09 Feb

Spaßbad am Westkreuz, Schulschwimmbad am Kortumpark

Der Chef der Wasserwelten (Bochumer Bäder Betriebsgesellschaft), Berthold Schmitt schlägt vor in Bochum ein Großbad zu bauen. Dafür müssten einige der maroden Hallenfreibäder geschlossen werden. 440.000 Besucher soll das Spaßbad pro Jahr anlocken. So viele Besucher können alle 4 Hallenfreibäder heute zusammen nicht aufweisen. Neben dem Spaßbadbereich soll das Großbad eine Schwimmhalle (Funktionsbad) für Schulen und Vereine. besitzen. 40-45 Mio soll der Bau eines solchen Bades kosten, aber nur noch 1 Mio. Euro an städtischen Zuschüssen verschlingen. Einen ganz ähnlichen Vorschlag für ein Zentralbad im Westpark hatten die STADTGESTALTER bereits 2015 gemacht (Ein zentrales Schwimmbad für Bochum und Wattenscheid).

Ein Großbad in Höntrop

Erste Überlegungen sehen vor, das Großbad in den Südpark in Höntrop zu bauen, als Ersatz für das Hallenfreibad dort. Doch die Sache hat einen gewaltigen Haken. Der Südpark liegt, betrachtet man ganz Bochum und Wattenscheid, am Rande der Stadt, er ist schlecht erreichbar, besitzt keine leistungsfähige ÖPNV-Anbindung und es fehlen für 440.000 Besucher ausreichend Parkplätze. Auch eine neue Zufahrtsstraße zum Bad müsste gebaut werden, die Anwohner wehren sich bereits jetzt gegen das Bad und mehr Besucherverkehr (WAZ vom 31.01.19).

Zwar ist der Park landschaftlich für ein Großbad mit Saunalandschaft, Allwetterbecken, Rutschenturm und Freibad- und Fitnessbereich bestens geeignet, doch die für ein Großbad erforderliche zentrale Lage fehlt. Zudem wären weitere 10-20 Mio. über die Baukosten des Bades hinaus erforderlich, um es optimal an den Stadtverkehr anzuschließen und ausreichend Besucherparkplätze zu schaffen. Hinzu kommt, es ist kaum möglich die Schüler aus ganz Bochum mit Bussen zum Südpark zu fahren, die Anfahrtszeiten wären von den meisten Schulen zu lang.

Ein Großbad muss zentral liegen und gut erreichbar sein

Der Südpark-Standort scheidet somit für ein Großbad aus. Ein Großbad muss zentral im Stadtgebiet liegen und für alle Menschen, die in der Stadt wohnen oder aus dem Ruhrgebiet kommen und von den vielen städtischen Schulen gut erreichbar sein. Sonst lassen sich die angestrebten Besucherzahlen mit denen die Kosten des Bades quer subventioniert werden sollen, nicht erreichen.

Idealer Standort am Westkreuz

Standort Großbad

Die STADTGESTALTER haben daher das Stadtgebiet nach einem Standort für ein Großbad abgesucht, wie es die Wasserwelten planen und kamen so auf einen Standort, direkt nördlich des Westkreuzes (siehe Plan). Ein Facebook-User gab den Hinweis auf diesen Standort. Der Badstandort im Norden der A40, dort wo zwischenzeitlich ein Autohof geplant war, wäre ideal an den Verkehr angebunden, von A40 wie A448 direkt zu erreichen, die Straßenbahnlinie 302 könnte direkt vor dem Badeingang halten. Radfahrer, könnten das Bad über die Erzbahntrasse wie den geplanten Radschnellweg RS1 erreichen.

Das Badgelände grenzt im Osten an die Wattenscheider Heide an. Es stünden mehr als 8 ha Fläche zur Verfügung auf der ein rd. 4 ha großes Bad mit Saunalandschaft, Allwetterbecken, Rutschenturm sowie Freibad- und Fitnessbereich leicht errichtet werden könnte. Ein Ort, der besser erreicht werden kann, ist in Bochum kaum zu finden. Auch die Schüler der umliegenden Schulen könnten schnell zu diesem Bad gefahren werden. Für das Schul- und Vereinsschwimmen müsste das Bad um eine entsprechende Schwimmhalle ergänzt werden. Für Besucher sollte es möglich sein zum reduzierten Preis nur diese Halle ohne das Spaßbad zu nutzen.

Berechnung Wasserflächenbedarf für Schulen und Vereine

Laut der von der Stadt beauftragten Studie zur Wasserflächenbedarfsberechnung benötigt die Stadt rund 2.550 qm Wasserfläche in Hallenbädern, um das Schul- und Vereinsschwimmen optimal abwickeln zu können (Wasserflächenkalkulation). Davon stehen heute 1.350 qm im Uni-Bad zur Verfügung, die Restflächen (1.200 qm) in den 4 Hallenfreibädern. Im Großbad könnten rd. 375 qm Wasserflächen in einem separaten Becken (25 x 15 m) für das Schul- und Vereinsschwimmen bereitgestellt werden.

Ein weiteres neues Schulschwimmbad am Kortumpark

Standorte Bäder in Bochum und Wattenscheid

Standort Schulschwimmbad (Funktionsbad)

Da heute die bestehenden Hallenfreibäder für die Menschen und Schulen die im Nordwesten, Nordosten und in der Mitte der Stadt, schlecht zu erreichen sind (siehe Karte), schlagen die STADTGESTALTER vor, zusätzlich zum Großbad zentral in der Innenstadt eine weiteres Schwimmbad mit 600 qm Wasserfläche (2 Becken: 25×15 m und 15×15 m) zu errichten. Als Standort für dieses Funktionsbad schlagen die STADTGESTALTER den Kortumpark vor. Hier könnte das Bad, wenige Meter vom alten Stadtbadstandort entfernt, an der Bahnlinie und Wittener Straße im Norden des Eingangsbereich platziert werden (siehe Plan). Auch dieses Bad wäre optimal an den ÖPNV angebunden und von den meisten Bochumer Schulen bestens zu erreichen. Baulich sollte das Bad zudem einen Saunabereich und für die Sommernutzung einen kleinen abgeschirmten Freiluftbereich vorsehen. Dachbegrünung, die Anlage einer Vorfahrt für Schulbusse und die Verbauung zeitgemäßer, langlebiger Badtechnik sollte selbstverständlich sein, damit das Bad nicht wie das letzte Stadtbad nach nur 10 Jahren Betrieb schließen muss.

Bäder-Konzept der STADTGESTALTER erfüllt Anforderungen

Zusammen mit einem verbleibenden Hallenfreibad wird so die erforderlich Wasserfläche für das Schul- und Vereinsschwimmen (2.550 qm) erreicht (1.350 qm, Hallenfreibad und Großbad je 375, Schulschwimmbad 600 qm, siehe Wasserflächenkalkulation).

Vergleich Bäderkonzepte

Nach dem Bäder-Konzept der STADTGESTALTER betreibt die Stadt in Zukunft neben dem zentralen Großbad am Westkreuz und dem ebenfalls zentralen Funktionsbad am Kortumpark, ein Hallenfreibad, das saniert werden müsste, ein Freibad und das schon sanierte Unibad. Das Bad am Kemnader See könnte zukünftig als Bad im Rahmen eines Hotelkonzeptes von einem Investor unter Beibehaltung der öffentlichen Nutzung betrieben werden (Center Parcs o.a.). Auf diese Weise würde der für die städtischen Bäder erforderliche Zuschuss von jetzt 7-8 Mio. Euro auf 3-5 Mio. sinken.

Vergleich mit anderen Bäder-Konzepten

Der Bau der neuen Bäder sowie die Sanierung des weiter bestehenden Hallenfreibades (Option D), wie das die STADTGESTALTER vorschlagen, würde die Stadt 70-90 Mio. Euro kosten (zzgl. 0,5 Mio. für eine neue Straßenbahnhaltestelle am Großbad). Das ist deutlich günstiger als die bisher angedachten Bäder-Konzepte (Vergleich Bäder-Konzepte).

Würde man die bestehenden Bäder neu bauen, sanieren und modernisieren (Option A), müsste die Stadt dafür 80-100 Mio.ausgeben, aufgrund weiter sinkender Besucherzahlen würde der jährliche Zuschuss aber nicht sinken sondern sogar steigen.

Das Südparkbad durch ein Großbad zu ersetzen, ein Hallenfreibad und ein Freibad aufzugeben und alle anderen Bäder zu sanieren (Option B) würde ebenfalls 80-100 Mio.kosten, hinzu kämen die Kosten für die Verkehrsanbindung des Großbades mit zusätzlichen 10-20 Mio. Dafür würde der Städtische Zuschuss auf 5-6 Mio. sinken.

Der vom Chef des Kemnader Bades vorgeschlagene Ausbau dieses Bades zum Großbad bei Aufgabe eines Hallenfreibades (Option C) wäre in etwa so teuer wie Option B. Auch hier würde der städtische Zuschuss leicht sinken. Die Schüler für den Schwimmunterricht aber zum Bad am Kemnader See zu fahren, dürfte unpraktikabel sein.

Vergleicht man alle vier vorliegenden Bäder-Konzepte (Vergleich Optionen A-D), erfüllt der Vorschlag der STADTGESTALTER die bestehenden Anforderungen am besten, erfordert die geringsten Investitionskosten und kann die städtischen Zuschüsse bei deutlich steigenden Nutzerzahlen fast halbieren.

Der Wasserwelten Chef Berthold Schmitt arbeitet noch an einem Bäder-Konzept, man darf gespannt sein, wie dieses aussehen wird. Dann muss der Stadtrat entscheiden und das für Bochum und Wattenscheid beste Bäder-Konzept auf den Weg bringen.

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