich erhebliche weitere Geldsummen bereitstellen müssen. Die Stadt steuert bereits jedes Jahr rund 3 Mio. für Betrieb, Unterhaltung und Finanzierung des Musikforums bei. Von dieser Seite sind keine zusätzlichen finanziellen Beiträge zu erwarten.

Ein Musikforum, das nur an 3 von 7 Tagen bespielt wird, bringt kaum messbare wirtschaftliche Impulse, weder für die Gastronomie des Bermuda3Eck noch für Bochumer Hotels, schon gar nicht für die Gesamtstadt. Ein Projekt, das so deutlich hinter den hochtrabenden Ansprüchen seiner Initiatoren zurück bleibt, wirkt sich nicht positiv auf die Wahrnehmung des Wirtschaftsstandortes Bochum aus. Werden die Versprechungen des Konzeptes nicht bald erfüllt, wird es vielmehr zu einer Blamage für die Initiatoren und Befürworter.

Ein Gedanke zu „Musikforum – an 4 von 7 Tagen ohne Veranstaltung

  1. Diese Entwicklungen dürften niemanden ernsthaft verwundern. Um an Fördergelder zu kommen, schreibt man sich doch das Blaue vom Himmel zurecht und denkt sich dabei im stillen Kämmerlein, dass später eh kein Hahn danach kräht, sobald die Bude steht. Man hätte auch versprochen, dass das Musikforum zeitweise als Schwimmbad genutzt werden könne, um an die Talerchen zu gelangen.

    Ach ja, demnächst wird es im Rat heißen, man hätte nicht absehen können, dass soundso viel Mehrkosten für den Unterhalt des Musikforums auf den Haushalt zukommen. Aber auch diese Angelegenheit dürfte allseits nur noch ein müdes Gähnen hervorrufen, weil bekannter Ablauf.

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