29 Sep

Neues von der Bochum-Strategie

Bochum macht auf seinem Weg von der Industrie- zur Universitätsstadt einen weiteren Schritt nach vorne. Der Stadtrat hat in der letzten Woche im Rahmen der so genannten “Bochum Strategie” weitere 25 Aktivitäten auf den Weg gebracht, um das Profil der Stadt in den fünf Strategiebereichen zu schärfen: Die Stadt soll lebenswerter werden (Großstadt mit Lebensgefühl, Bereich 1), die Stadtverwaltung soll effizienter und moderner werden (Vorreiter modernen Stadtmanagements, Bereich 2). Dazu soll Bochum als Hotspot der Live-Kultur (Bereich 3) und als besonderer Ort der Bildung und innovative Stadt (Talentschmiede des Ruhrgebietes, Bereich 4 und Shootingstar der Wissensarbeit, Bereich 5) wahrgenommen werden.

Das Ziel – Universitätsstadt Bochum

Ziel der Bochum-Strategie ist es durch die Konzentration auf die genannten Bereich in der Stadtentwicklung Anschluss zu finden an andere Universitätsstädte. War Bochum zunächst Anziehungspunkt für Zechen und Stahlindustrie, weil es hier die erforderlichen Kohlevorkommen gab, war ab den 60er-Jahren ein entscheidender Faktor für die Ansiedlung von weiteren Industriebetrieben wie Nokia und Opel, das Vorhandensein von vielen, günstigen und schnell anlernbaren Arbeitnehmern.

Heutzutage ist für die Ansiedlung von innovativen und hoch entwickelten Unternehmen entscheidend, dass in der Stadt die erforderlichen Mitarbeiter mit hohen und höchsten Qualifikationen zu finden sind, die wiederum Städte mit herausragender Lebensqualität als Wohnort bevorzugen. Daneben ist für solche Unternehmen die Nähe zu Universitäten und Hochschulen wichtig. Die Unternehmen bevorzugen zudem Städte als Unternehmensstandort, die wie sie selbst, effizient und zukunftsorientiert aufgestellt sind und den Anspruch besitzen, in vielen Bereichen Vorreiter zu sein. In dem beschriebenen Umfeld, fühlen sich die Unternehmen wie VW-Automotive, die vielen kleinen Bochumer Start-Ups, die innovativen Gesundheitsunternehmen sowie die deutschlandweit führenden Bochumer Kliniken, die alle in Bochum bereits erfolgreich arbeiten, besonders wohl, gleiches gilt für die Mitarbeiter dieser Unternehmen. Und obwohl diese Unternehmen wegen des großen Potentials an hochqualifizierten Mitarbeitern in der Stadt kommen, beschäftigen sie auch viele Menschen, die nicht über hohe Berufsqualifikationen verfügen.

Noch aber ist Bochum keine Stadt, die trotz 50.000 Studenten von außen betrachtet als innovative Universitätsstadt wahrgenommen wird. Dafür sind noch viele Aktivitäten erforderlich, 25 hat der Rat jetzt beschlossen.

Welche 25 Aktivitäten sollen umgesetzt werden?


Weitere Informationen zu den Aktivitäten: https://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=412358&type=do&

Einige der Aktivitäten, die in den nächsten Jahren bevorzugt umgesetzt werden sollen, wurden in der Bürgerkonferenz von den Bürgern vorgeschlagen, andere im Rahmen der Ideensammlung im Rathaus von den städtischen Mitarbeitern oder auch der Wirtschaftsförderung. Einige Aktivitäten sind eigentlich seit jeher Aufgaben der Verwaltung sind, die jetzt aber besonders in den Fokus genommen werden sollen (Z.B. Bochums grüne Oasen – Attraktive Parks und Freiräume). Unter den 25 Aktivitäten finden sich auch einige Vorschläge, die die Fraktion “FDP und Die STADTGESTALTER” und die STADTGESTALTER schon seit langem einfordern oder in den Prozess der Bochum-Strategie eingebracht haben, u.a. ein besseres Baustellenmanagement (Mehr Baustellen für Bochum), Leitprojekte ÖPNV (Seilbahnidee, Nahverkehrsachse Wattenscheid u.a.), Leitprojekte Radverkehr (Radweg Innenstadtring, Steigerung der Radfahrfähigkeit von Grundschulkindern), u.a.), Bürgerfond (Bürgerbudget), Innenstadt neu erleben! (Fünf besondere Plätze für die Innenstadt), 1.000 Bänke für Bochum (200 Bänke für die Stadt), Räume für Spiel, Bewegung und Aufenthalt (Spielbereiche für die Innenstädte), Bochumer MINT-Bildungscluster (Vorschlag zur Bochum-Strategie).

Die Umsetzung der 25 Aktivitäten ist eine Herausforderung

Der Ratsbeschluss, die Aktivitäten in Angriff zu nehmen, kann aber nur der erste Schritt sein, der Erfolg der Bochum-Strategie wird gemessen an der Umsetzung. Auf viele Worte müssen jetzt viele Taten Folgen. Da ist besonders der Oberbürgermeister gefordert, der ein Meister der Selbstinszenierung ist und der es bisher vortrefflich verstanden hat die Bochum-Strategie für Publicity in eigener Sache zu nutzen. Die jetzt beschlossenen 25 Aktivitäten ergänzen, die 25 bereits 2017 beschlossenen. Es wurde also viel versprochen, Oberbürgermeister und Verwaltung werden in Zukunft daran gemessen, dass sie die Aktivitäten zügig und erfolgreich umsetzen.

Der Weg, mittels einer festgelegten Strategie das Profil der Stadt in fünf Bereichen besonders zu schärfen und dort die Stadt mit zielführenden Aktivitäten an das Niveau anderer Universitätsstädte heran zu führen und dann darüber hinaus zu einem Vorreiter zu machen, ist richtig. Damit die Stadt das ehrgeizige Ziel erreicht, muss dieser Weg in den nächsten Jahren konsequent und hohem Engagement aller Beteiligten verfolgt werden. Das sicher zu stellen ist Aufgabe des Rates der Stadt. Er muss die Umsetzung der Bochum-Strategie aktiv begleiten. Dabei reicht es nicht sich nur über den Fortgang der Umsetzung der Aktivitäten informieren zu lassen. Der Rat muss eingreifen, wenn die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück bleibt. Wird erkennbar, dass Aktivitäten sich nicht erfolgreich umsetzen lassen, müssen diese durch andere ersetzt werden, mit denen die gesetzten Ziele besser erreicht werden können.

Auch werden die angestoßenen Aktivitäten nicht reichen, um die Ziele zu erreichen, es wird in den nächsten Jahren eine Vielzahl von zusätzliche Aktivitäten auf den Weg gebracht werden müssen. Aktuell sind zwar die Ressourcen der Verwaltung mit der Umsetzung der abzuarbeitenden 50 Aktivitäten ausgelastet, bald aber sollten die ersten Aktivitäten umgesetzt sein, so dass Ressourcen für neue Aktivitäten frei werden.

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