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Planlosigkeit sichtbar
24 Jun

Fünf besondere Plätze für die Innenstadt

Die Stadt möchte die Fußgängerzone erweitern. Die Viktoriastraße vom Husemannplatz bis Rathausplatz soll zur zusätzlichen Einkaufsmeile oder, wie es die Verwaltung formuliert, zu einem „frequenzbringenden Rückgrat der Innenstadt“, entwickelt werden (Grundsatzbeschluss Viktoriastraße). Baltz möchte das Erdgeschoss des Telekomblocks zu einem Sporthaus umbauen. Die Justizgebäude am Husemannplatz sollen einem Einkaufszentrum mit 15.000 qm Verkaufsfläche für 5-6 große und 4 Minigeschäfte, ergänzt durch ein Hotel und Büroflächen weichen.

Stadtplanung will mehr Einzelhandelsfläche über die Innenstadt verteilen

Während in Fachbeiträgen zur Einzelhandelsentwicklung vorgeschlagen wird die Einzelhandelsflächen in den Innenstädten zu konzentrieren und gesund zu schrumpfen (Welt vom 05.06.17), um der abnehmenden Nachfrage aufgrund des zunehmenden Online-Handels Rechnung zu tragen (Welt vom 05.02.17) schlägt das Stadtplanungsamt den umgekehrten Weg vor, noch mehr Einzelhandelsflächen sollen über das Gebiet der Innenstadt verteilt werden.

Doch schon jetzt finden 4.500 qm Verkaufsfläche im SinnLeffers-Gebäude keinen neuen Mieter, auch in der Drehscheibe, der Witteler-Passage und dem Kortumhaus stehen erhebliche Flächen leer. Beim Saturn im Kortumhaus stellen sich Insider nicht mehr die Frage ob, sondern wann er die Innenstadt verlässt.

Folgewirkungen des neuen Einkaufszentrums

Fassade, geplantes Einkaufszentrum am Husemannplatz

Welche Folgen hat also das neue Einkaufszentrum für die Innenstadt? Das Gebäude, das der Investor geplant hat, lässt sich als einfallslos charakterisieren (Bild Victoria Karree). Das neue Einkaufszentrum soll aussehen wie die übliche Dutzendware, die die Kunden mittlerweile in jeder Stadt der Republik finden. Der Kunde soll vorne in das Center rein gehen, kann dann durch das Gebäude bis in die Junggesellenstraße laufen (Grundriss Victoria Karree). Aber warum sollte er das tun? In der Jungesellenstraße ist nichts, was Kunden interessieren könnte. Die vorliegenden Planungen zeigen ein unambitioniertes, drittklassiges 08/15-Einkaufszentrum, dass keinerlei Kunden aus anderen Städten nach Bochum (zurück) locken wird.

Grundriss, geplantes Einkaufszentrum am Husemannplatz

Also werden die Kunden, die das neue Einkaufszentrum besuchen an anderer Stelle in der Innenstadt fehlen. Läden, die nach Bochum kommen wollen, gehen in das neue Center, statt in das SinnLeffers-Gebäude, in das Kortumhaus oder die Drehscheibe. Es werden sich an anderen Stellen der Innenstadt Leerstände auftun. Auch Baltz wird mit seinem Sporthaus von der ehemaligen Sparkassengalerie in sein neues Haus am Telekom-Block umziehen.

Das neue Center verhindert zudem Investitionen in die vorhandenen bestehenden Geschäftsimmobilien. Es unterbleiben Investitionen, um die Leerstände, den Anforderungen neuer Geschäfte anzupassen. Die neuen Ketten gehen ins Center, die alten Ladenlokale bleiben leer.

Ein anderes mögliches Szenario, für 5 Jahre funktioniert das Center, danach verliert der Investor das Interesse und es passiert das, was Bochum schon mit Stadtbadgalerie, Sparkassengalerie, Drehscheibe und Gerbercenter erlebt hat. Die Einzelhandelsflächen in den Centern finden keine neuen Mieter mehr, das Center verödet.

In weiten Teilen der Innenstadt fehlt die erforderliche Kundenfrequenz

Kundenfrequenzen 2017

Der Weg die Fußgängerzone zu erweitern und neue Einzelhandelsflächen auszuweisen, bringt die Stadt nicht voran. Schon die neue Fußgängerzone entlang des Bongardboulevards bleibt weit hinter den Erwartungen zurück (Karte Kundenfrequenz Innenstadt 2017). Es fehlt an der erforderlichen Kundenfrequenz, damit es interessant wird für neue Geschäfte sich hier anzusiedeln.

Nur die Kortumstraße zwischen City Point und Husemannplatz, Huestraße und Harmoniestraße weisen eine gute bis sehr gute Kundenfrequenz aus (Karte Kundenfrequenz Innenstadt 2017). Ziel muss es sein in Zukunft insbesondere auch auf dem Boulevard und den Plätzen der Innenstadt für eine gute Kundenfrequenz zu sorgen, damit sich in diesem Bereich der Einzelhandel der Stadt konzentriert (Karte Kundenfrequenz Innenstadt 2030).

Wie kann sich die Bochumer Innenstadt von anderen abheben?

Schaut man sich an, welche Innenstädte in Deutschland florieren, dann zeichnen sich diese durch ihr Flair und Ambiente aus (IHF-Studie, 30.01.17). Innenstädte mit besonderer Aufenthaltsqualität, die sich von denen anderer Städte positiv abheben, funktionieren, trotz Kokurrenzdruck durch den Onlinehandel.

Kundenfrequenz 2030 und Entwicklungsschwerpunkte, Vorschlag STADTGESTALTER

Die STADTGESTALTER schlagen daher vor, statt ein neues 08/15 Einkaufszentrum zu errichten, sich bei der Innenstadtentwicklung auf die Neugestaltung der Plätze der Innenstadt zu konzentrieren, um in der Bochumer Innenstadt eine einzigartige Atmosphäre im Hinblick auf Flair und Ambiente zu schaffen (Entwicklungsschwerpunkte Innenstadt).

Die Markthalle am Husemannplatz

Zudem wollen die STADTGESTALTER zwei Entwicklungsprojekte in der Innenstadt vorantreiben: Statt dem Einkaufszentrum könnte am Husemannplatz die neue Markthalle entstehen, für deren mögliche Errichtung sich der Stadtrat erst kürzlich ausgesprochen hat. Kombiniert mit städtischem Wohnen, insbesondere für Studenten und dem ohnehin geplanten Hotel, könnte so vom Husemannplatz ein besonderer Impuls für die Bochumer Innenstadt ausgehen.

Seilbahnline Innenstadt – Ruhrpark

Zweiter positiver Impuls, mit dem sich die Bochumer Innenstadt von allen anderen Städten abheben könnte, wäre die von den STADTGESTALTERn schon 2014 vorgeschlagene Seilbahnlinie vom Bongard-Boulevard zum Ruhrpark (Ruhrbarone vom 14.02.15). Das besondere Seilbahnerlebnis würde die Innenstadt für neue Kunden attraktiv machen. Drei Viertel der Kunden des Ruhrparks kommen nicht aus Bochum. Viele würden die Seilbahn nutzen mal in die Bochumer Innenstadt zu fahren, um diese neu zu entdecken.

Fünf besondere Innenstadtplätze

Damit diese Kunden sich in der Innenstadt wohl fühlen, schlagen die STADTGESTALTER darüber hinaus vor fünf Plätze in der Innenstadt grundlegend neuzugestalten, um hier eine besondere Aufenhaltsqualität zu schaffen. Jeder der Plätze soll dabei entsprechend seiner Funktion thematisch anders gestaltet werden. 2030 könnten die Innenstadtbesucher dann die Plätze wie folgt erleben:

Rathausplatz – Der ruhige Platz ist der Platz der Gastronomie. Hier essen die Verwaltungsangestellten und die Mitarbeiter der Innenstadtbüros zu Mittag. Am Abend kommen die, denen das Bermuda-Dreieck zu überlaufen ist. Im Sommer bestimmen die vielen Tische, der an den Platz grenzenden Restaurants, das Bild.

Husemannplatz – Der Marktplatz. Der grüne Platz. Drei Mal in der Woche ist hier Markt. In der angrenzenden Markthalle ist jeden Tag Betrieb. Mit seinen hohen Bäumen ist dieser Platz besonders grün und wird im Sommer wegen der vielen schattigen Plätze geschätzt.

Dr.-Ruer-Platz – Der Event-Platz im Zentrum der Stadt. Hier steht immer eine Bühne. Jedes Wochenende ist was anderes los. Hier feiert die Stadt. Gruppen, Bands, alle zeigen, was sie können.

Propstei- und Kuhhirtenplatz – Der urige-, der gemütliche und familiäre Platz. Im Bereich des Kuhhirten-Platzes bestimmt das Spielen für Kinder und Erwachsene das Bild. Die Fraktion „FDP und die STADTGESTALTER“ hatte hierzu bereits einen Vorschlag gemacht (Neue Spielflächen für die Innenstadt)

Der Propstei-Platz entsteht, wie bereits von den STADTGESTALTERn angeregt, neu (Propstei-Platz). Auf diesem Platz erfreuen sich Besucher an der Propstei-Kirche, die früher der Mittelpunkt der Bochumer Altstadt war und dem letzten Fachwerkhaus der historischen Innenstadt: Rietkötter. Der Platz ist der letzte Ort, an dem man noch etwas vom alten, nach dem Krieg untergegangenen Bochum spüren kann. Die heutige Marktstraße wird zum kleinen Kirchenpark.

Seilbahn-Platz – Der rummelige Verkehrsplatz. Hier sind immer Menschen unterwegs. Viele schweben mit der Seilbahn vom Ruhrpark ein. Es sind die Menschen, die nach dem Shoppen im sterilen Einkaufspark in der Innenstadt noch ein paar entspannte Stunden verbringen möchten. Die Seilbahnstation bildet den neuen Anfangspunkt des „Boulevards“ und wirkt als Windbrecher für die Einkaufsmeile.

Strategiewechsel bei der Inenstadtentwicklung

Die Vorschläge der STADTGESTALTER bedeuten einen Strategiewechsel in der Innenstadtplanung. Nachdem der über Jahrzehnte verfolgte Zubau von Einzelhandelsflächen durch Einkaufscentern und die ständiger Erweiterung der Innenstadtparkhäuser sich als wenig erfolgreich erwiesen hat, schlagen die STADTGESTALTER vor jetzt kräftig in Flair und Ambiente der Innenstadt zu investieren.

Aus der Bochumer Innenstadt, die bisher nicht viel anders aussieht, als jede andere Innenstadt der Republik, soll eine Innenstadt werden, die sich von allen anderen Innenstädten, zumindest denen des Ruhrgebiets positiv abhebt. Die Menschen des Ruhrgebietes sollen 2030 nach Bochum kommen, weil die Innenstadt neben vielen Einkaufsmöglichkeiten, viel Platz zum Verweilen bietet, zum Entspannen, zum Sehen und Gesehen werden. Weil es hier immer interessante Veranstaltungen gibt und nicht nur die Bochumer im lebendigen Zentrum ihrer Stadt gerne Zeit mit der Familie und Freunden verbringen.

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