30 Dez

310 bis Urbanusstraße erhalten

Der neue Nahverkehrsplan sieht für den Bochumer Osten einige wichtige Verbesserungen vor. So werden die heutigen Straßenbahnen 302 und 310 2020 im 7,5 bzw. 15 Minuten-Takt direkt durch Langendreer fahren. Die Wohngebiete Sonnleite, Kaltehardt, Papenholz und Neggenborn sollen dagegen ihren direkten Anschluss mit der Straßenbahn an die Innenstadt und das Straßenbahnnetz verlieren. Die Trasse der heutigen Straßenbahnlinie 310 soll ab Unterstraße still gelegt werden.

Zu erhaltene Straßenbahntrasse (heute Linie 310, zukünftig 302) mit Einzugsbereich

Zukünftig müssen die betroffenen Bewohner zunächst mit einem Bus zur Straßenbahn-, S-Bahn- oder U35-Haltestelle fahren, umsteigen und kommen so nur noch indirekt in die Stadt (Zukünftiges Busnetz).

Die Straßenbahntrasse von Unter- bis Urbanusstraße sollte erhalten bleiben

Auf eine Anregung des Langendreer Bürgers und leidenschaftlichen Nahverkehrsfreundes Ferdi Büscher hin hat die Fraktion „FDP & Die STADTGESTALTER“ im Stadtrat vorgeschlagen, die jetzige Straßenbahntrasse 310 bis zur Haltestelle Urbanusstraße (Trassenplan), ab Unterstraße mit den Zwischenhalten Sonnleite und Kaltehardt zu erhalten (Antrag 20173262 und Plan). Im Einzugsgebiet dieses Straßenbahnastes wohnen rund 3.000 Bochumer. Für die Erhaltung der Trasse würden der Stadt kaum Kosten entstehen. Zwar müssten in den nächsten Jahren die Haltestellen bis zur Urbanusstraße barrierfrei ausgebaut werden, diese Maßnahme würde das Land allerdings zu 95% bezuschussen.

Linienplan Schienenverkehr bei Erhalt der Trasse bis zur Unterstraße

Die etwas mehr als einen Kilometer lange, vorhandene, vollfunktionsfähige Straßenbahntrasse stillzulegen, ist nicht sinnvoll. Würde die Stadt diese Strecke neu bauen, müsste dafür eine Summe von rund 12 Mio. investiert werden. Dieser Neuwert würde mit der Stilllegung und dem Rückbau der Schienentrasse unwiderbringlich vernichtet.

Stattdessen will die Stadt die Linie 302 für 12 Mio. Euro um 850 m auf die ehemaligen Opelflächen in Laer verlängern. Dort sollen zukünftig 3.000 Menschen arbeiten. Wenn sich diese Investition rechnet, dann ist der Erhalt des Straßenbahnastes der heutigen Linie 310 bis zur Haltestelle Kaltehardt ebenfalls sinnnvoll.

Die Begründung der Stadtplanung ist nicht haltbar

Begründung des Stadtplanungsamts, warum die Aufhebung des Stilllegungbeschlusses der Straßenbahntrasse nicht geprüft werden soll

Die Begründung, warum die 2011 getroffene Entscheidung zur Stilllegung der 310-Trasse zumindest bis zur Haltestelle Urbanusstraße nicht rückgängig gemacht werden sollen, ist nicht schlüssig (Begründung).

Die Bauverwaltung erklärt, um die Stilllegung zu verhindern, müsse der Planfeststellungsbeschluss von 2011 geändert werden, dass sei aufwendig. Selbst wenn dem so ist, dann ist dieses Vorgehen vergleichsweise günstig, ehe die Stadt eine funktionsfähige Trasse im Neuwert von 12 Mio. aufgibt. Tatsächlich ist die Stilllegung der Trasse jedoch gar nicht Gegenstand der Vorhabenbeschreibung des entsprechenden Planfesstellungsbeschlusses, Gegenstand ist allein „der Neubau bzw. die Erweiterung der bestehenden Straßenbahnlinie 310 im Stadtteil Bochum – Langendreer und in Witten“ (Beschluss vom 24.11.11, S. 37).

Weiterhin führt die Verwaltung an, Teilbereiche der heutigen Strecke der 310 seien als ökologische Ausgleichsflächen für die Neubaustrecken vorgesehen. Würde die Trasse erhalten bleiben müssten an anderer Stelle Ausgleichsflächen ausgewiesen werden. Diese Ausführung ist falsch. Im Planfeststellungsbeschluss steht, „das gemäß landschaftspflegerischen Begleitplan verbleibende Kompensationsdefizit ist auf der städtischen Fläche Gemarkung Langendreer, Flur 15, Flurstück 867,
auszugleichen“ (Beschluss vom 24.11.11, S. 29/122). Die zu erhaltende Straßenbahntrasse auf dem Mittelstreifen und im Seitenbereich der Baroper Straße führt nicht über das Flurstück 867.

Abschließend wird von der Verwaltung gegen eine Aufhebung des Stilllegungsbeschlusses angeführt, dass sich die Erhaltung erheblich auf die Wirtschaftlichkeit (Standardisierte Bewertung) der neuen Strecken der Straßenbahnlinien 302/310 auswirken würde. Dies ist nicht zu erwarten. Der zu erhaltende Ast der alten 310 Trasse, kann nicht alternativ zu den neuen Strecken genutzt werden. Er dient in gleicher Weise als Zubringer für die neuen Strecken wie die aktuell geplanten Busverbindungen 364, 366 und 377.

Eine Prüfung, ob die Straßenbahntrasse erhalten werden soll ist sinnvoll

Im Ergebnis spricht also nichts gegen eine Prüfung, ob es sinnvoll ist, die Straßenbahntrasse bis zur Urbanusstraße zu erhalten, wie es die Fraktion „FDP & Die STADTGESTALTER“ beantragt hat. Letztlich reduzieren sich die Einwendungen der Verwaltung darauf, dass eine Änderung des Stilllegungsbeschlusses für sie mit einigem Aufwand verbunden wäre. Dieser Aufwand ist jedoch im Verhältnis dazu, dass sonst eine bestehende Straßenbahnstrecke im Neuwert von 12 Mio. Euro vernichtet würde, zu vernachlässigen.

Meint die Politik ihr Vorhaben ernst das öffentliche Nahverkehrsnetz in Bochum auszubauen um mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen, dann wäre die Stilllegung eines, wenn auch kleinen Teils des Straßenbahnnetzes kontraproduktiv. Der Stilllegungsbeschluss ist also dringend zu überdenken.

Straßenbahntrasse zwischen Kaltehard und Papenholz könnte Radweg werden.

Die STADTGESTALTER schlagen überdies vor die weiterhin aufzugebende Straßenbahntrasse ab Urbanusstraße bis zur Haltestelle Papenholz auf Wittener Stadtgebiet zu nutzen, um diese als Radweg auszubauen.

Ein Gedanke zu „310 bis Urbanusstraße erhalten

  1. Netz 2000 – Odyssee in Langendreer – 1 Schritt vor und 3 zurueck

    Die von der Bogestra als “Verbesserungen” dargestellten neuen Direktverbindungen sind lediglich Umschichtungen zu Lasten frueherer Direktrouten, bzw. haben schon vorher bestanden.

    Die Auswertung der elektronischen Auskunft “Mutti” ergibt eine katastrophale traurige Wahrheit:

    Zuerst fairerweise die Verbesserungen: Die Bahnen ab Lgdr-Markt Richtung Bo-City fahren in engerer Taktung.
    Wer bei Langendreer S-Bahn zusteigt, hat mehr Direktverbindungen Richtung Witten, allerdings erst, wenn die Trasse fertiggestellt ist.

    Alle anderen Fahrgäste Richtung Witten müssen am Markt umsteigen.
    Wegen der erfahrungsgemäß leider häufigen Verspätungen kann sich die Umsteige- und Wartezeit dadurch nochmal um 15-20 Minuten verlängern.
    Mindestens noch 1 Jahr lang faehrt noch Schienenersatzverkehr, was einen weiteren Umstieg am Crengeldanz nötig macht.
    Die Haltestelle Papenholz wird laut “Mutti” nicht mehr bedient.

    Die schnelle 10-Minuten-Verbindung Lessingschule – Ruhrpark entfällt. Der Ruhrpark ist vorwiegend über Umwege erreichbar und die meisten Fahrgäste werden umsteigen müssen.

    Extrem und benachteiligt sind aber die vielen Fahrgäste in und um Kaltehardt.
    Beispielsweise kam man bisher mit der 310 von Urbanusstraße bis Witten-Crengeldanz in 5 Minuten für den Kurzstreckentarif 1,70€.
    Künftig wird man zuerst in die Gegenrichtung kutschiert, z.B. zur Steinerschule, bezahlt diesen widersinnigen Umweg auch noch mit 2,90€ und ist 21 Minuten statt 5 Minuten unterwegs.
    Zum Vergleich: Der Fußweg über die alte Route dauert 23 Minuten.

    Die boese Ueberraschung erlebt aber, wer mit der Strassenbahn aus Richtung Bo-City oder Witten kommt und nach Hause umsteigen will:
    Dann steht man jedes mal vor der Frage: “Wo und wann habe ich die nächste Busverbindung nach Kaltehardt? Von Unterstraße, Neggenborn, Lessingschule, Markt oder Steinerschule?
    Wo bleiben hier die von Bogestra angepriesene klare Linienfuehrung, die klaren Takte und die bessere Merkbarkeit ?
    Besonders belastet durch den Umsteigezwang und die Warterei sind Menschen, die älter oder schlecht zu Fuss sind, einen Rollator, Kinderwagen, kleine Kinder oder schwere Einkäufe mit sich führen.

    Auch wenn man im Haltestellenroulette die richtige Umsteige-Haltestelle erwischt hat, darf man nach 21 Uhr z.B. am Neggenborn 21 Minuten auf den Bus nach Kaltehard warten! Wer fit ist, kann zu Fuss ueber die dunklen Wege den Berg hoch gehen. Aber das ist nicht jedermanns und jederfrau Sache !
    Soviel zum Sicherheisservice der Bogestra, die sonst den Busfahrern erlaubt, nach 20 Uhr Fahrgaeste zu ihrem Schutz auch zwischen den Haltestellen rauszulassen.
    Aber fuer Kaltehard gelten wohl rauhere Sitten ?!

    Die Bogestra lobt sich fuer die neue Direktverbindung 355 zum Knappschaftskrankenhaus, mutet aber Patienten und Bediensteten des Wittener Marienhospitals eine Reisezeit von 31 Minuten und 2-maliges Umsteigen zu, bisher 9 Minuten direkt mit der 310, welche ab 15.12.19 ganz nach Schildbuergerart stillgelegt wird.

    Angesichts dieser Unzumutbarkeiten fragt man sich, warum man den Kaltehardter Menschen die Strassenbahn 310 wegnimmt, um zwischen Langendreer-S und Witten
    zu den 2 bestehenden Direktverbindungen noch eine hinzuzufuegen, die so dringend nicht nötig ist. Und das, wo die neue Trasse noch Flickwerk ist.

    Ein so wichtiger Bahnhof ist Langendreer-S fuer Wittener Reisende nicht. Die kommen nach Bochum-Hbf mit dem Regioalexpress in 10 Minuten und haben nach Dortmund den RE4 und die S5. Die muessen sich nicht nach Langendreer quaelen und da mit der unzuverlaessigen S1 rumaergern.
    Ebensowenig werden Hasslinghausener sich fuer 1:15h ueber die sogenannte Direktvebindung 379 von 54 Haltestellen zum Ruhrpark aufmachen.
    Eine weitere neue “Direktverbindung” sieht die Bogestra in der 355, die von Kaltehardt bis Dahlhausen 1:24h braucht und einen weiten Bogen ueber 60 Haltestellen faehrt.

    Wenn Bogestra und Stadt nicht ohne die 310 als 3. Linie zwischen Lgdr S und Witten auskommen, moege man wenigstens die alte Bahn fahrplansynchron zwischen Unterstrasse und Papenholz oder Crengeldanz pendeln lassen, und sie 311 nennen!
    Dazu reicht ein einziges Fahrzeug, um die Kaltehardter zu halbwegs akzeptablen Anschluessen zu bringen. Und wir haben ein umweltfreundliches Elekrofahrzeug,statt zu sinnlosen Umwegen auf Diesel-Bussen gezwungen zu werden.

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