14 Jan

Rathausplatz-Galerie

Einkaufszentrum auf dem neuen Justizgelände am Husemannplatz oder nicht? Diese Frage stellen viele Bochumer. Die STADTGESTALTER schlagen jetzt eine Alternative vor.

Neue Geschäfte müssen das bestehende Angebot erweitern und verbessern

Weitgehend unbestritten in der Bochumer Innenstadt ist, die Innenstadt könnte neue interessante Geschäfte mit größeren Ladenflächen gebrauchen, um die Attraktivität zu steigern und Kunden zurück zu gewinnen. Die Frage ist jedoch, kann das geplante Einkaufszentrum auf dem Justizgelände genau das bewirken oder verlagern sich dadurch nur Geschäfte von der Kortumstraße, in das neue Einkaufscenter. Kommt es dadurch an „Boulevard“ und Kortumstraße zu weiteren Leerständen und stirbt u.a. das Drehscheibe-Center endgültig aus?

Das Justizgelände liegt nicht direkt an der Kortumstraße und dem „Boulevard“. Ein Einkaufszentrum an diesem Ort würde bewirken, dass sich die Kundenströme Richtung Husemannplatz und Viktoriastraße verlagern.

Rathauskrezung heute, möglicher standort der Rathausplatz-Galerie

Statt des geplanten Einkaufszentrums könnte eine Stärkung der bisherigen Strukturen und eine Erweiterung des Angebotes direkt an Kortumstraße und „Boulevard“eine wünschenswertere und nachhaltigere Wirkung erzeugen, denn sie würde die bestehenden Einkaufsstrukturen nicht gefährden. Ziel sollte es sein neue Geschäfte zu gewinnen, die das bestehende Angebot sinnvoll ergänzen und verbessern, statt das bestehende an anderer Stelle durch konkurrierende fast identische Angebote zu ersetzen.

Überdachung der Kreuzung am Rathausplatz

Um dieses Ziel zu erreichen schlagen die STADTGESTALTER jetzt eine großflächige Überdachung der Kreuzung am Rathausvorplatz (Plan Überdachung) vor, wo Hans-Böckler-Straße, „Boulevard“ und Viktoriastraße aufeinander treffen. Hier könnte eine „Rathaus-Galerie“ entstehen, die das bestehende Citypoint-Drehscheibe-Center um die Gebäude von Sinnleffers, der Witteler-Passage und Teilen des Telekom-Blocks erweitert.

Obwohl in direkter Nähe zur Kortumstraße. wo die Kundenfrequenz schon heute am höchsten ist und mit bestem ÖPNV-Anschluss liegt die Kreuzung am Rathaus bisher leider brach, die Witteler-Passage steht immer wieder zu großen Teilen leer und fällt durch Billigläden auf, der Rathausplatz ist nur an Markttagen belebt. Es fehlt eine attraktive Verbindung vom „Boulevard“ zum Rathausplatz. Genau diese Lücke könnte die Rathausplatz-Galerie schließen. Die Galerie könnte zudem bewirken, dass der Rathausplatz wieder zu einem belebten, attraktiven Platz wird, an dem neben zusätzlichen Geschäften auch Stadtbücherei, andere städtische Einrichtungen und vielleicht auch die Markthalle unterkommen könnten.

Im Bereich zwischen Rathausplatz und Kortumstraße könnten sich auf beiden Seiten des Boulevards 2-stöckige großzügige offene Galerien entlang ziehen (Plan Galerien). Diese ermöglichen einen Zugang zu neuen Geschäften in der zweiten und dritten Ebene der anliegenden Gebäude (City-Point, Witteler-Passage, Sinnleffers). Auch können hier attraktive, überdachte Außenplätze für Gastronomien entstehen.

Da sich die Galerien oberhalb des unterirdischen Straßenbahn-Bahnhofs der Linie 302/310 erheben würden, ist hier nur der Aufbau leichter Konstruktionen möglich, die den statischen Erfordernissen des untertunnelten Baugrundes Rechnung tragen.

Bebauung Rathaus-Galerie

Dazu könnte der Telekom-Block durch ein 2-stöckiges Gebäude Richtung Viktoriastraße und der City-Point durch ein ebenso hohes Gebäude Richtung Hans-Böckler-Straße erweitert werden (Plan Gebäudeerweiterungen). Diese Gebäude müssten nicht auf Tunneln von Stadt- oder Straßenbahn errichtet werden, sie könnten daher massiver und gegebenenfalls auch höher gebaut werden.

Um eine besondere Atmosphäre und einen Wetterschutz zu erreichen, könnte die Kreuzung nach dem Vorschlag der STADTGESTALTER großflächig überdacht werden. Die neuen Gebäude und Galerien, die erheblich niedriger ausfallen als die markanten Gebäude von City-Point, Witteler-Passage und Telekom-Block werden so ebenfalls überdacht (Plan Überdachung). Für Fußgänger entsteht durch Brückenverbindungen der Einbauten ein Umlauf auf der Höhe des 1. und 2. Stocks oberhalb der Rathauskreuzung (Plan Umlauf) von dem sich spannende Blicke über den Boulevard Richtung Propstei-Kirche und auf das Rathaus und den Rathausvorplatz ergeben. Die Überdachung könnte als Zeltdach zwischen den bestehenden Randbebauungen eingezogen werden oder mit eine durchsichtigen Dachkostruktion realisiert werden (Beispiel Dachkonstruktion), die sich von Dach zu Dach der Gebäude erhebt, die heute die Straßenrandbauung der Rathauskreuzung bilden.

Beispiel Dachkonstruktion (Foto: William Murphy)

Durch Einbindung des Telekom-Blocks in die „Rathausplatz-Galerie“, können auch dort weitere Geschäftsflächen erschlossen werden. So können insgesamt auf mindestens 5.300 qm Grundfläche auf zwei Etagen neue, attraktive Geschäfte entstehen (Telekomblock plus Erweiterung, Erweiterung City-Point, Witteler-Passage).

Suche nach einer besseren Lösung als dem Einkaufscenter auf dem Justizgelände

Die Vorteile, der von den STADTGESTALTERN vorgeschlagenen Lösung, sind vielfältig. Bisher von Leerständen und Billigläden bedrohte Flächen (Witteler-Passage, Drehscheibe) würden reaktiviert. Der Rathausplatz könnte optimal an Bongard-Boulevard und Kortumstraße angebunden und wiederbelebt werden. Durch eine attraktive Architektur der Galerie, kann sich diese in die bestehende Bebauung einfügen, ein gesichtsloser Einkaufscenterbau wird vermieden.

Die Bebauung der Kreuzung ist jedoch statisch nicht einfach und architektonisch anspruchsvoll. Auch müssen alle betroffenen Immobilienbesitzer für eine gute Lösung an einem Strang ziehen. Für de Realisierung der Galerie wären nicht unerhebliche Investitionen notwendig, die die Beteiligten bereit sein müssten zu stemmen. Es müsste also zunächst geprüft, in wie weit der beschriebene Vorschlag umsetzbar ist.

In jedem Fall sollte die Stadt neben der Möglichkeit auf dem Justizgelände ein Einkaufscenter zu errichten, weitere Lösungen prüfen, wie sich die Attraktivität der Innenstadt steigern lässt. Ein Einkaufszentrum auf dem Justizgeländes hat erhebliche Schwächen und birgt Risiken für die Innenstadt. Wenn es eine bessere Lösung gibt, um in der Innenstadt Ladenflächen für neue, interessante Geschäfte zu erschließen, dann sollte man diese vorziehen. In soweit, ist der Vorschlag der STADTGESTALTER auch als Anregung zu verstehen, nach weiteren Lösungen zu suchen.

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