23 Feb

Konzept für Markthalle, VHS, Bücherei und mehr

Dort, wo heute das Telekom-Gebäude am Rathausplatz steht, soll in Bochum bis spätestens 2023 eine Markthalle und das sogenannten “Haus des Wissens” entstehen. Denn Stadtbücherei und Volkshochschule sollen bis dahin vom Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ) hinter dem Rathaus in das ehemalige Telekom-Gebäude umziehen.

Mit diesem Umzug setzt die Stadt einen Vorschlag der STADTGESTALTER um, den diese bereit 2015 vorgeschlagen haben (Bochumer Markthalle, 03.06.2015). Weiterhin hatten die STADTGESTALTER im gleichen Jahr eine Neuausrichtung der Stadtbücherei vorgeschlagen, die nun mit dem Bezug neuer Räumlichkeiten ebenfalls realisiert werden soll (Zukunftsweisende Neuausrichtung der Stadtbücherei, 17.01.2015).

Menschen suchen Orte, an dem sie nicht nur Wissen finden, sondern auch Unterhaltung, Orientierung, Austausch. Sie wollen kostenlos im Internet surfen, sich verabreden, vielleicht eine Lesung besuchen, Diskussionsrunden verfolgen oder einfach nur Zeit totschlagen. Freiberufler kommen um die Bibliothek als Arbeitsort zu nutzen (Süddeutsche vom 08.03.2018).

Menschen treffen, Wissen erleben, Zukunft gestalten

Das Telekom-Gebäude soll in Zukunft, der Ort sein, an dem sich Menschen in Bochum treffen, Wissen erleben und Zukunft gestalten. Eine klassische Volkshochschule und Stadtbücherei wird es dort nicht mehr geben. Vorbild für die Neuausrichtung wird, wie von STADTGESTALTERn angeregt, die futuristischen Stadtbücherei in Aarhus sein. Bücher spielen im Dokk1, so der Name der Bibliothek, nur eine untergeordnete Rolle, andere Medien werden mindestens gleichrangig angeboten. Es dreht sich alles um Kommunikation, Dienstleistung und ein zeitgemäßes Veranstaltungsprogramm.

In der dänischen Vorzeigebibliothek ist fast alles möglich: Drohnenflugwettbewerb, Fußballturnier auf einem virtuellen Spielfeld, das auf den Fußboden der Kinderabteilung projiziert wird, eine Schreibwerkstatt, ein Hacker-Treff, eine Kunstinstallation, alles das gab es schon. In der Bibliothek können die Bürger auch ihren Pass verlängern lassen und finden das erforderliche Equipment um ihr iPhone zu reparieren. 7 Tage die Woche wird die Bibliothek genutzt, Nähwerkstatt, Programmierkurse, Gaming für Jugendliche. Das Ziel ist Wissen zu teilen, Menschen zusammen zu bringen und sie dabei zu unterstützen kreativ zu werden. (Zeit vom 30.11.2015).

Was ist bei der Umgestaltung des Telekomblocks zu beachten?

Mit dem Ziel einer neuen und modernen Bibliothekausrichtung haben die STADTGESTALTER ein Nutzungskonzept für das Telekomgebäude entwickelt. das sich an folgenden Leitlinien orientiert: Es soll ein kommunikativer, urbaner Raum entstehen, an dem sich Menschen in Bochum treffen, Wissen erleben und Zukunft gestalten.

Das ist nur möglich, wenn der Telekomblock entsprechend baulich umgestaltet wird. Im Innenhof des Telekomgebäudekomplexes ein sehr transparentes Gebäudeensemble mit vielfältigen Sichtbeziehungen und vielen offenen, spannenden Orten zum Verweilen und zu Kommunikation entstehen. Gleichzeitig sollten im Innenhof großzügige nicht überdachte Flächen für Verweilmöglichkeiten bei gutem Wetter verbleiben bzw. geschaffen werden.

Darüber hinaus sollte die Markthalle bei Beibehaltung der historischen Fassade besonders zum Rathausplatz von außen sichtbar sein, um Menschen, aufmerksam zu machen und in das Gebäude zu ziehen. Weitere Ideen waren in das Gebäude ein KiTa zu integrieren, ebenso wie einen Co-Working-Space und Mietbüros, besonders für StartUps.

3D Visualisierung

Der Vorschlag der STADTGESTALTER

Die STADTGESTALTER schlagen vor, die bestehenden Telekomgebäude vollständig zu entkernen, die Fassaden zum Innenhof abzureißen und dafür die Gebäude nach Süden und Westen durch verglaste Anbauten in den Innenhof um rund 8-15 m zu erweitern (Visualisierung). Unter einer Glashülle werden die verschiedenen Gebäudeebenen miteinander verbunden, so dass vielfältige Blickbeziehungen entstehen und Orte mit spannenden Aussichten, an denen sich die Besucher gerne aufhalten. Die Bibliothek der Zukunft muss hochflexible nutzbar sein, das bedeutet der umgestaltete Bau muss sich durch individuell abteilbare Flächen, offene Räume und so viel Licht wie möglich auszeichnen.

Im Erdgeschoss erstreckt sich im Nordosten die rd. 2.000 qm große Markthalle. Diese ragt über den bestehenden Gebäudekörper rund 8 Meter auf die Viktoriastraße hinaus, so dass die Halle von Bongard-Boulevard und Rathausplatz auch von außen sichtbar wird. An der Nord-Ost-Ecke des Telekom-Blocks befindet sich gleichzeitig der Hauptzugang zur Markthalle.

Der Innenhof kann zukünftig zusätzlich vom Rathausplatz über einen großzügigen Durchgang erreicht werden, der sich etwa dort befindet, wo man früher in die Postfiliale ging. Im Innenhof schlagen die STADTGESTALTER vor auf der Westseite, angrenzend an die Gebäude neben dem Schlegelturm, ein weiteres Gebäude zu errichten, das allerdings nicht mehr zwei Stockwerke aufweisen soll. Im Erdgeschoss könnte eine zweite kleinere Markthalle Platz finden, darüber ein vielfältig nutzbares Forum für diverse Veranstaltungen (u.a. Bürgeranhörungen, Diskussionsveranstaltungen) und Ausstellungen, daneben Räume für Tagungen, Seminare, Workshops und diverse Kurse, wie sie heute insbesondere die VHS benötigt. Weitere derartige Räume finden sich in den Nachbargebäuden, die über verglaste Brücken oder über den Hof erreichbar sind.

Auf dem Innenhof bleibt zwischen den Gebäuden ein breiter Weg frei über den die Besucher vom Rathaus später auch das Einkaufszentrum am Husemannplatz erreichen können. Hier kann sich Außengastronomie von der Markthalle ausbreiten, ebenso wie frei verfügbare Bänke und andere Sitzgelegenheiten, die bei gutem Wetter zum entspannen und verweilen einladen.

Nutzungpläne für die Geschosse

Auf fünf Ebenen wird dem Besucher im umgestalteten Telekomblock alles geboten, was eine moderne Bibliothek ausmacht (Pläne der 5 Ebenen) , eine Kinderbücherei, Platz für Bücher und andere Medien, Studierzellen, Mediaspace, Flächen für Gaming, sowie Ton-, Videostudios, Virtuality-Reality-Labore, Ateliere und Werkstätten. Der klassische Nutzer ist zukünftig nicht mehr der ältere, gebildete Senior, alle Bevölkerungsschichten sollen sich angesprochen fühlen. In der Bibliothek der Zukunft können nicht nur Bücher und andere digitale Medien ausgeliehen oder vor Ort genutzt werden, sondern auch Werkzeug, Kunst, Musikinstrumente und Maschinen, wie z.B. 3D-Drucker.

Highlight auf dem Dach des Gebäuderiegels im Osten könnte ein Dachgarten mit Rooftop-Bar/Café sein, ein weiterer spannender Ort, an dem sich die Besucher gerne aufhalten und treffen werden. Für den Dachgarten, müsste ein Teil des Daches komplett abgetragen werden, so dass dafür eine Fläche von rund 600 qm verfügbar wird.

Im Süden sieht der Vorschlag der STADTGESTALTER einen Einbau in den Innenhof vor, in dem sich im Erdgeschoss eine KiTa einrichten ließe. Darüber könnten auf 3 Stockwerken Co-Working-Räumlichkeiten und Mietbüros besonders für StartUps eingerichtet werden. Besonderer Vorteil dieses Standortes ist, die Räumlichkeiten würden direkt an die Büros der Bochumer Wirtschaftsförderung angrenzen.

Im Dachgeschoss des Telekomblocks haben die STADTGESTALTER die Verwaltung untergebracht, die für die Bereitstellung der vielfältigen Angebote und den Betrieb der Räumlichkeiten erforderlich ist. Sämtliche Flachdächer werden begrünt. Da, wo es möglich und sinnvoll ist werden Solaranlagen installiert, die die Gebäude mit Warmwasser und Strom versorgen.

Aushängeschild und sozialer Mittelpunkt der Stadt

Das, was die STADTGESTALTER vorschlagen, geht weit über ein “Haus des Wissens” mit Markthalle hinaus. Entworfen wird ein Gebäudeensemble, das den Anspruch erhebt, ein einzigartiges Aushängeschild für die Bildungs- und Universitätsstadt Bochum zu werden und gleichzeitig sozialer Mittelpunkt der Stadt zu sein, wo sich die Menschen treffen um es sich gut gehen zu lassen, Wissen zu erleben und Zukunft zu gestalten.

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